Carnadine 200
Carnadine 200 von Nufarm ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung saugender und beißender Schaderreger in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Als flüssiges Formulierungskonzentrat (SL) mit dem bewährten Wirkstoff Acetamiprid bietet es eine schnelle Anfangswirkung gepaart mit einer langanhaltenden Dauerwirkung gegen kritische Schädlingspopulationen.
Das breite Zulassungsspektrum umfasst wichtige Kulturen wie Raps, Getreide (darunter Winterweizen und Wintergerste), Kartoffeln sowie den Obstbau (Apfel). Durch die systemische Verteilung im Saftstrom der Kultur werden auch verdeckt sitzende Schaderreger sowie der Neuzuwachs nach der Behandlung zuverlässig geschützt, was dir eine hohe Flexibilität im Feldmanagement ermöglicht.
Zu den Hauptzielorganismen gehören wirtschaftlich bedeutende Schädlinge wie der Rapsglanzkäfer, der Kartoffelkäfer, verschiedene Rüsslerarten (wie der Rapsstängelrüssler und der Gefleckte Kohltriebrüssler) sowie diverse Blattlausarten und der Apfelwickler. Damit stellt Carnadine 200 ein unverzichtbares Werkzeug für dein integriertes Schädlingsmanagement dar.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Acetamiprid gehört zur chemischen Klasse der Neonicotinoide und ist in die IRAC-Gruppe 4A eingestuft. Er wirkt als Agonist an den nicotinischen Acetylcholinrezeptoren (nAChR) im Nervensystem der Schaderreger. Durch die Bindung an diese Rezeptoren wird die Reizweiterleitung dauerhaft gestört. Dies führt zu einer kontinuierlichen Übererregung des Nervensystems, gefolgt von Krämpfen, Lähmungen und schließlich dem raschen Absterben der Schädlinge. Acetamiprid zeichnet sich durch seine ausgeprägte systemische und translaminare Aktivität aus. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff schnell in das Blattgewebe ein und verteilt sich akropetal mit dem Saftstrom der Kultur nach oben. Dies sichert eine hervorragende Tiefenwirkung: Auch versteckt sitzende Schaderreger auf den Blattunterseiten oder im Inneren des Bestandes werden zuverlässig erfasst, sobald sie an der Kultur saugen oder fressen.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung vorzubeugen, solltest du Carnadine 200 stets im Rahmen einer vorausschauenden Spritzfolge einsetzen. Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen mit Wirkstoffen der IRAC-Gruppe 4A in derselben Saison und wechsle stattdessen konsequent auf Insektizide mit anderen Wirkmechanismen (wie z. B. Pyrethroide der IRAC-Gruppe 3A). Nutze zudem alle pflanzenbaulichen und mechanischen Maßnahmen des integrierten Pflanzenschutzes, um den Selektionsdruck auf die Schaderregerpopulationen so gering wie möglich zu halten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Carnadine 200 ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und Blattdüngern mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität mit einem pH-Wert im leicht sauren bis neutralen Bereich und vermeide extrem kaltes Wasser. Die Zugabe eines geeigneten Netzmittels kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme insbesondere bei Kulturen mit einer ausgeprägten Wachsschicht optimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Carnadine 200 ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (einschließlich Schutzanzug, robusten Schutzhandschuhen und Augenschutz) bei der Ansetzung und Ausbringung der Spritzbrühe unerlässlich. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse im Datensatz angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und Behandlungen bevorzugt in die Abendstunden nach dem täglichen Bienenflug verlegen. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik strikt zu minimieren, um aquatische Organismen und die Umwelt zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Große Getreideblattlaus, Haferblattlaus | 21–75 | 0.15 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Sommergerste | Große Getreideblattlaus, Haferblattlaus | 30–69 | 0.15 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Krambe | Rapsglanzkäfer | 51–59 | 0.18 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Einkorn | Blattläuse | 21–75 | 0.15 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Emmer | Blattläuse | 21–75 | 0.15 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Winterroggen | Große Getreideblattlaus, Haferblattlaus | 21–75 | 0.15 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Phacelia | Blattläuse | — | 0.15 LITER_PER_HECTARE | — |
| Apfel | Blattläuse | 71–99 | 0.125 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Kartoffel | Kartoffelkäfer | — | 0.125 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Sommerroggen | Blattläuse | 21–75 | 0.15 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Winterhartweizen | Große Getreideblattlaus, Haferblattlaus | 21–75 | 0.15 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Sommertriticale | Blattläuse | 21–75 | 0.15 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Sommerraps | Blattläuse | 51–59 | 0.18 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Wintergerste | Große Getreideblattlaus, Haferblattlaus | 21–75 | 0.15 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Winterraps | Rapsstängelrüssler | 31–39 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Apfel | Apfelwickler | 71–99 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Krambe | Blattläuse | 51–59 | 0.18 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Serradella | Blattläuse | — | 0.15 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Gefleckter Kohltriebrüssler | 31–39 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Süßkartoffel | Blattläuse | — | 0.15 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Sommerraps | Gefleckter Kohltriebrüssler | 31–39 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Oelrettich | Blattläuse | — | 0.15 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Große Getreideblattlaus, Haferblattlaus | 21–75 | 0.15 LITER_PER_HECTARE | 28T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen den Rapsglanzkäfer mit Carnadine 200?
