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Schädling

Apfelwickler

Cydia pomonella
CARPPO

Der Apfelwickler (Cydia pomonella), in der EPPO-Datenbank unter dem Code CARPPO geführt, ist einer der wirtschaftlich bedeutendsten Schädlinge im weltweiten Kernobst- und Walnussanbau. Die Larven dieses zur Familie der Wickler (Tortricidae) gehörenden Kleinschmetterlings sind umgangssprachlich als "Obstmade" bekannt und verursachen massive Ertrags- und Qualitätsverluste. Ohne adäquate Bekämpfungsmaßnahmen kann der Befall in kommerziellen Obstanlagen zu einem Totalausfall der vermarktungsfähigen Ernte führen.

Ursprünglich in Eurasien beheimatet, ist der Apfelwickler heute in nahezu allen gemäßigten Klimazonen der Welt verbreitet, in denen seine Hauptwirtspflanzen wie Apfel (Malus domestica), Birne (Pyrus communis), Quitte (Cydonia oblonga) und Walnuss (Juglans regia) kultiviert werden. Die wirtschaftliche Relevanz ergibt sich aus dem direkten Fraßschaden an den Früchten, der diese für den Frischmarkt unverkäuflich macht und zudem sekundäre Fruchtfäulen (z. B. Monilia) begünstigt.

In Mitteleuropa stellt Cydia pomonella die Leitart für den Insektizideinsatz im Apfelanbau dar. Die zunehmende Erwärmung führt in vielen europäischen Anbauregionen zu einer Verschiebung der Phänologie und einer häufigeren Ausbildung vollständiger zweiter oder gar dritter Generationen, was das Management dieses Schädlings zunehmend komplexer gestaltet.

Typ
Schädling
EPPO-Code
CARPPO
Wirte
1 Kultur
Generationen
1-2 Generationen pro Jahr in Mitteleuropa (klimabedingt zunehmend 3 in Südeuropa)
Verbreitung
Der Apfelwickler ist weltweit in nahezu allen gemäßigten Klimazonen verbreitet und verursacht in unbehandelten Obstanlagen Ertragsverluste von bis zu 80 %.
Erstbeschreibung
Linnaeus, 1758

Biologie / Lebenszyklus

Der Apfelwickler überwintert als ausgewachsene Diapause-Larve (L5) in einem dichten, weißen Kokon unter losen Rindenschuppen des Stammes oder in anderen Verstecken am Boden. Im Frühjahr verpuppen sich die Larven, und der Flug der ersten Faltergeneration beginnt meist ab Mitte Mai, synchronisiert mit dem Ende der Apfelblüte. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier einzeln auf Blätter oder direkt auf die jungen Früchte ab. Die schlüpfenden Larven bohren sich in die Frucht ein, fressen sich bis zum Kerngehäuse vor und durchlaufen fünf Larvenstadien, bevor sie die Frucht verlassen, um sich zu verpuppen oder in die Diapause zu gehen. In Mitteleuropa entwickelt sich regulär eine vollständige erste und, je nach Witterung, eine partielle bis vollständige zweite Generation im Hochsommer.

Bonitur

Das Monitoring beginnt mit dem Aufhängen von Pheromonfallen im oberen Kronendrittel vor dem erwarteten Flugbeginn (etwa ab BBCH 59/61, Rote Knospe bis Blühbeginn), um den Flugverlauf und den Flughöhepunkt zu erfassen. Für eine präzise Terminierung von Pflanzenschutzmaßnahmen werden diese Fallenfänge zwingend mit Temperatursummenmodellen kombiniert, um die Eiablage und den Larvenschlupf vorherzusagen. Die Schadensschwelle für den Insektizideinsatz liegt in der Regel bei 5 bis 7 gefangenen Faltern pro Falle und Woche, kombiniert mit visuellen Kontrollen auf Eier oder erste Einbohrlöcher an den Früchten ab BBCH 71 (Fruchtgröße bis 10 mm). Bei der visuellen Kontrolle von 1000 Früchten gilt ein Schwellenwert von 1-2 % befallener Früchte als kritisch für Folgegenerationen.

Symptome

Das charakteristischste Symptom ist das Einbohrloch der Larve an der Frucht, das oft von braunem, krümeligem Bohrmehl (Kot) umgeben ist. Bei frühem Befall (erste Generation) fallen die jungen Früchte häufig vorzeitig ab (Junifall). Schneidet man eine befallene Frucht auf, zeigt sich ein Fraßgang, der direkt zum Kerngehäuse führt, wo die Larve die Samen frisst. Im Inneren der Frucht findet sich oft die weißlich bis rosafarben gefärbte Larve mit dunkelbrauner Kopfkapsel. Sekundärinfektionen durch Pilze (z. B. Monilinia spp.) am Einbohrloch sind häufig zu beobachten.

Integriertes Management

Ein erfolgreiches Management des Apfelwicklers erfordert eine integrierte Strategie (IPM). Kulturelle Maßnahmen umfassen die Förderung von Nützlingen (z. B. Ohrwürmer, Schlupfwespen, Meisen) sowie das Entfernen von Fallobst und das Abbürsten loser Rinde, um Überwinterungsquartiere zu reduzieren. Die biologische Bekämpfung stützt sich stark auf die Verwirrmethode (Mating Disruption) mittels Pheromondispensern, die flächendeckend vor Flugbeginn ausgebracht werden, sowie auf den Einsatz von Granuloseviren (CpGV) und entomopathogenen Nematoden (Steinernema feltiae) gegen überwinternde Larven. Chemische Behandlungen müssen präzise auf den Larvenschlupf terminiert werden. Um Resistenzbildungen zu vermeiden, ist ein striktes Rotationsprinzip der Wirkstoffklassen nach IRAC-Richtlinien (z. B. Makrozyklische Laktone, Diamide, Neonicotinoide, Insektenwachstumsregulatoren) unerlässlich.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Was ist der Apfelwickler?

Der Apfelwickler (Cydia pomonella) ist ein Kleinschmetterling, dessen Larven (Obstmaden) sich in Äpfel, Birnen und Walnüsse einbohren und dort erhebliche Fraßschäden verursachen.

Welche Kulturen werden vom Apfelwickler befallen?

Hauptwirtspflanzen sind Kernobst wie Apfel (Malus domestica), Birne (Pyrus communis) und Quitte (Cydonia oblonga) sowie Schalenobst, insbesondere die Walnuss (Juglans regia).

Wie erkenne ich einen Befall durch den Apfelwickler?

Typische Symptome sind Einbohrlöcher an den Früchten, aus denen braunes, krümeliges Bohrmehl austritt. Im Inneren der Frucht führt ein Fraßgang bis zum Kerngehäuse, wo sich oft eine weiß-rosafarbene Larve befindet.

Wie lässt sich der Apfelwickler biologisch bekämpfen?

Zu den effektivsten biologischen Methoden zählen die Pheromon-Verwirrmethode (Mating Disruption), der Einsatz von Apfelwickler-Granuloseviren (CpGV) sowie die Förderung natürlicher Gegenspieler und der Einsatz von Nematoden gegen überwinternde Larven.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung?

Behandlungen müssen exakt auf den Larvenschlupf abgestimmt sein, bevor sich die Larve in die Frucht einbohrt. Dies wird durch eine Kombination aus Pheromonfallen-Monitoring und Temperatursummenmodellen ermittelt.