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Sonstige · SemiosBio Technologies B.V.

SemiosNET-Codling Moth

BVL Zul.-Nr. 00A689-00

SemiosNET-Codling Moth ist ein innovatives, automatisiertes System zur Verwirrungsmethode (Paarungsstörung) gegen den Apfelwickler (Cydia pomonella). Als modernes Pflanzenschutzmittel basiert es auf der gezielten, temperaturgesteuerten Abgabe des spezifischen Sexualpheromons (E,E)-8,10-Dodecadien-1-ol. Diese Formulierung wird über automatisierte Dispenser im Kronenbereich der Kulturen ausgebracht, um den Paarungszyklus des Schädlings umweltschonend zu unterbrechen.

Durch die präzise, sensorunterstützte Freisetzung wird eine gleichmäßige Pheromonwolke im Bestand aufrechterhalten. Dies macht das System zu einem unverzichtbaren Baustein im integrierten Pflanzenschutz, insbesondere im Erwerbsobstbau, wo eine rückstandsfreie und selektive Behandlung des Hauptschädlings im Kernobst angestrebt wird.

Wirkstoffe

(E,E)-8,10-Dodecadien-1-ol
180.5 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff (E,E)-8,10-Dodecadien-1-ol ist das synthetische Gegenstück des natürlichen Sexualpheromons der weiblichen Apfelwickler. Die Wirkungsweise basiert auf dem Prinzip der Paarungsstörung (Mating Disruption). Durch das kontinuierliche Ausbringen des Pheromons in der Anlage wird die Luft mit dem Duftstoff gesättigt. Dies führt dazu, dass die männlichen Falter die von den echten Weibchen abgegebenen, wesentlich schwächeren Pheromonfahnen nicht mehr orten können. Die sensorischen Rezeptoren auf den Antennen der Männchen werden dauerhaft stimuliert oder desorientiert, sodass eine erfolgreiche Kopulation verhindert wird. Infolgedessen bleibt die Eiablage aus, was den Befallsdruck der nachfolgenden Generationen drastisch reduziert, ohne dass ein direkter toxischer Effekt auf die Schaderreger oder Nützlinge ausgeübt wird.

Resistenzmanagement

Da es sich bei der Verwirrungsmethode um einen physikalisch-biologischen Wirkungsmechanismus handelt, der nicht auf toxischen Prozessen beruht, ist das Risiko einer Resistenzbildung gegen das Pheromon (E,E)-8,10-Dodecadien-1-ol als äußerst gering einzustufen. Dennoch solltest du das System stets in ein ganzheitliches integriertes Pflanzenschutzkonzept integrieren. Bei extrem hohem Ausgangsbefall empfiehlt es sich, die erste Generation des Apfelwicklers im Frühjahr zusätzlich mit selektiven Insektiziden aus anderen Wirkstoffklassen zu kombinieren, um die Populationsdichte rasch unter die Schadschwelle zu drücken.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da SemiosNET-Codling Moth über eigenständige, automatisierte Aerosol-Dispenser im Feld ausgebracht wird und nicht als Spritzbrühe appliziert wird, entfallen klassische Fragen zur Tankmischbarkeit mit anderen Pflanzenschutzmitteln, Blattdüngern oder Adjuvantien vollständig. Du kannst deine regulären Pflanzenschutzmaßnahmen und Fungizid- oder Insektizidspritzungen in den Kulturen völlig unabhängig und ohne Rücksicht auf Mischbarkeitsbeschränkungen durchführen. Achte lediglich darauf, dass die installierten Dispenser-Einheiten bei mechanischen Arbeiten in den Fahrgassen oder beim Baumschnitt nicht beschädigt werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Das System zeichnet sich durch eine hervorragende Umweltverträglichkeit aus. Da der Wirkstoff gezielt als Aerosol in die Luft abgegeben wird und keinen direkten Boden- oder Wasserkontakt hat, ist das Risiko für Nichtzielorganismen minimal. Zum Schutz von Bienen und anderen Nützlingen ist das Verfahren optimal geeignet, da keine toxischen Rückstände auf blühenden Kulturen oder Beikräutern entstehen. Dennoch solltest du bei der Installation, Wartung oder dem Batteriewechsel der Dispenser-Geräte die allgemeinen Arbeitsschutzregeln beachten und die vom Hersteller empfohlenen persönlichen Schutzausrüstungen tragen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SchalenobstApfelwickler2.5 PIECES_PER_HECTARE
SteinobstApfelwickler2.5 PIECES_PER_HECTARE
KernobstApfelwickler2.5 PIECES_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie funktioniert die temperaturabhängige Steuerung bei SemiosNET-Codling Moth?

Das System nutzt integrierte Sensoren, die die Umgebungstemperatur in deinen Kulturen kontinuierlich messen. Da der Apfelwickler erst ab einer bestimmten Dämmerungstemperatur (meist ab ca. 15 °C) aktiv wird und fliegt, optimiert das System die Pheromonabgabe genau für diese Aktivitätsphasen. Das spart Wirkstoff in kühlen Nächten und maximiert die Schutzwirkung, wenn der Schaderreger tatsächlich aktiv ist.

Wann ist der optimale Zeitpunkt, um die Dispenser in der Kultur aufzuhängen?

Du solltest die Dispenser unbedingt vor dem Beginn des ersten Falterflugs der Überwinterungsgeneration im Frühjahr in deinen Kulturen installieren. Orientiere dich hierbei an den regionalen Warndienstaufrufen oder nutze Temperatursummenmodelle, um den Erstflug des Apfelwicklers präzise vorherzusagen. Eine verspätete Installation kann die Wirksamkeit erheblich mindern, da bereits begattete Weibchen ihre Eier ablegen können.

Muss ich trotz der Verwirrungsmethode noch ein Monitoring mit Pheromonfallen durchführen?

Ja, ein begleitendes Monitoring ist dringend anzuraten. Da die Luft in der Anlage mit Pheromonen gesättigt ist, sollten Standard-Pheromonfallen im Inneren der behandelten Fläche idealerweise keine Fänge zeigen (sogenannter Verwirrungseffekt). Um die Populationsdynamik dennoch zu überwachen, solltest du hochdosierte Spezialfallen (Combo-Fallen) nutzen oder den Befall direkt durch regelmäßige visuelle Kontrollen auf Eiablage und ersten Fruchtbefall überwachen.

Was muss ich tun, wenn der Befallsdruck aus benachbarten, unbehandelten Flächen hoch ist?

Bei starkem Zuflug von begatteten Weibchen aus angrenzenden Streuobstwiesen oder unbehandelten Nachbaranlagen (Randeffekt) kann die Verwirrungsmethode an ihre Grenzen stoßen. In diesen Randzonen solltest du zusätzliche mechanische Barrieren nutzen oder gezielte Randbehandlungen mit zugelassenen Insektiziden durchführen, um deine Kulturen wirksam vor dem Einwandern des Schaderregers zu schützen.

Wie viele Dispenser pro Hektar muss ich in meinen Kulturen installieren?

Die genaue Anzahl der benötigten Dispenser-Einheiten hängt von der Parzellenstruktur, der Topographie und den Windverhältnissen ab. Da es sich um ein sensorgesteuertes Netzwerk handelt, wird das Layout meist individuell für deine Fläche geplant. Generell gilt: Größere, zusammenhängende und windgeschützte Flächen eignen sich besonders gut für diese Anwendung, da sich dort die Pheromonwolke stabiler aufbauen kann.