Du solltest den Zuflug der Käfer in den Rapsbestand genau überwachen, beispielsweise mithilfe von Gelbschalen. Eine Behandlung ist ab dem Knospenstadium (BBCH-Stadium 51 bis 59) ratsam, sobald die wirtschaftlichen Schadschwellen überschritten sind. Da der Wirkstoff systemisch wirkt, schützt er auch den Neuzuwachs der Knospen hervorragend vor dem Lochfraß.
Wie verhält sich Carnadine 200 bei kühleren oder sehr warmen Temperaturen im Frühjahr?
Im Gegensatz zu vielen Pyrethroiden, deren Wirkung bei höheren Temperaturen spürbar nachlässt, zeigt der Wirkstoff Acetamiprid eine temperaturunabhängige und sehr stabile Leistung. Du kannst das Pflanzenschutzmittel daher sowohl an kühleren Tagen als auch bei wärmerer Witterung zuverlässig einsetzen, sofern die Schaderreger aktiv sind und den Wirkstoff aufnehmen.
Kann ich Carnadine 200 in einer Tankmischung mit Bor-Blattdüngern im Raps anwenden?
Ja, eine Mischung mit Bor ist in der landwirtschaftlichen Praxis üblich. Du solltest jedoch darauf achten, zuerst den Bor-Dünger im Spritztank vollständig aufzulösen, bevor du Carnadine 200 hinzugibst. Verwende ausreichend Wasser, halte das Rührwerk kontinuierlich in Betrieb und bringe die Spritzbrühe zeitnah aus, um Ausfällungen zu vermeiden.
Wie finde ich heraus, ob Carnadine 200 für eine bestimmte Sonderkultur in Deutschland zugelassen ist?
Du kannst die offizielle Online-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nutzen oder direkt auf agronomy.farmable.tech nach der Registrierungsnummer 00B072-00 filtern. Dort siehst du alle aktuell genehmigten Anwendungen, einschließlich eventueller Notfallzulassungen oder Genehmigungen für kleinere Kulturen nach Artikel 51.
Warum ist die genaue Einhaltung der Wartezeit bei Kartoffeln und Äpfeln so wichtig?
Die Wartezeit stellt sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände in den geernteten Kartoffeln oder Äpfeln weit unter den gesetzlich zulässigen Grenzwerten liegen. Plane deine Abschlussbehandlung daher präzise rückwärts vom voraussichtlichen Erntetermin, um die für die jeweilige Kultur vorgeschriebenen Tage exakt einzuhalten.
Hilft Carnadine 200 auch dabei, die Übertragung von Viren im Getreide zu verhindern?
Ja, durch die schnelle Knock-down-Wirkung und die systemische Verteilung im Blattgewebe werden saugende Blattläuse (wie die Große Getreideblattlaus und die Haferblattlaus) rasch gestoppt. Dies reduziert das Risiko einer Übertragung von Pflanzenviren, wie dem Gerstengelbverzwergungsvirus (BYDV), in deinen Getreidebeständen erheblich.