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Sonstige · Biofa GmbH

Madex TOP

BVL Zul.-Nr. 02A417-00

Madex TOP ist ein hochselektives biologisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Regulierung des Apfelwicklers (Cydia pomonella) im Kernobst. Als flüssiges Formulierungskonzentrat basiert das Produkt auf dem hochwirksamen Cydia pomonella Granulovirus (Isolat GV-0013). Es hat sich als unverzichtbarer Baustein sowohl im ökologischen Anbau als auch im integrierten Pflanzenschutz etabliert, da es nützlingsschonend wirkt und keine Rückstände auf dem Erntegut hinterlässt.

Durch die spezifische Wirkung auf die Larven des Apfelwicklers schützt Madex TOP die Kulturen hocheffizient vor dem gefürchteten Wurmstichigkeitsschaden. Da das Virus selektiv nur die Zielart erfasst, bleiben wichtige Gegenspieler wie Raubmilben, Schlupfwespen und Florfliegen im Obstgarten vollständig geschont, was die natürliche Balance im Ökosystem stabilisiert.

Wirkstoffe

Cydia pomonella Granulovirus Isolat GV-0013
522.96 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Madex TOP beruht auf der oralen Aufnahme der Granuloviren durch die frisch geschlüpften Larven des Apfelwicklers. Sobald die Larve beim Anfressen der Eischale oder der Frucht die Viruspartikel aufnimmt, lösen sich diese im stark alkalischen Milieu des Mitteldarms auf. Die freigesetzten Virionen dringen in die Darmzellen ein, vermehren sich dort rasant und breiten sich im gesamten Körper des Schädlings aus. Dieser Infektionsprozess führt innerhalb weniger Tage zu einem vollständigen Fraßstopp und schließlich zum Absterben der Larve. Selbst bei einer subletalen Dosis, bei der die Larve überlebt, wird die Vitalität der nachfolgenden Generation massiv geschwächt, was zu einer langfristigen Populationsreduktion im Obstgarten beiträgt.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung des Apfelwicklers gegenüber Granuloviren vorzubeugen, nutzt Madex TOP das neuere Isolat GV-0013, welches auch gegen Populationen mit bekannter Resistenz gegenüber dem klassischen CpGV-Standardisolat hochwirksam ist. Dennoch solltest du im Sinne eines nachhaltigen Resistenzmanagements das Pflanzenschutzmittel im Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen einsetzen. Die Kombination mit der Verwirrungstechnik oder der gezielte Wechsel mit chemisch-synthetischen Larviziden sichert die langfristige Wirksamkeit aller verfügbaren Werkzeuge.

Mischbarkeit & Tankmischung

Madex TOP ist mit den meisten gängigen Fungiziden und Insektiziden im Obstbau mischbar. Da es sich um ein biologisches Produkt auf Proteinbasis handelt, ist die Wasserqualität der Spritzbrühe von entscheidender Bedeutung: Der pH-Wert sollte idealerweise im neutralen bis leicht sauren Bereich (pH 5 bis 8) liegen, da stark alkalische Bedingungen die Viren vorzeitig inaktivieren können. Zudem empfiehlt sich die Ausbringung in den späten Nachmittags- oder Abendstunden, um die empfindlichen Viren vor intensiver UV-Strahlung direkt nach der Anwendung zu schützen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als biologisches Pflanzenschutzmittel zeichnet sich Madex TOP durch ein hervorragendes Umweltprofil aus. Beim Ansetzen der Spritzbrühe und der Behandlung solltest du dennoch die übliche persönliche Schutzausrüstung tragen, um direkten Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen und zum Schutz aller Blütenbesucher eine Anwendung außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden. Das Produkt schont Gewässerorganismen und Bodenlebewesen, jedoch sollte ein direkter Eintrag in Oberflächengewässer stets vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KernobstApfelwickler0.05 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für deine erste Behandlung mit Madex TOP?

Der beste Zeitpunkt für die erste Anwendung ist kurz vor dem Schlupf der ersten Larven des Apfelwicklers. Dies lässt sich hervorragend über Temperatursummen-Modelle und den Flugverlauf in Pheromonfallen bestimmen. Sobald die ersten Eier abgelegt sind und der Schlupf bevorsteht, solltest du die Behandlung durchführen, damit die Larven das Virus direkt beim Schlupf aufnehmen.

Warum ist die UV-Strahlung für Madex TOP ein Problem und wie gehst du damit um?

Granuloviren sind von Natur aus empfindlich gegenüber ultravioletter Strahlung (UV-Licht), die die Viren auf der Blattoberfläche und den Früchten inaktivieren kann. Um die maximale Wirkung zu erzielen, solltest du die Applikation in die späten Nachmittags- oder Abendstunden verlegen. So können die Viren über Nacht ihre Wirkung entfalten, bevor sie intensiver Sonne ausgesetzt sind.

Kannst du Madex TOP bei Regen oder feuchter Witterung anwenden?

Nach dem Antrocknen ist der Spritzbelag relativ regenstabil. Bei anhaltenden oder sehr starken Niederschlägen (über 20 mm) kann der Belag jedoch abgewaschen werden. In Phasen mit starkem Zuwachs der Früchte und häufigen Regenfällen solltest du den Schutzbelag in kürzeren Abständen erneuern, um einen lückenlosen Schutz deiner Kulturen zu garantieren.

Wie lagerst du Madex TOP richtig, um die Haltbarkeit der Viren zu sichern?

Da es sich um lebende biologische Strukturen handelt, ist die Lagertemperatur entscheidend. Im Kühlschrank bei ca. 4 bis 5 °C ist das Produkt über zwei Jahre stabil. Wenn du es im Gefrierschrank bei -18 °C lagerst, verlängert sich die Haltbarkeit sogar noch deutlich. Vermeide unbedingt dauerhafte Temperaturen über 20 °C während der Lagerung.

Wie hilft dir Madex TOP, wenn in deinem Betrieb bereits Resistenzen gegen Granuloviren vorliegen?

Madex TOP enthält das spezielle Isolat GV-0013. Dieses Isolat wurde gezielt selektiert, um die im Feld aufgetretenen Resistenzen gegen das klassische CpGV-1-Isolat zu brechen. Wenn du in der Vergangenheit eine nachlassende Wirkung von älteren Granuloviruspräparaten bemerkt hast, bietet dir dieses Produkt eine hochwirksame Lösung zur Überwindung dieser Resistenz.

Musst du bei der Tankmischung mit Kupferpräparaten oder Schwefel etwas beachten?

Eine Mischung mit Netzschwefel ist in der Regel problemlos möglich. Bei sauren oder stark alkalischen Kupferpräparaten solltest du jedoch vorsichtig sein. Achte stets darauf, dass der pH-Wert der Spritzbrühe im neutralen Bereich bleibt, da extreme pH-Werte die Proteinhülle der Viren beschädigen und das Pflanzenschutzmittel unwirksam machen können.