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Sonstige · Biofa GmbH

Madex Primo

BVL Zul.-Nr. 00B297-00

Madex Primo ist ein hochspezifisches biologisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Regulierung des Apfelwicklers (Cydia pomonella). Als flüssiges Suspensionskonzentrat formuliert, basiert dieses moderne Präparat auf dem natürlichen Cydia pomonella Granulovirus (Isolat GV-0015). Es hat sich als unverzichtbarer Baustein sowohl im ökologischen Landbau als auch im integrierten Anbau etabliert, da es gezielt den Schaderreger erfasst, ohne Nützlinge oder die Umwelt zu belasten.

Das Produkt zeichnet sich durch eine hervorragende Selektivität aus. Da der Wirkstoff ausschließlich auf die Larven des Apfelwicklers wirkt, bleibt die natürliche Fauna in deinen Kulturen vollständig geschont. Dies macht Madex Primo zu einem idealen Partner für nachhaltige Pflanzenschutzstrategien im Kernobst- und Walnussanbau, wo eine rückstandsfreie Erzeugung und der Schutz von Raubmilben und Schlupfwespen im Vordergrund stehen.

Wirkstoffe

Cydia pomonella Granulovirus Isolat GV-0015
522.96 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Madex Primo beruht auf der oralen Aufnahme der Granuloviren durch die frisch geschlüpften Larven des Apfelwicklers. Sobald die Larve an der behandelten Schale oder den Blättern frisst, gelangen die Viruspartikel in den Mitteldarm. Im alkalischen Milieu des Larvendarms löst sich die schützende Proteinhülle des Virus auf, wodurch die infektiösen Virionen freigesetzt werden. Diese dringen in die Darmzellen ein und beginnen mit einer rasanten Replikation, die letztlich zum Absterben des Schädlings führt. Da es sich um ein biologisches System handelt, ist dieser Prozess hochspezifisch für Cydia pomonella. Nach dem Absterben der Larve verflüssigt sich deren Körper, wodurch Millionen neuer Viren in die Umgebung freigesetzt werden. Dies kann zu einem sekundären Infektionszyklus in der Anlage führen, der die Wirkung in der Population weiter verstärkt.

Resistenzmanagement

Obwohl für Granuloviren aufgrund ihres komplexen, mehrstufigen Infektionsmechanismus ein sehr geringes Risiko für Resistenzbildungen besteht, ist ein vorausschauendes Resistenzmanagement ratsam. Um der Selektion resistenter Genotypen des Apfelwicklers vorzubeugen, solltest du Madex Primo im Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen einsetzen. Die Kombination mit der Verwirrungstechnik oder der gezielte Wechsel mit chemisch-synthetischen Larviziden oder Oviziden im Rahmen einer integrierten Strategie sichert die langfristige Wirksamkeit aller beteiligten Pflanzenschutzmittel.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Herstellung von Tankmischungen ist besonders auf den pH-Wert der Spritzbrühe zu achten. Da sich die Proteinhülle des Granulovirus in alkalischem Milieu auflöst, sollte der pH-Wert des Wassers im neutralen bis leicht sauren Bereich (pH 5 bis 7) liegen; vermeide unbedingt stark alkalische Mischungspartner oder kalkhaltiges Wasser. Die Zugabe von UV-Schutzmitteln oder speziellen Netzmitteln kann die Haftung und die Stabilität des empfindlichen Virus auf der Kultur unter intensiver Sonneneinstrahlung deutlich verbessern. Mische das Produkt vorzugsweise direkt vor der Anwendung an und vermeide lange Standzeiten der fertigen Spritzbrühe im Tank.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als biologisches Pflanzenschutzmittel weist Madex Primo ein äußerst günstiges Ökotoxizitätsprofil auf. Dennoch solltest du beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Applikation die standardmäßige persönliche Schutzausrüstung tragen, um direkten Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährlichkeit im Datenblatt ausgewiesen ist, empfiehlt sich zum Schutz aller Blütenbesucher dennoch eine Anwendung in den späten Nachmittags- oder Abendstunden, wenn der aktive Bienenflug nachgelassen hat. Dies schont nicht nur die Nützlinge, sondern schützt die UV-empfindlichen Viren auch vor schneller Inaktivierung durch das Sonnenlicht. Vermeide zudem jegliche direkte Abdrift in angrenzende Gewässer, um die aquatische Umwelt vorsorglich zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KernobstApfelwickler0.05 LITER_PER_HECTARE
WalnussApfelwickler0.05 LITER_PER_HECTARE
WalnussApfelwickler0.1 LITER_PER_HECTARE
KernobstApfelwickler0.1 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von Madex Primo?

Der optimale Behandlungsstart richtet sich nach dem Larvenschlupf des Apfelwicklers. Nutze hierfür Prognosemodelle auf Basis von Temperatursummen sowie Pheromonfallen in deinen Kulturen. Die erste Spritzung sollte kurz vor oder genau zum Schlupf der ersten Larven erfolgen, damit diese den Wirkstoff direkt bei ihren ersten Fraßtätigkeiten an der Schale aufnehmen.

Wie beeinflusst starkes Sonnenlicht die Wirkung des Granulovirus?

Granuloviren sind extrem UV-empfindlich. Unter intensiver Sonneneinstrahlung baut sich der Wirkstoff auf der Kultur relativ schnell ab. Um die Wirkungsdauer zu maximieren, solltest du die Anwendung in den späten Nachmittags- oder Abendstunden durchführen und bei anhaltend sonnigem Wetter die Spritzabstände verkürzen oder einen geeigneten UV-Schutz hinzufügen.

Kann ich Madex Primo auch bei niedrigen Temperaturen spritzen?

Die Viren selbst sind bei Kälte stabil, allerdings sind die Larven des Apfelwicklers bei niedrigen Temperaturen unter 15 °C kaum aktiv und fressen nicht. Da die Wirkung auf der oralen Aufnahme beruht, ist eine Behandlung erst dann sinnvoll, wenn die Temperaturen steigen und den Larvenfraß aktivieren.

Wie lagere ich Madex Primo am besten, um die Haltbarkeit zu garantieren?

Da es sich um ein biologisches Produkt mit lebenden Viruspartikeln handelt, ist die Lagertemperatur entscheidend. Lagere das Produkt im Kühlschrank bei ca. 4 bis 8 °C für eine Haltbarkeit von bis zu zwei Jahren. Für eine noch längere Lagerung kannst du das Produkt auch problemlos einfrieren (bei -18 °C), ohne dass die Wirksamkeit beeinträchtigt wird.

Wie finde ich im Agronomy-Hub weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen den Apfelwickler?

Du kannst im Hub gezielt nach dem Schaderreger 'Apfelwickler' filtern und deine spezifische Kultur auswählen. Das System listet dir dann alle in Deutschland zugelassenen biologischen und chemischen Pflanzenschutzmittel auf, die du für eine integrierte Bekämpfungsstrategie und ein optimales Resistenzmanagement nutzen kannst.

Warum sterben die Larven nach der Behandlung nicht sofort ab?

Das Granulovirus benötigt nach der Aufnahme im Darm einige Tage, um sich im Körper der Larve zu vermehren und diese abzutöten. Es handelt sich nicht um ein Kontaktgift mit Knock-down-Effekt. Ein minimaler Probekotzen-Fraß an der Fruchtschale kann vorkommen, führt aber in der Regel nicht zu tiefen Fraßgängen, da die Larve rasch die Fraßtätigkeit einstellt.