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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Zingis

BVL Zul.-Nr. 00A197-60

Zingis ist ein hochmodernes, flüssiges Herbizid von Bayer CropScience, das speziell für den Einsatz im Mais (Zea mays) entwickelt wurde. Es kombiniert zwei leistungsstarke Wirkstoffe mit einem hocheffizienten Safener, um ein breites Spektrum an einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern im Nachauflauf zu bekämpfen. Durch diese Kombination bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Flexibilität und sichert die Ertragsleistung der Kultur in kritischen frühen Entwicklungsstadien.

Die innovative Formulierung sorgt für eine schnelle Wirkstoffaufnahme über das Blatt und eine zuverlässige Verteilung in den Schadpflanzen. Dank des breiten Wirkungsspektrums erfasst Zingis sowohl typische Problemunkräuter als auch wichtige Ungräser im Maisanbau, was es zu einem zentralen Baustein in modernen Herbizidstrategien macht.

Wirkstoffe

Isoxadifen
134 g/L · Safener
Tembotrione
345 g/L · Wirkstoff
Thiencarbazone
68 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirkung von Zingis beruht auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Tembotrione gehört zur HRAC-Gruppe 27 (HPPD-Inhibitoren). Er blockiert das Enzym Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase, was die Biosynthese von Plastochinon und in der Folge von Carotinoiden stört. Ohne Carotinoide wird das Chlorophyll durch Sonnenlicht zerstört, was zu den charakteristischen, intensiven Aufhellungen (Bleaching) und dem anschließenden Absterben der Schaderreger führt. Der zweite Wirkstoff, Thiencarbazone, gehört zur HRAC-Gruppe 2 (ALS-Inhibitoren). Er hemmt das Enzym Acetolactat-Synthase, welches für die Synthese essenzieller Aminosäuren (Valin, Leucin, Isoleucin) unerlässlich ist. Dies führt zu einem sofortigen Wachstumsstopp der Unkräuter. Der enthaltene Safener Isoxadifen-ethyl sorgt dafür, dass die Maispflanzen die herbiziden Wirkstoffe extrem schnell abbauen und metabolisieren können, wodurch eine hervorragende Kulturverträglichkeit gewährleistet wird, während die Schaderreger voll erfasst werden.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen Unkräutern und Ungräsern wirksam vorzubeugen, solltest du Zingis stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Da das Produkt bereits zwei unterschiedliche Wirkmechanismen (HRAC 2 und 27) kombiniert, ist das inhärente Risiko minimiert. Dennoch empfiehlt es sich, in der Fruchtfolge Wirkstoffe aus anderen HRAC-Klassen abzuwechseln oder in Tankmischung einzusetzen. Achte zudem auf pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine sorgfältige Bodenbearbeitung und eine abwechslungsreiche Fruchtfolge, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen zu reduzieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Zingis zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Maisherbiziden sowie flüssigen Mikronährstoffdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe auf physikalische Stabilität durchführen. Die Zugabe von geeigneten Additiven kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme insbesondere unter trockenen Witterungsbedingungen optimieren. Verwende ausreichend Wasser und achte auf eine gleichmäßige Benetzung der Zielflächen, idealerweise bei hoher Luftfeuchtigkeit am Morgen oder Abend.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Zingis steht der Schutz von Anwender und Umwelt an erster Stelle. Trage während der Handhabung und Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robustem Schuhwerk und Schutzhandschuhen. Da für dieses Pflanzenschutzmittel spezifische Schutzauflagen gelten, solltest du Abdriften auf angrenzende Flächen und Gewässer unbedingt vermeiden. Um nützliche Insekten und insbesondere Bienen zu schonen, empfiehlt es sich, die Anwendung nicht auf blühende Bestände oder Bereiche auszubringen, in denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Verlege die Behandlung bei Bedarf in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–160.29 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Zingis im Mais?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf des Maises, idealerweise wenn die Unkräuter und Ungräser gerade aufgelaufen sind und sich im aktiven Wachstum befinden (Keimblatt- bis Laubblattstadium). Zu diesem Zeitpunkt sind die Schaderreger besonders empfindlich, und du erzielst die maximale biologische Wirkung.

Wie wirkt sich die Witterung auf die Effizienz der Behandlung aus?

Warme, wüchsige Witterung mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigt die Wirkstoffaufnahme und den Transport in der Pflanze, was zu einem schnelleren Absterben der Unkräuter führt. Vermeide Behandlungen bei extremer Hitze über 25 °C oder starker Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit, um Stress für die Kultur zu minimieren; weiche stattdessen auf die kühleren Abendstunden aus.

Kann ich Zingis auch bei Spätverunkrautung einsetzen?

Zingis ist für den frühen Nachauflauf optimiert. Wenn du eine sehr späte Verunkrautung bekämpfen musst, solltest du prüfen, ob die Unkräuter bereits zu groß sind. Bei überständigen Unkräutern lässt die Wirkung nach. Achte darauf, die Behandlung innerhalb des zugelassenen BBCH-Fensters der Kultur abzuschließen.

Warum ist der Wirkstoff Isoxadifen in diesem Pflanzenschutzmittel enthalten?

Isoxadifen ist ein sogenannter Safener. Er besitzt selbst keine herbizide Wirkung, stimuliert aber in der Maispflanze gezielt den enzymatischen Abbau der Herbizidwirkstoffe. Dadurch verträgt der Mais die Behandlung hervorragend und erleidet keinen Wachstumsstopp, während die Unkräuter ungeschützt absterben.

Was muss ich beim Ansetzen der Spritzbrühe beachten?

Befülle den Spritztank zunächst zu zwei Dritteln mit sauberem Wasser und starte das Rührwerk. Gib Zingis langsam hinzu, damit sich die Formulierung vollständig auflösen und verteilen kann. Erst danach fügst du eventuelle Mischpartner oder Additive hinzu und füllst den Tank mit Wasser auf. Bringe die Spritzbrühe immer direkt nach dem Ansetzen aus.

Wie erkenne ich, ob die Behandlung gegen die Unkräuter erfolgreich war?

Bereits wenige Tage nach der Spritzung stoppt das Wachstum der Schaderreger. Typisch für den Wirkstoff Tembotrione ist ein intensives Ausbleichen (Weißfärbung) der jüngsten Blätter der Unkräuter. Nach ein bis zwei Wochen nekrotisieren diese Gewebe vollständig, und die Schadpflanzen sterben ab.