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Sonstige · XEDA International S. A.

Xedathane-HN

BVL Zul.-Nr. 008338-00

Xedathane-HN ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel von XEDA International S.A., das für den gezielten Schutz von Erntegütern während der Lagerung entwickelt wurde. Formuliert als Heißnebelmittel (HN) mit dem bewährten Wirkstoff Pyrimethanil (156 g/L), ermöglicht dieses Produkt eine lückenlose und hocheffiziente Nachentebehandlung (Post-Harvest-Therapie). Durch die thermische Vernebelung verteilt sich der Wirkstoff als ultra-feiner Schwebstoff gleichmäßig im gesamten Lagerraum.

Das Produkt ist darauf ausgerichtet, wertvolle Kulturen vor den wirtschaftlich verheerenden Folgen von Lagerfäulen zu schützen. Da viele Schaderreger erst während der Lagerphase sichtbar werden, aber bereits bei der Ernte oder durch kleinste Verletzungen in die Frucht eindringen, bietet Xedathane-HN einen entscheidenden Schutzschild genau zum kritischen Zeitpunkt des Einlagerns.

Durch die präzise Applikation im geschlossenen Raum wird eine exzellente Abdeckung aller Fruchtoberflächen erreicht, selbst in dicht gestapelten Großkisten. Dies macht Xedathane-HN zu einem unverzichtbaren Baustein für Erzeuger, die auf eine langfristige Qualitätssicherung und die Minimierung von Ausschussware im Lager setzen.

Wirkstoffe

Pyrimethanil
156 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Xedathane-HN enthaltene Wirkstoff Pyrimethanil gehört zur chemischen Klasse der Anilinopyrimidine und ist in die FRAC-Gruppe 9 eingestuft. Sein biochemischer Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der Methionin-Biosynthese im Pilzorganismus. Da Methionin eine essenzielle Aminosäure ist, führt diese Blockade dazu, dass der Schaderreger keine lebensnotwendigen Proteine und Enzyme mehr synthetisieren kann. Ein wesentlicher Aspekt dieser Wirkung ist die verhinderte Sekretion von hydrolytischen Enzymen (wie Pektinasen und Cellulasen) durch den Pilz, welche dieser benötigt, um die pflanzliche Zellwand der Kultur zu durchdringen. Dadurch wird das Keimschlauchwachstum sowie die Myzelentwicklung effektiv gestoppt. Pyrimethanil zeichnet sich zudem durch eine ausgeprägte Dampfphase-Aktivität aus, was bedeutet, dass sich der Wirkstoff auch über die Gasphase im Lagerraum verteilt und so einen passiven Schutz auf benachbarten Fruchtoberflächen aufbaut.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen Wirkstoffe aus der FRAC-Gruppe 9 (Anilinopyrimidine) zu minimieren, musst du eine strikte Antiresistenzstrategie verfolgen. Vermeide es, Pyrimethanil-basierte Produkte sowohl im Freiland als auch nach der Ernte übermäßig oft hintereinander einzusetzen. Wenn du bereits vor der Ernte Fungizide aus derselben Wirkstoffklasse in der Kultur ausgebracht hast, solltest du für die Nachentebehandlung alternative Wirkmechanismen in Betracht ziehen oder diese durch strenge Hygienemaßnahmen im Lager (wie die Desinfektion von Kisten und Räumen) flankieren, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger-Populationen so gering wie möglich zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da Xedathane-HN als Heißnebelmittel (HN) in speziellen Heißnebelgeräten direkt verdampft wird, sind klassische Tankmischungen in der Feldspritze nicht relevant. Falls eine Kombination mit anderen gasförmigen oder vernebelbaren Mitteln im Lagerraum beabsichtigt ist, musst du vorab unbedingt die Verträglichkeit und die technischen Vorgaben der Gerätehersteller prüfen. Achte darauf, dass das Nebelgerät sauber, rückstandsfrei und präzise kalibriert ist, um eine thermische Zersetzung des Wirkstoffs Pyrimethanil während des Verdampfungsprozesses zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Xedathane-HN steht der Anwenderschutz an erster Stelle. Da die Applikation als feiner Heißnebel in geschlossenen Räumen erfolgt, ist das Betreten des behandelten Raumes während des Nebelvorgangs und der anschließenden Einwirkzeit ohne schwere persönliche Schutzausrüstung (insbesondere Atemschutzmaske mit geeignetem Gas-/Partikelfilter und gasdichter Schutzanzug) strengstens untersagt. Da die Anwendung im Innenbereich stattfindet, ist das direkte Risiko für Bienen und Gewässer im Vergleich zu Freilandanwendungen stark reduziert. Dennoch musst du sicherstellen, dass beim anschließenden Belüften der Lagerräume keine Nebelschwaden in die Umwelt oder in die Nähe von blühenden Pflanzen driften, auf denen Bienen fliegen könnten. Reste des Mittels oder Reinigungsflüssigkeiten dürfen niemals in die Kanalisation oder in Oberflächengewässer gelangen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
—Allgemein—0 GRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wie funktioniert die Heißnebel-Anwendung (HN) mit Xedathane-HN in der Praxis?

