Madex MAX
Madex MAX ist ein hochselektives, biologisches Insektizid auf Basis des Cydia pomonella Granulovirus (Isolat GV-0006). Es hat sich als unverzichtbarer Baustein im integrierten und ökologischen Kernobstbau etabliert, um den Apfelwickler effektiv zu kontrollieren. Durch die gezielte Wirkung auf diese spezifische Schädlingsart schont das Produkt Nützlinge und das gesamte Ökosystem der Obstanlage.
Das Präparat liegt als flüssige Formulierung vor, die sich leicht in Wasser suspendieren lässt. Das spezifische Isolat GV-0006 wurde entwickelt, um auch solche Apfelwickler-Populationen sicher zu erfassen, die gegen ältere Virus-Isolate Resistenzen gebildet haben. Damit bietet Madex MAX eine zuverlässige und moderne Lösung für ein zukunftsorientiertes Schädlingsmanagement im Obstbau.
Aufgrund seiner biologischen Natur hinterlässt Madex MAX keine chemisch-synthetischen Rückstände auf dem Erntegut. Dies macht es besonders wertvoll für späte Anwendungen kurz vor der Ernte und für Vermarktungsprogramme des Lebensmitteleinzelhandels mit strengen Rückstandsanforderungen (Zero-Residue).
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff in Madex MAX, das Cydia pomonella Granulovirus (CpGV), gehört zur IRAC-Wirkstoffgruppe 31 (wirtsspezifische, okkludierte pathogene Viren). Die Wirkung erfolgt ausschließlich als Fraßgift. Die frisch geschlüpften Larven (L1-Stadium) des Apfelwicklers nehmen die Viruspartikel beim Fressen an der Fruchtschale oder den Blättern auf, bevor sie sich in das Innere der Frucht einbohren. Im stark alkalischen Milieu des mittleren Darms der Larve löst sich die schützende Eiweißhülle (Granulin) der Viren auf. Die freigesetzten Virionen dringen in die Darmzellen ein, vermehren sich dort massiv und befallen anschließend weitere Organe der Larve. Dieser Infektionsprozess führt zu einem raschen Fraßstopp und schließlich nach wenigen Tagen zum Absterben der Raupe. Da das Virus hochspezifisch ist, wirkt es ausschließlich auf den Apfelwickler und sehr eng verwandte Arten.
Resistenzmanagement
Obwohl biologische Virenpräparate ein geringeres Resistenzrisiko aufweisen als viele chemisch-synthetische Insektizide, ist ein systematisches Resistenzmanagement essenziell. In der Vergangenheit traten bei älteren CpGV-Isolaten vereinzelt Feldresistenzen auf, welche durch das in Madex MAX enthaltene Isolat GV-0006 gezielt durchbrochen werden. Dennoch sollte das Produkt in eine umfassende Strategie eingebunden werden, die auf Wirkstoffwechseln (Rotation) basiert. Die Kombination mit der Verwirrungstechnik (Pheromonen) sowie der abwechselnde Einsatz von Insektiziden aus anderen IRAC-Gruppen (wie beispielsweise Spinosynen oder Ryanodin-Rezeptor-Modulatoren) wird dringend empfohlen, um den Selektionsdruck auf die Apfelwickler-Population langfristig gering zu halten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Madex MAX ist mit den meisten gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern gut mischbar. Da Granuloviren jedoch empfindlich auf extreme pH-Werte reagieren, dürfen keine stark alkalischen Produkte (wie z. B. bestimmte Kalkpräparate oder stark alkalische Kupferformulierungen) in der Tankmischung verwendet werden, da diese die schützende Eiweißhülle der Viren vorzeitig auflösen. Zudem sind Viren UV-empfindlich. Eine Ausbringung in den späten Nachmittags- oder Abendstunden sowie die Zugabe von zugelassenen UV-Schutz- oder Lockstoffen (Fressstimulanzien) kann die Persistenz und Wirksamkeit des Belags auf den Blättern und Früchten deutlich verbessern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Das Produkt zeichnet sich durch ein hervorragendes umwelt- und anwenderspezifisches Sicherheitsprofil aus. Es ist als nicht bienengefährlich eingestuft und schont alle relevanten Nützlinge, Wasserorganismen und Regenwürmer. Für den Anwender gelten dennoch die üblichen Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln. Das Tragen von persönlicher Schutzausrüstung (Schutzhandschuhe, langärmelige Arbeitskleidung) beim Anmischen und Ausbringen wird empfohlen, um mögliche Sensibilisierungen durch die Formulierungshilfsstoffe zu vermeiden. Es sind in der Regel keine strengen Gewässerabstandsauflagen erforderlich, die über die gute landwirtschaftliche Praxis hinausgehen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Apfelwickler | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wogegen wird Madex MAX eingesetzt?
Madex MAX ist ein biologisches Insektizid, das gezielt zur Bekämpfung der Larven des Apfelwicklers (Cydia pomonella) im Kernobstbau (z. B. an Äpfeln und Birnen) eingesetzt wird.
Wie funktioniert der Wirkstoff in Madex MAX?
Das Präparat enthält wirtsspezifische Granuloviren. Diese werden von den jungen Raupen beim Fressen aufgenommen, vermehren sich im Körper der Schädlinge und führen innerhalb weniger Tage zu einem Fraßstopp und dem Absterben der Larven.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Anwendung?
Die Anwendung muss exakt zum Zeitpunkt des Larvenschlupfs (L1-Stadium) erfolgen, bevor sich die Raupen tief in die Frucht einbohren. Regionale Prognosemodelle helfen bei der genauen Terminierung der Spritzungen.
Ist Madex MAX gefährlich für Bienen oder Nützlinge?
Nein, das Produkt ist hochselektiv. Es ist als nicht bienengefährlich eingestuft und schont Nützlinge wie Raubmilben, Marienkäfer, Florfliegen und Schlupfwespen vollständig.
Kann ich Madex MAX mit anderen Pflanzenschutzmitteln mischen?
Ja, es ist mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern mischbar. Stark alkalische Produkte sollten jedoch vermieden werden, da ein hoher pH-Wert die Viren zerstören kann.