Mimic
Mimic ist ein hochspezifisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Schmetterlingsraupen (Lepidoptera) in einer Vielzahl von Kulturen wie Weinreben, Mais, Obst- und Gemüsekulturen. Als spezialisiertes Insektizid zeichnet sich das Produkt durch seine selektive Wirkung aus, die gezielt in den Entwicklungszyklus der Schaderreger eingreift, während viele Nützlinge geschont werden. Die Formulierung ermöglicht eine einfache Handhabung, hervorragende Haftung auf den Blattoberflächen und eine gleichmäßige Verteilung im Bestand.
Das Wirkungsspektrum umfasst bedeutende wirtschaftliche Schaderreger wie den Apfelwickler, den Einbindigen und Bekreuzten Traubenwickler im Weinbau, den Maiszünsler sowie verschiedene freifressende, verstecktfressende und minierende Schmetterlingsraupen (einschließlich Eulenarten und Fruchtschalenwickler). Durch diese gezielte Ausrichtung ist Mimic ein wertvoller Baustein in integrierten Pflanzenschutzprogrammen, da es die Populationen der Schädlinge effektiv dezimiert, ohne das biologische Gleichgewicht im Ökosystem unnötig zu stören.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Tebufenozid gehört zur chemischen Klasse der Diacylhydrazine und ist im IRAC-System in die Gruppe 18 (Ecdyson-Rezeptor-Agonisten / Häutungsbeschleuniger) eingestuft. Tebufenozid imitiert das natürliche Insektenhäutungshormon 20-Hydroxyecdyson. Nach der Aufnahme durch Fraß oder Kontakt bindet der Wirkstoff an den Ecdyson-Rezeptor der Larve, was eine vorzeitige, fehlerhafte Häutung auslöst. Die betroffenen Schmetterlingsraupen stellen unmittelbar nach der Aufnahme die Nahrungsaufnahme ein, da sich eine neue, unvollständige Kutikula unter der alten bildet. Da die alte Kopfkapsel nicht abgestoßen werden kann und die Larve in ihrer unvollständigen Häutungsphase gefangen bleibt, verhungert und vertrocknet der Schaderreger innerhalb weniger Tage. Da dieser Mechanismus spezifisch für häutende Arthropoden ist, zeigt Mimic eine hervorragende Selektivität und schont adulte Nützlinge.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du Mimic stets im Wechsel mit Pflanzenschutzmitteln aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. IRAC-Gruppe 5, 6, 22 oder 28) einsetzen. Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen über mehrere Generationen des Schaderregers hinweg mit Wirkstoffen der IRAC-Gruppe 18. Integriere mechanische und biologische Maßnahmen in dein Pflanzenschutzkonzept und richte die Behandlungen konsequent an den offiziellen Warndienstaufrufen sowie den Schadschwellen aus.
Mischbarkeit & Tankmischung
Mimic ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Dennoch empfiehlt es sich, vor jeder großflächigen Anwendung eine physikalische Mischprobe (Kübeltest) durchzuführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung aller Pflanzenteile – insbesondere bei verstecktfressenden Raupen – zu gewährleisten. Die Zugabe von Netzmitteln kann die Benetzung auf schwer benetzbaren Kulturen verbessern, sollte jedoch vorab auf Pflanzenverträglichkeit geprüft werden. Vermeide Mischungen mit stark alkalischen Produkten, da diese die Stabilität des Wirkstoffs beeinträchtigen können.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, zu tragen. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Achte darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen gelangt, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Einbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 21T |
| Zierpflanzen | Verstecktfressende Schmetterlingsraupen, Minierende Kleinschmetterlingsraupen | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Verstecktfressende Schmetterlingsraupen, Minierende Kleinschmetterlingsraupen | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Springwurm | 5–55 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili) | Minierende Kleinschmetterlingsraupen, Freifressende Schmetterlingsraupen | 69–89 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | 4T |
| Erdbeere | Freifressende Schmetterlingsraupen | — | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Apfelwickler | — | 0.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 14T |
