TECORLA
TECORLA ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung eines breiten Spektrums von beißenden Schädlingen in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Formuliert als modernes, wasserdispergierbares Granulat, basiert das Produkt auf dem bewährten Wirkstoff Chlorantraniliprole. Es zeichnet sich durch eine hervorragende Kombinationswirkung aus hoher Initialwirkung und langanhaltendem Schutz aus, was es zu einem verlässlichen Baustein im modernen integrierten Pflanzenschutz macht.
Das Anwendungsspektrum umfasst wichtige wirtschaftliche Schaderreger wie den Kartoffelkäfer, den Maiszünsler sowie eine Vielzahl von Schmetterlingsraupen (darunter Apfelwickler, Traubenwickler und verschiedene Kohlschädlinge) sowie die Möhrenfliege. Dank seiner selektiven Eigenschaften schont TECORLA wichtige Nützlinge und lässt sich hervorragend in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren, um deine Kulturen in kritischen Wachstumsphasen ab dem BBCH-Stadium 30 bis hin zur Reife optimal zu schützen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in TECORLA enthaltene Wirkstoff Chlorantraniliprole gehört zur chemischen Klasse der Anthranilamide und ist in die IRAC-Gruppe 28 (Ryanodin-Rezeptor-Modulatoren) eingestuft. Der Wirkmechanismus ist hochgradig selektiv: Der Wirkstoff bindet spezifisch an die Ryanodin-Rezeptoren in den Muskelzellen der Zielschädlinge. Dies führt zu einer unkontrollierten Freisetzung von Calciumionen aus den internen Speichern des sarkoplasmatischen Retikulums in das Zellplasma. Infolge dieses anhaltenden Calcium-Ausstroms kommt es bei den betroffenen Schaderregern zu einer sofortigen Muskelkontraktion und anschließenden Lähmung. Die Schädlinge stellen bereits kurz nach der Aufnahme des Wirkstoffs (vor allem durch Fraß, aber auch durch Kontakt) die Nahrungsaufnahme ein, was zu einem schnellen und effektiven Schutz deiner Kulturen vor weiteren Fraßschäden führt. Der eigentliche Absterbeprozess erfolgt dann innerhalb weniger Tage.
Resistenzmanagement
Um die langfristige Wirksamkeit von TECORLA zu sichern und der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du ein konsequentes Resistenzmanagement betreiben. Da Chlorantraniliprole der IRAC-Gruppe 28 angehört, ist es zwingend erforderlich, Anwendungen auf eine bestimmte Anzahl pro Saison zu beschränken und Blockbehandlungen zu vermeiden. Wechsle bei nachfolgenden Behandlungen gegen dieselbe Generation oder nachfolgende Generationen des Schaderregers auf Insektizide mit anderen Wirkmechanismen. Achte darauf, die empfohlenen Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um den Selektionsdruck nicht unnötig zu erhöhen.
Mischbarkeit & Tankmischung
TECORLA zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit vielen gängigen Fungiziden, Herbiziden und Blattdüngern. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Verwende für die Spritzbrühe sauberes, pH-neutrales bis leicht saures Wasser, da extreme pH-Werte die Stabilität des Wirkstoffs beeinträchtigen können. Die Zugabe von geeigneten Netzmitteln kann die Benetzung der Blattoberfläche und damit die Wirkstoffaufnahme verbessern, insbesondere bei Kulturen mit starker Wachsschicht.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit TECORLA steht der Schutz von Anwender und Umwelt an erster Stelle. Trage bei der Handhabung des Konzentrats und während der Applikation stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robustem Schuhwerk und Schutzhandschuhen. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen jegliche Abdrift auf blühende Bestände oder von Bienen beflogene Unkräuter strikt vermeiden. Führe Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durch, wenn der Bienenflug beendet ist. Achte zudem darauf, einen direkten Eintrag in Oberflächengewässer zu verhindern, um aquatische Organismen zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Knollensellerie | Möhrenfliege | 41–89 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Pastinak | Möhrenfliege | 41–89 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Möhre | Möhrenfliege | 41–89 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Knolliger Kälberkropf | Möhrenfliege | 41–89 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Wurzelpetersilie | Möhrenfliege | 41–89 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Kartoffel | Kartoffelkäfer | 31–60 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Kartoffelkäfer | 31–60 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Zuckermais | Freifressende Schmetterlingsraupen | 30–71 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Mais | Maiszünsler | 30–87 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl) | Kohleule, Pieris, Kohlzünsler | 41–49 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Blumenkohl | Kohleule, Pieris, Kohlzünsler | 41–49 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Brokkoli | Kohleule, Pieris, Kohlzünsler | 41–49 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Knollensellerie | Möhrenfliege | 41–49 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Pastinak | Möhrenfliege | 41–49 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Möhre | Möhrenfliege | 41–49 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Knolliger Kälberkropf | Möhrenfliege | 41–49 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Wurzelpetersilie | Möhrenfliege | 41–49 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Weinrebe | Einbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler | 69–83 | 0.84 LITER_PER_HECTARE | 30T |
| Pflaume | Pflaumenwickler, Pieris, Eulenarten (Noctuidae) | 73–87 | 1.05 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Mispel | Apfelwickler | 71–87 | 1.05 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Quitte | Apfelwickler | 71–87 | 1.05 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Birne | Apfelwickler | 71–87 | 1.05 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Apfel | Apfelwickler | 71–87 | 1.05 LITER_PER_HECTARE | 14T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit TECORLA gegen den Maiszünsler?
Für eine maximale Wirkung solltest du die Behandlung genau während des Hauptflugs der Falter bzw. zum Beginn der Eiablage durchführen. Ziel ist es, dass die frisch geschlüpften Larven den Wirkstoff aufnehmen, noch bevor sie sich in den Stängel einbohren können. Nutze hierzu regionale Warndienstmeldungen oder eigene Pheromonfallen zur Überwachung.
Wie wirkt sich Regen kurz nach der Anwendung auf die Effektivität aus?
Sobald der Spritzbelag auf den Blättern vollständig angetrocknet ist (in der Regel nach 1 bis 2 Stunden), ist TECORLA extrem regenfest. Der Wirkstoff dringt schnell in die Wachsschicht der Pflanze ein, sodass auch anschließende Niederschläge die hervorragende Schutzwirkung nicht beeinträchtigen.
Kann ich TECORLA auch in Kulturen anwenden, in denen Nützlinge zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden?
Ja, das ist einer der großen Vorteile dieses Produkts. Chlorantraniliprole besitzt eine hohe Selektivität und schont wichtige Nützlinge wie Raubmilben, Schlupfwespen und Florfliegen. Dadurch eignet sich TECORLA hervorragend für den Einsatz im integrierten Anbau und unterstützt die natürliche Regulationskraft deines Bestands.
Was muss ich bei der Wartezeit (PHI) beachten, wenn ich verschiedene Kulturen behandle?
Die Wartezeit von TECORLA variiert je nach Kultur und zugelassener Anwendung erheblich und liegt zwischen 1 und 30 Tagen. Du musst vor der Ernte unbedingt die spezifische Wartezeit für deine jeweilige Kultur in der Gebrauchsanleitung prüfen, um Rückstände im Erntegut sicher auszuschließen.
Wie finde ich heraus, ob TECORLA für eine ganz bestimmte Kultur in meinem Betrieb zugelassen ist?
Du kannst auf unserem Portal agronomy.farmable.tech direkt nach der gewünschten Kultur filtern oder die BVL-Zulassungsnummer (00B578-00) eingeben. Dort siehst du sofort alle aktuell registrierten Anwendungen, die zulässigen BBCH-Stadien und die genauen Aufwandmengen für deine spezifische Kultur.
Warum ist der schnelle Fraßstopp bei diesem Wirkstoff so wichtig, obwohl die Schädlinge nicht sofort tot umfallen?
Da der Wirkstoff direkt auf die Muskeln wirkt, stellen die Schaderreger die Nahrungsaufnahme innerhalb von Minuten ein. Auch wenn die Larven oder Käfer noch einige Zeit träge auf der Pflanze sitzen, richten sie keinen Schaden mehr an. Das schont deine Kultur sofort und verhindert die Übertragung von Sekundärinfektionen.