ZEUS
ZEUS ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid zur Bekämpfung einer Vielzahl von pilzlichen Schaderregern in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Azoxystrobin (250 g/l) bietet dieses Pflanzenschutzmittel, das typischerweise als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert ist, einen hervorragenden Schutz vor wirtschaftlich bedeutenden Krankheiten wie Rostpilzen, Echtem und Falschem Mehltau sowie verschiedenen Blatt- und Fruchtfleckenkrankheiten.
Dank seiner systemischen und translaminaren Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff nach der Anwendung optimal in der Kultur. Dies sorgt nicht nur für einen zuverlässigen Schutz der behandelten Pflanzenteile, sondern schützt auch den Neuzuwachs über einen längeren Zeitraum hinweg. ZEUS hat sich als flexibler Baustein im modernen Pflanzenschutz etabliert, der sowohl im Ackerbau (z. B. in Getreide und Kartoffeln) als auch im Gemüse- und Sonderkulturanbau (wie Erdbeeren und Zwiebelgemüse) erfolgreich eingesetzt wird.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in ZEUS enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, Qo-Inhibitoren). Die biochemische Wirkung beruht auf der gezielten Hemmung der mitochondrialen Atmung der Pilzzellen. Azoxystrobin blockiert den Elektronentransport im Cytochrom-bc1-Komplex (Komplex III) an der Außenfläche der inneren Mitochondrienmembran (Qo-Stelle). Dadurch wird die ATP-Synthese unterbrochen, was zum Energiemangel und letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Diese Wirkungsweise betrifft vor allem die Keimung der Sporen sowie das frühe Myzelwachstum des Pilzes. Da der Wirkstoff vorbeugend (protektiv) und in gewissem Maße kurativ wirkt, verhindert er die Etablierung von Infektionen im Gewebe der Kultur. Die translaminare Verteilung sorgt zudem dafür, dass auch die Blattunterseiten geschützt werden, wenn das Pflanzenschutzmittel nur auf die Blattoberfläche appliziert wurde.
Resistenzmanagement
Da Azoxystrobin als Qo-Inhibitor (FRAC-Gruppe 11) ein hohes Risiko für die Resistenzentwicklung aufweist, ist ein konsequentes Antiresistenzmanagement zwingend erforderlich. Du solltest ZEUS daher immer im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus einsetzen. Zudem ist die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den BVL-Zulassungsbestimmungen strikt einzuhalten, und das Pflanzenschutzmittel sollte bevorzugt vorbeugend bei beginnendem Infektionsdruck ausgebracht werden, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
ZEUS zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe (Kübeltest) durchführen. Um die Benetzung und Wirkstoffaufnahme insbesondere bei Kulturen mit ausgeprägter Wachsschicht zu optimieren, kann der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels sinnvoll sein. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung der Kultur, idealerweise bei windstillem Wetter und moderaten Temperaturen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit ZEUS ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, während der Anmischung und Ausbringung obligatorisch. Zum Schutz von Nichtzielorganismen wie Bienen und anderen Bestäubern sollte die Anwendung nicht in blühende Bestände oder an Orten erfolgen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; weiche hierzu bevorzugt auf die späten Abendstunden aus. Da der Wirkstoff Azoxystrobin als gewässerbelastend gilt, müssen Abdriften in Oberflächengewässer strikt vermieden und die allgemeinen Abstandsauflagen sowie der Einsatz driftmindernder Technik konsequent beachtet werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weichweizen | Braunfleckigkeit (Septoria nodorum), Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita) | 30–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Erdbeeranthraknose (Colletotrichum acutatum), Echter Mehltau (Sphaerotheca macularis) | 55–89 | 1 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Raps | Sclerotinia sclerotiorum | 60–65 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Roggen | Rhynchosporium secalis | 30–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Salate | Falscher Mehltau (Bremia lactucae) | 14–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Schalotte | Falscher Mehltau (Peronospora destructor) | 14–48 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Erbse | Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi) | 17–72 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Erdbeere | Erdbeeranthraknose (Colletotrichum acutatum), Echter Mehltau (Sphaerotheca macularis) | 55–89 | 1 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Roggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Blumenkohl | Mycosphaerella brassicicola, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida) | 16–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Erbse | Falscher Mehltau (Peronospora viciae) | 17–72 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Endivien | Falscher Mehltau (Bremia lactucae) | 14–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Brokkoli | Mycosphaerella brassicicola, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida) | 16–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Speisezwiebel | Falscher Mehltau (Peronospora destructor) | 14–48 