| Zierpflanzen | Verstecktfressende Schmetterlingsraupen, Minierende Kleinschmetterlingsraupen | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckermais | Maiszünsler | 30–59 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Mais | Maiszünsler | 30–79 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Tomate | Minierende Kleinschmetterlingsraupen, Freifressende Schmetterlingsraupen | 71–87 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | 4T |
| Weinrebe | Eulenarten (Noctuidae) | 5–55 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Fruchtschalenwickler | — | 0.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 14T |
| Zierpflanzen | Verstecktfressende Schmetterlingsraupen, Minierende Kleinschmetterlingsraupen | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Freifressende Schmetterlingsraupen | — | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Rhombenspanner | 1–15 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Aubergine | Minierende Kleinschmetterlingsraupen, Freifressende Schmetterlingsraupen | 71–87 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | 4T |
| Weinrebe | Einbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler | — | 600 MILLILITER_PER_HECTARE | 21T |
| Laubholz | Freifressende Schmetterlingsraupen | — | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | — |
| Sauerkirsche | Freifressende Schmetterlingsraupen | 59–69 | 0.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Pflaume | Freifressende Schmetterlingsraupen | 59–69 | 0.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Süßkirsche | Freifressende Schmetterlingsraupen | 59–69 | 0.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 74T |
| Mais | Maiszünsler | 30–79 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Mais | Maiszünsler | 30–79 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 42T |
Häufige Fragen
Wann ist für dich der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Mimic gegen den Apfelwickler?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt in der Phase der Eiablage bis kurz vor dem Larvenschlupf (meist ab BBCH 71 bis 75). Da der Wirkstoff vor allem als Fraßgift wirkt, müssen die frisch geschlüpften Larven den Wirkstoff aufnehmen, bevor sie sich in die Frucht einbohren. Nutze lokale Prognosemodelle und Eiablagebeobachtungen für die exakte Terminierung in deiner Kultur.
Warum stellen die Raupen nach dem Kontakt mit Mimic den Fraß ein, sterben aber nicht sofort?
Das liegt am besonderen Wirkungsmechanismus als Häutungsbeschleuniger. Sobald die Raupe den Wirkstoff aufnimmt, wird eine vorzeitige Häutung eingeleitet. Die Larve kann sich jedoch nicht vollständig aus ihrer alten Haut befreien und stellt sofort die Nahrungsaufnahme ein. Der eigentliche Tod tritt erst nach einigen Tagen durch Verhungern ein, aber deine Kultur ist ab der Aufnahme vor weiterem Fraß geschützt.
Kannst du Mimic auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr einsetzen?
Ja, die Wirkung von Tebufenozid ist weitgehend temperaturunabhängig. Im Gegensatz zu einigen Pyrethroiden, die bei Wärme an Wirkung verlieren, oder anderen Mitteln, die hohe Temperaturen benötigen, arbeitet Mimic auch bei wechselhafter Frühjahrswitterung zuverlässig, solange der Spritzbelag vor einem Regenereignis antrocknen kann.
Wie verhält sich Mimic im Hinblick auf den Schutz von Nützlingen in deinen Kulturen?
Mimic ist extrem selektiv. Da es gezielt auf den Häutungsprozess von Schmetterlingslarven wirkt, schont es die meisten adulten Nützlinge wie Raubmilben, Florfliegen, Marienkäfer und Schlupfwespen. Das hilft dir dabei, die natürliche biologische Regulation in deinen Beständen aufrechtzuerhalten.
Was solltest du bei der Anwendung von Mimic gegen verstecktfressende Raupen beachten?
Da diese Schaderreger geschützt in zusammengespinsteten Blättern oder Triebspitzen leben, ist eine exzellente Benetzung entscheidend. Verwende eine ausreichend hohe Wasseraufwandmenge und passe den Spritzdruck so an, dass die Spritzbrühe auch in das Innere des Laubdachs und in die Gespinste eindringt.
Wie findest du im Agronomy-Hub weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für deine Kulturen?
Du kannst im Hub ganz einfach nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Weinrebe oder Apfel) filtern und dir alle dafür registrierten Produkte anzeigen lassen. Nutze die Filteroptionen für Wirkstoffe oder Schaderreger, um gezielt Alternativen für ein effektives Resistenzmanagement zu finden.