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Sonstige · Suterra Europe Biocontrol, S.L.

CheckMate Puffer Leaf Multi

BVL Zul.-Nr. 00A992-00

CheckMate Puffer Leaf Multi ist ein innovatives Pflanzenschutzmittel zur biotechnischen Regulierung von Wickler-Arten im Obstbau. Als automatisiertes Aerosol-Dosiersystem (sogenannter "Puffer") setzt es kontinuierlich synthetische Sexuallockstoffe (Pheromone) frei. Diese Formulierung basiert auf einer präzisen Kombination aus (E,E)-8,10-Dodecadien-1-ol, (Z)-11-Tetradecen-1-yl-acetat und (Z)-9-Tetradecen-1-yl-acetat, um eine breite Palette an wirtschaftlich bedeutenden Schaderregern wie den Apfelwickler und verschiedene Fruchtschalenwickler abzudecken.

Durch die kontinuierliche Abgabe über die gesamte Flugsaison hinweg wird die Paarung der Schädlinge effektiv verhindert. Dieses System stellt eine moderne, rückstandsfreie Alternative oder Ergänzung zu klassischen Insektizidbehandlungen dar und ist ideal für integrierte sowie biologische Anbausysteme geeignet.

Wirkstoffe

(E,E)-8,10-Dodecadien-1-ol
70 g/kg · Wirkstoff
(Z)-11-Tetradecen-1-yl-acetat
130 g/kg · Wirkstoff
(Z)-9-Tetradecen-1-yl-acetat
130 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkungsweise von CheckMate Puffer Leaf Multi basiert auf dem Prinzip der Verwirrungsmethode (Paarungsstörung). Die drei enthaltenen Pheromon-Wirkstoffe sind synthetische Nachbildungen der natürlichen weiblichen Sexualduftstoffe der Zielschädlinge. Nach der Ausbringung im Bestand erzeugen die automatischen Puffer eine gleichmäßige Pheromonwolke in den Baumkronen der Kultur. Männliche Falter orientieren sich normalerweise an den feinen Duftspuren der Weibchen, um sich zu paaren. Durch die künstliche Überflutung der Luft mit den Wirkstoffen (E,E)-8,10-Dodecadien-1-ol, (Z)-11-Tetradecen-1-yl-acetat und (Z)-9-Tetradecen-1-yl-acetat werden die sensorischen Rezeptoren der Männchen überlastet oder die natürlichen Duftfahnen maskiert. Infolgedessen finden die Männchen keine Weibchen mehr, die Eiablage bleibt aus, und die nachfolgende Generation von Schadraupen kann sich nicht entwickeln. Da es sich um einen rein verhaltensmodifizierenden Effekt ohne toxischen Pfad handelt, werden die Insekten nicht abgetötet, sondern lediglich an der Fortpflanzung gehindert.

