YAWL
YAWL ist ein moderner Wachstumsregler, der speziell für die Optimierung der Standfestigkeit in einer Vielzahl von Getreidekulturen entwickelt wurde. Formuliert als flüssiges Konzentrat mit dem bewährten Wirkstoff Prohexadion (50 g/l), bietet das Pflanzenschutzmittel von DE SANGOSSE eine zuverlässige Lösung für den professionellen Ackerbau. Die Zulassung umfasst wichtige Kulturen wie Winter- und Sommerweizen, Winter- und Sommergerste, Winterroggen, Triticale sowie Hafer.
Das primäre Einsatzgebiet von YAWL ist die gezielte Halmverkürzung. Durch die Einkürzung der Internodien und die gleichzeitige Stärkung der Halmwand wird das Risiko von Lagerbildung (Lagern des Getreides) signifikant reduziert. Dies ist besonders in ertragsstarken Beständen oder bei intensiver Stickstoffdüngung entscheidend, um Ernteverluste zu verhindern und die Kornqualität bis zur Ernte zu sichern.
Dank seiner modernen Formulierung wird der Wirkstoff schnell von den grünen Pflanzenteilen aufgenommen und systemisch in der Kultur verteilt. Dies sorgt für eine hohe Regenfestigkeit und eine flexible Handhabung im Frühjahr, wenn die Bestände in die entscheidende Schossphase übergehen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in YAWL enthaltene Wirkstoff Prohexadion greift direkt in den Hormonhaushalt der Kultur ein. Er blockiert die Biosynthese von aktiven Gibberellinen, indem er die späten Schritte dieses Synthesewegs (insbesondere die 3beta-Hydroxylierung) hemmt. Da Gibberelline maßgeblich für das Streckungswachstum der Pflanzenzellen verantwortlich sind, führt dieser Mangel zu einer gezielten Hemmung des Längenwachstums der Internodien. Ein besonderer Vorteil von Prohexadion ist seine temperaturunabhängige und schnelle Wirkung im Vergleich zu älteren Wirkstoffklassen. Da der Wirkstoff in der Kultur relativ rasch abgebaut wird, bleibt das Risiko von langanhaltenden Wachstumsdepressionen unter plötzlichen Stressbedingungen (wie Trockenheit oder Hitze) minimiert. Die Wirkung entfaltet sich am besten, wenn sich die Kultur in einer aktiven Wachstumsphase befindet.
Resistenzmanagement
Da es sich bei Prohexadion um einen Wachstumsregler und nicht um ein Fungizid oder Herbizid handelt, steht das klassische Resistenzmanagement hier nicht im Vordergrund. Dennoch solltest du zur Vermeidung von physiologischen Anpassungen und zur Schonung der Kultur YAWL stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenbaus einsetzen. Dazu gehören die standortgerechte Sortenwahl mit guter natürlicher Standfestigkeit, eine angepasste Stickstoffdüngung sowie die Abstimmung der Aufwandmenge auf das tatsächliche Lagerrisiko und den aktuellen Entwicklungszustand der Kultur.