Bei der Heißnebel-Anwendung wird das flüssige Pflanzenschutzmittel in einem speziellen Heißnebelgerät durch Hitze verdampft. Der entstehende ultra-feine Nebel verteilt sich selbstständig und extrem gleichmäßig im gesamten, luftdicht verschlossenen Lagerraum. Dadurch erreicht der Wirkstoff auch die Früchte im Inneren von dicht gestapelten Großkisten, die mit normalen Spritzverfahren nicht benetzt werden könnten.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit Xedathane-HN?

Die Behandlung sollte so schnell wie möglich nach der Ernte und dem Einbringen der Kultur in das Lager erfolgen. Am besten führst du die Vernebelung durch, bevor die Früchte vollständig auf die finale Lagertemperatur heruntergekühlt sind, da die Wirkstoffaufnahme und -verteilung bei noch leicht warmen Früchten und aktiver Raumzirkulation optimal unterstützt wird.

Wie lange muss das Lager nach der Vernebelung verschlossen bleiben?

Um eine maximale Wirkung des Pyrimethanils zu gewährleisten, muss der Lagerraum für die vom Hersteller empfohlene Einwirkzeit (in der Regel mehrere Stunden bis zu einem Tag) absolut luftdicht verschlossen bleiben. Erst nach Ablauf dieser Phase und einer anschließenden gründlichen Belüftung darfst du den Raum wieder ohne Schutzausrüstung betreten.

Kann ich Xedathane-HN anwenden, wenn ich im Freiland bereits Anilinopyrimidine gespritzt habe?

Aus Sicht des Resistenzmanagements ist das kritisch. Wenn du in der laufenden Saison bereits Fungizide aus der FRAC-Gruppe 9 (wie z.B. bestimmte Schorf- oder Botrytismittel) im Freiland eingesetzt hast, solltest du nach der Ernte möglichst auf einen anderen Wirkstoff zurückgreifen, um die Selektion resistenter Pilzstämme im Lager zu verhindern.

Welche baulichen Voraussetzungen muss mein Lager für die Anwendung erfüllen?

Dein Lagerraum muss sich komplett abdichten lassen, damit der Heißnebel nicht unkontrolliert ins Freie entweicht. Zudem müssen alle Umluft- und Kühlanlagen während des eigentlichen Nebelvorgangs abgeschaltet werden, um eine vorzeitige Kondensation des Wirkstoffs an den Kühlregistern zu verhindern. Erst nach dem Absetzen des Nebels kann die interne Luftzirkulation zur gleichmäßigen Verteilung wieder kurzzeitig aktiviert werden.