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Sonstige · Arysta LifeScience S.A.S

CARPOVIRUSINE

BVL Zul.-Nr. 007135-00

CARPOVIRUSINE ist ein hochspezifisches, biologisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Regulierung des Apfelwicklers (Cydia pomonella) im Kernobstbau. Als flüssiges Formulierungskonzentrat basiert dieses Präparat auf dem mexikanischen Isolat des Apfelwickler-Granulovirus (CpGV). Es hat sich als fester Baustein sowohl im ökologischen Landbau als auch im integrierten Pflanzenschutz etabliert, da es gezielt den Schaderreger erfasst, ohne Nützlinge oder die Umwelt zu belasten.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Haftung auf der Fruchtoberfläche und eine optimierte UV-Stabilität aus. Da der Apfelwickler einer der wirtschaftlich bedeutendsten Schaderreger im Kernobstbau ist, bietet CARPOVIRUSINE Obstbauern eine hochwirksame und rückstandsfreie Lösung, um die gefürchteten Fraßschäden direkt ab dem Schlupf der ersten Larvengeneration zu verhindern.

Wirkstoffe

Cydia pomonella Granulovirus mexikanisches Isolat
0.12 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von CARPOVIRUSINE beruht auf dem hochspezifischen Granulovirus (CpGV-Mexikanisches Isolat). Der Wirkmechanismus setzt voraus, dass die frisch geschlüpften Larven des Apfelwicklers die Viruspartikel bei der Nahrungsaufnahme auf der Schale oder den Blättern fressen. Im stark alkalischen Milieu des Mitteldarms der Larve lösen sich die schützenden Proteinkapseln auf und setzen die infektiösen Virionen frei. Diese Virionen dringen in die Mitteldarmzellen ein, vermehren sich dort rasant und breiten sich im gesamten Körper der Larve aus. Dies führt innerhalb weniger Tage zum vollständigen Zusammenbruch des Organismus und dem Absterben des Schaderregers. Da dieser biologische Prozess hochspezifisch ist, werden andere Insekten, insbesondere wichtige Nützlinge wie Raubmilben oder Schlupfwespen, in keiner Weise beeinträchtigt.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung beim Apfelwickler vorzubeugen, solltest du CARPOVIRUSINE strategisch in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Das in diesem Produkt enthaltene mexikanische Isolat (CpGV-M) ist besonders wertvoll, da es auch gegen Populationen wirkt, die bereits Resistenzen gegen klassische CpGV-Isolate entwickelt haben. Dennoch ist es ratsam, die Anwendung mit anderen Bekämpfungsmaßnahmen wie der Verwirrungstechnik sowie dem gezielten Einsatz von Insektiziden mit anderen Wirkmechanismen abzuwechseln, um den Selektionsdruck zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Herstellung von Tankmischungen ist besonders auf den pH-Wert der Spritzbrühe zu achten. Da es sich um ein biologisches Viruspräparat handelt, ist die Stabilität der Viren in einem leicht sauren bis neutralen Bereich (pH 6,0 bis 7,0) optimal; stark alkalische Mischungspartner (wie bestimmte Blattdünger oder Kalkprodukte) können die Viren schädigen und die Wirksamkeit mindern. Die Zugabe von Netzmitteln oder speziellen UV-Schutz-Additiven kann die Verteilung und Haltbarkeit auf der Kultur verbessern. Mische das Produkt immer direkt vor der Anwendung an und bringe es zügig aus.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Obwohl CARPOVIRUSINE als biologisches Pflanzenschutzmittel ein äußerst schonendes Umweltprofil aufweist, solltest du bei der Ausbringung die standardmäßige persönliche Schutzausrüstung tragen, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern empfiehlt es sich, Behandlungen außerhalb des täglichen Bienenflugs in den Abendstunden durchzuführen, insbesondere wenn Begleitvegetation im Unterwuchs der Kulturen blüht. Achte zudem darauf, Abdrift in angrenzende Gewässer zu vermeiden, um die aquatische Fauna generell zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KernobstApfelwickler0.5 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für die erste Behandlung mit CARPOVIRUSINE?

Die erste Anwendung sollte kurz vor dem Schlupf der ersten Larven erfolgen. Nutze hierfür am besten Prognosemodelle, die auf der Temperatursumme und dem Flugverlauf der Falter basieren. Sobald der Hauptschlupf einsetzt, muss ein schützender Belag auf den Früchten vorhanden sein, damit die Larven den Wirkstoff direkt bei ihren ersten Fraßtätigkeiten aufnehmen.

Warum ist die UV-Strahlung für dieses Produkt ein kritischer Faktor?

Granuloviren sind empfindlich gegenüber ultravioletter Strahlung, die die Viren im Laufe der Zeit auf der Fruchtoberfläche inaktivieren kann. Daher solltest du CARPOVIRUSINE bevorzugt in den späten Nachmittags- oder Abendstunden spritzen. So können die Larven die aktiven Viren aufnehmen, bevor intensive Sonneneinstrahlung die Wirksamkeit des Belags reduziert.

Kann ich CARPOVIRUSINE auch bei kühlen Temperaturen einsetzen?

Da die Larven des Apfelwicklers bei kühlen Temperaturen unter 15 °C kaum aktiv sind und wenig Nahrung aufnehmen, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit der Virusaufnahme. Warte für eine optimale Wirkung warme Tage ab, an denen die Larven aktiv schlüpfen und intensiv an den Kulturen fressen.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen den Apfelwickler?

Du kannst in unserem Hub gezielt nach dem Schaderreger 'Apfelwickler' filtern. Dort erhältst du eine vollständige Übersicht aller in Deutschland zugelassenen Produkte, kannst Wirkstoffe vergleichen und eine abwechslungsreiche Spritzfolge für dein Resistenzmanagement planen.

Wie verhält sich das Produkt bei Niederschlägen nach der Anwendung?

Obwohl die Formulierung eine gute Haftung aufweist, können starke Niederschläge über 20 mm den Spritzbelag abwaschen. Sollte kurz nach der Behandlung starker Regen fallen oder das Fruchtwachstum in einer intensiven Phase sehr rasch voranschreiten, solltest du die Behandlung vorzeitig wiederholen, um den Schutz lückenlos aufrechtzuerhalten.

Muss ich beim Ansetzen der Spritzbrühe auf das Wasser achten?

Ja, der pH-Wert des Wassers in der Spritzphase ist entscheidend. Da es sich um ein biologisches Viruspräparat handelt, liegt das Optimum in einem leicht sauren bis neutralen Bereich von pH 6,0 bis 7,0. Vermeide unbedingt stark alkalische Mischungspartner, da diese die Proteinhülle der Viren vorzeitig auflösen und das Produkt unwirksam machen können.