Resistenzmanagement

Da es sich bei der Verwirrungsmethode um einen verhaltensmodifizierenden Wirkungsmechanismus ohne toxischen Pfad handelt, ist das Risiko einer Resistenzbildung im Vergleich zu klassischen chemischen Insektiziden als extrem gering einzustufen. Dennoch solltest du im Sinne eines integrierten Pflanzenschutzes den Befallsdruck laufend überwachen. Bei sehr hohem Ausgangsbefall oder starkem Zuflug von befruchteten Weibchen aus benachbarten, unbehandelten Flächen empfiehlt es sich, die Pheromonbehandlung in der ersten Generation durch eine gezielte Anwendung zugelassener Insektizide mit unterschiedlichen Wirkmechanismen zu unterstützen, um die Populationsdichte unter die Schadschwelle zu drücken.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da CheckMate Puffer Leaf Multi als eigenständiges, batteriebetriebenes Aerosol-Gerät direkt in den Baumkronen aufgehängt wird, entfällt die klassische Tankmischung in der Spritze vollständig. Es gibt keine physikalischen oder chemischen Kompatibilitätsprobleme mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Blattdüngern. Du kannst alle notwendigen Spritzungen in der Kultur völlig unabhängig von den installierten Puffern durchführen. Achte lediglich darauf, dass die Spritzdüsen bei der Applikation anderer Mittel nicht direkt auf die Puffergeräte gerichtet sind, um mechanische Beschädigungen oder Verklebungen der Austrittsöffnungen zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Da das Pflanzenschutzmittel in geschlossenen, automatischen Spendern ausgebracht wird, ist der direkte Anwenderschutz bei der Installation im Feld sehr hoch. Dennoch solltest du bei der Handhabung und dem Aufhängen der Geräte die allgemeine persönliche Schutzausrüstung tragen und direkten Augenkontakt mit dem Aerosol vermeiden. Da keine spezifische Einstufung zur Bienengefährlichkeit vorliegt, gilt die allgemeine Vorsichtsregel: Vermeide die direkte Auslösung des Sprühstoßes in unmittelbarer Nähe von aktiv fliegenden Bienen oder anderen Bestäubern. Da die Pheromone hochspezifisch auf die Zielschädlinge wirken und biologisch schnell abgebaut werden, sind keine negativen Auswirkungen auf Nützlinge, Vögel oder Bodenorganismen zu erwarten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KernobstApfelwickler, Fruchtschalenwickler, Schokoladenbrauner Fruchtblattwickler3 PIECES_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie funktioniert die Installation von CheckMate Puffer Leaf Multi in meiner Kultur?

Du solltest die Puffer-Geräte vor dem Beginn des ersten Falterflugs (meist im Frühjahr vor der Blüte) gleichmäßig im oberen Drittel der Baumkronen aufhängen. Achte darauf, dass die Austrittsöffnung frei in die Fahrgasse zeigt und nicht durch Blätter oder Äste blockiert wird. Die genaue Anzahl der Geräte pro Hektar richtet sich nach den Zulassungsvorgaben und der Parzellenform.

Kann ich die Puffer auch auf kleineren, windigen Flächen einsetzen?

Die Verwirrungsmethode entfaltet ihre beste Wirkung auf zusammenhängenden Flächen ab einer Größe von mindestens 1 bis 2 Hektar. Auf sehr kleinen oder stark windausgesetzten Flächen kann sich die Pheromonwolke zu schnell verflüchtigen. In solchen Lagen solltest du die Randbereiche intensiver überwachen und gegebenenfalls mit zusätzlichen Puffern oder Randbehandlungen sichern.

Wie überwache ich den Bekämpfungserfolg, wenn die Falter verwirrt sind?

Da die männlichen Falter durch die Pheromonwolke desorientiert sind, sollten herkömmliche Pheromonfallen im Inneren der Anlage keine oder nur extrem wenige Falter fangen ("Nullfang"). Fängst du dennoch Falter, deutet dies auf eine unzureichende Pheromonkonzentration hin. Nutze zusätzlich visuelle Kontrollen (z. B. Eiablage- und Befallskontrollen an den Früchten), um den tatsächlichen Befallsdruck zu bewerten.

Was muss ich tun, wenn der Befallsdruck aus der Nachbarschaft sehr hoch ist?

Wenn deine Kultur an ungepflegte Streuobstwiesen oder unbehandelte Nachbarflächen grenzt, können befruchtete Weibchen einfliegen. Da diese nicht mehr auf die Partnersuche angewiesen sind, wirkt die Paarungsstörung bei ihnen nicht. In diesen Randzonen solltest du den Befall besonders engmaschig kontrollieren und bei Bedarf eine gezielte Randbehandlung mit einem klassischen Pflanzenschutzmittel durchführen.

Beeinflusst Regen oder Hitze die Freisetzung der Pheromone aus dem Puffer?

Nein, die modernen Puffer-Systeme sind wetterfest und temperaturkompensiert gesteuert. Sie geben auch bei kühler Witterung oder starkem Regen die exakte Wirkstoffmenge ab. Bei extremer Hitze verdampfen die Pheromone zwar schneller in der Luft, das Gerät gleicht dies jedoch durch seine programmierte, kontinuierliche Abgabe aus, sodass der Schutzfilm in der Kultur stabil bleibt.