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Roggen | Schwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis) | 31–32 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Staudenkohl | Mycosphaerella brassicicola, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida) | 16–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Kartoffel | Colletotrichum coccodes | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weichweizen | Schwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis) | 31–32 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Rhizoctonia solani | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Rosenkohl | Mycosphaerella brassicicola, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida) | 16–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Lupine-Arten | Rostpilze | 60–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Erbse | Falscher Mehltau (Peronospora viciae) | 17–72 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Spargel | Laubkrankheit (Stemphylium botryosum), Spargelrost (Puccinia asparagi) | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Schwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis) | 31–32 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erbse | Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi) | 17–72 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Ackerbohne | Ackerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae) | 60–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Grünkohl | Mycosphaerella brassicicola, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida) | 16–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Buschbohne | Falscher Mehltau (Peronospora viciae) | 60–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Dicke Bohne | Ackerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae) | 60–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Kartoffel | Dürrfleckenkrankheit (Alternaria solani) | 51–85 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Endivien | Falscher Mehltau (Bremia lactucae) | 14–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Raps | Alternaria Arten (Alternaria sp.) | 71–99 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Knoblauch | Falscher Mehltau (Peronospora destructor) | 14–48 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Futtererbse | Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi) | 17–72 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Gerste | Rhynchosporium secalis, Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei) | 30–59 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futtererbse | Falscher Mehltau (Peronospora viciae) | 17–72 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl) | Mycosphaerella brassicicola, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida) | 16–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Porree | Phytophthora porri, Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri), Porreerost (Puccinia porri) | 16–48 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Hafer | Haferkronenrost (Puccinia coronata) | 30–59 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Möhre | Möhrenschwärze (Alternaria dauci), Echter Mehltau (Erysiphe betae) | 16–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Weichweizen | Cladosporium-Arten, Alternaria Arten (Alternaria sp.) | 61–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Salate | Falscher Mehltau (Bremia lactucae) | 14–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit ZEUS?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im vorbeugenden Bereich (protektiv), also kurz vor oder bei den ersten sichtbaren Anzeichen einer Infektion durch den Schaderreger. Achte auf die regionalen Warndienstaufrufe und die spezifischen BBCH-Stadien deiner Kultur, um den optimalen Schutz zu gewährleisten.
Wie oft darf ich ZEUS in einer Saison auf derselben Fläche anwenden?
Um die Wirksamkeit des Wirkstoffs Azoxystrobin langfristig zu sichern und Resistenzen vorzubeugen, ist die Anzahl der Anwendungen pro Kultur und Jahr streng begrenzt. In der Regel liegt das Limit bei 1 bis maximal 3 Behandlungen – die genaue Anzahl entnimmst du bitte den spezifischen Zulassungsauflagen für deine jeweilige Kultur.
Kann ich ZEUS auch bei feuchtem Wetter oder kurz vor Regen spritzen?
Nach dem Antrocknen des Spritzbelags auf den Blättern ist ZEUS sehr regenfest. Du solltest die Anwendung jedoch nicht unmittelbar vor einem angekündigten Starkregen durchführen, da der Wirkstoff Zeit benötigt, um translaminar in das Gewebe der Kultur einzudringen (meist reichen 1 bis 2 Stunden Trockenzeit aus).
Was muss ich bezüglich der Wartezeit (PHI) vor der Ernte beachten?
Die Wartezeit ist stark kulturabhängig und variiert bei ZEUS zwischen 3 und 35 Tagen. Plane deine Behandlungen daher vorausschauend und stimme den letzten Anwendungstermin exakt mit dem geplanten Erntedatum deiner Kultur ab, um Rückstände sicher zu vermeiden.
Wie finde ich heraus, ob ZEUS für meine spezielle Kultur und meinen Schaderreger zugelassen ist?
Nutze hierzu einfach die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Gib dort den Namen deiner Kultur oder den spezifischen Schaderreger ein, um sofort alle aktuell in Deutschland (BVL) registrierten Anwendungen und die dazugehörigen Aufwandmengen einzusehen.