Mischbarkeit & Tankmischung
YAWL zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit gängigen Pflanzenschutzmitteln aus, darunter viele Fungizide und Herbizide sowie flüssige Blattdünger. Um die Aufnahme des Wirkstoffs insbesondere unter kühlen oder trockenen Bedingungen zu optimieren, kann die Zugabe von Ammoniumsulfat oder einem geeigneten Netzmittel vorteilhaft sein. Vermeide jedoch Tankmischungen mit stark alkalischen Produkten, da diese die Stabilität des Wirkstoffs beeinträchtigen können. Vor der Ansetzung größerer Spritzbrühen wird stets eine physische Mischbarkeitsprobe empfohlen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit YAWL ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe erforderlich. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in den Abendstunden durchführen. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und die umliegende Flora und Fauna zu schützen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommergerste | Halmverkürzung | 29–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhafer | Halmverkürzung | 29–39 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Halmverkürzung | 29–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommertriticale | Halmverkürzung | 29–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Halmverkürzung | 29–39 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhafer | Halmverkürzung | 29–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommertriticale | Halmverkürzung | 29–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Halmverkürzung | 29–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhafer | Halmverkürzung | 29–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Halmverkürzung | 29–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Halmverkürzung | 29–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Halmverkürzung | 29–39 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhafer | Halmverkürzung | 29–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Halmverkürzung | 29–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Halmverkürzung | 29–39 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommertriticale | Halmverkürzung | 29–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Halmverkürzung | 29–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommertriticale | Halmverkürzung | 29–39 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Halmverkürzung | 29–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Halmverkürzung | 29–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Halmverkürzung | 29–39 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Halmverkürzung | 29–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Halmverkürzung | 29–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Halmverkürzung | 29–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Halmverkürzung | 29–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhafer | Halmverkürzung | 29–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Halmverkürzung | 29–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Halmverkürzung | 29–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Halmverkürzung | 29–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Halmverkürzung | 29–39 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Halmverkürzung | 29–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Halmverkürzung | 29–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhafer | Halmverkürzung | 29–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhafer | Halmverkürzung | 29–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Halmverkürzung | 29–39 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhafer | Halmverkürzung | 29–39 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von YAWL zur Halmverkürzung?
Der zugelassene Anwendungszeitraum erstreckt sich von BBCH 29 (Ende der Bestockung) bis BBCH 39 (Fahnenblattstadium). Für eine maximale Wirkung auf die Standfestigkeit solltest du die Behandlung idealerweise zu Beginn des Schossens (BBCH 31–32) durchführen, da in dieser Phase die für die Stabilität entscheidenden unteren Internodien eingekürzt werden.
Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von YAWL?
Da Prohexadion über das aktive Wachstum der Kultur aufgenommen und transportiert wird, erzielst du die besten Ergebnisse bei wüchsigem Wetter mit ausreichend Licht und Temperaturen ab ca. 10 °C. Vermeide die Anwendung bei extremen Temperaturen, Frostgefahr oder wenn die Kultur unter starkem Trocken- oder Nährstoffstress steht.
Kann ich YAWL in einer Tankmischung mit Fungiziden kombinieren?
Ja, YAWL ist im Allgemeinen sehr gut mit den meisten gängigen Getreidefungiziden mischbar. Eine solche Kombination spart nicht nur eine Überfahrt, sondern kann durch die Gesunderhaltung der Blätter auch die Vitalität der Kultur unterstützen, was wiederum die Aufnahme und Wirkung des Wachstumsreglers begünstigt.
Warum ist die Halmverkürzung bei Getreide so wichtig für meinen Ertrag?
Eine gezielte Halmverkürzung verhindert das gefürchtete Lagern des Getreides vor der Ernte. Lagerndes Getreide führt zu erheblichen Ernteverlusten, mindert die Kornqualität durch erhöhte Feuchtigkeit und Pilzbefall und erschwert den Mähdrusch massiv. YAWL sichert somit deine Ertragsleistung und Ernteeffizienz ab.
Gibt es Einschränkungen bezüglich der Kulturverträglichkeit bei gestressten Beständen?
Obwohl YAWL eine hervorragende Kulturverträglichkeit aufweist, solltest du bei Beständen, die durch Staunässe, Herbizidschäden, extremen Nährstoffmangel oder Frost geschwächt sind, vorsichtig sein. In solchen Stresssituationen empfiehlt es sich, die Behandlung zu verschieben, bis sich die Kultur wieder im aktiven Wachstum befindet.
Wie finde ich heraus, ob YAWL für meine spezifische Getreidesorte geeignet ist?
YAWL ist für alle wichtigen Getreidearten (Weizen, Gerste, Roggen, Triticale, Hafer) zugelassen. Da die Standfestigkeit und die Reaktion auf Wachstumsregler jedoch sortenspezifisch variieren können, solltest du die offiziellen Sortenempfehlungen der Landwirtschaftskammern heranziehen oder dich direkt an deinen pflanzenbaulichen Berater wenden, um die Aufwandmenge optimal anzupassen.