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Sonstige · Luxembourg Pamol (Cyprus) Ltd.

Veriphos

BVL Zul.-Nr. 027207-00

Veriphos ist ein hochkonzentriertes, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von bedeutenden pilzlichen Schaderregern im Wein-, Beeren- und Gemüsebau. Mit einem Wirkstoffgehalt von 755 g/l Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit) ist das flüssige Formulierungskonzept optimal auf eine schnelle Aufnahme und exzellente Verteilung in der Kultur ausgelegt. Es hat sich als verlässlicher Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz etabliert, insbesondere zur Vitalisierung der Kulturen und zur vorbeugenden Abwehr von Oomyceten.

Das Anwendungsspektrum konzentriert sich vor allem auf schwer bekämpfbare Schaderreger wie den Falschen Mehltau (Plasmopara viticola im Weinbau, Bremia lactucae oder Peronospora sparsa), die Blattfallkrankheit an Johannisbeer-Arten sowie Phytophthora-Arten und Colletotrichum. Durch seine hervorragende systemische Mobilität schützt das Pflanzenschutzmittel nicht nur die behandelten Pflanzenteile, sondern auch den Neuzuwachs der Kulturen über einen längeren Zeitraum hinweg.

Wirkstoffe

Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit)
755 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Kaliumphosphonat besitzt einen dualen Wirkungsmechanismus und wird in die FRAC-Gruppe P07 (Induktoren der pflanzlichen Selbstverteidigung) eingestuft. Einerseits wirkt er direkt translations- und stoffwechselhemmend auf das Myzelwachstum und die Sporenbildung von Oomyceten. Andererseits fungiert er als potenter Elizitor, der die pflanzeneigenen Abwehrmechanismen (systemisch erworbene Resistenz, SAR) triggert. Die Kultur reagiert auf die Applikation mit einer verstärkten Produktion von Phytoalexinen und strukturstärkenden Proteinen, wodurch das Eindringen der Schaderreger effektiv blockiert wird. Da sich der Wirkstoff sowohl akropetal als auch basipetal in den Leitbahnen (Xylem und Phloem) der Kultur verteilt, werden selbst schwer erreichbare Gewebe wie Wurzeln und junge Triebspitzen geschützt. Diese voll-systemische Eigenschaft macht Kaliumphosphonat zu einem unverzichtbaren Werkzeug in Phasen intensiven Wachstums.

Resistenzmanagement

Aufgrund des komplexen, mehrseitigen Wirkungsansatzes (FRAC-Gruppe P07), der sowohl auf die Biologie des Schaderregers als auch auf die Physiologie der Kultur einwirkt, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Kaliumphosphonat als äußerst gering einzustufen. Dennoch solltest du Veriphos stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen einsetzen, die über unterschiedliche Wirkungsmechanismen verfügen. Dies schont nicht nur die Wirksamkeit von Solo-Fungiziden, sondern sichert auch langfristig einen lückenlosen Schutz deiner Kulturen gegen Erreger wie den Falschen Mehltau.

Mischbarkeit & Tankmischung

Veriphos zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch darauf achten, dass der pH-Wert der Spritzbrühe nicht in den stark sauren Bereich absinkt, da dies die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen kann. Mischungen mit stark kupferhaltigen Produkten sollten vorab auf ihre Verträglichkeit geprüft werden, da die systemische Aufnahme von Kupferionen unter dem Einfluss von Phosphonaten verstärkt werden und zu Blattschäden führen kann. Achte stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine homogene Benetzung zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzbrille, zu tragen, um direkten Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse im engeren Sinne ausgewiesen ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen nicht in blühende Kulturen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Verlege die Behandlung bevorzugt in die späten Abendstunden, um Nichtzielorganismen zu schonen und Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope strikt zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Rote JohannisbeereBlattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis)57–994 LITER_PER_HECTARE14T
StachelbeereBlattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis)57–994 LITER_PER_HECTARE14T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)—1 LITER_PER_HECTARE28T
Salat-ArtenFalscher Mehltau (Bremia lactucae)15–494 LITER_PER_HECTARE14T
HimbeerePhytophthora fragariae51–814 LITER_PER_HECTARE5T
Schwarzer HolunderColletotrichum59–994 LITER_PER_HECTARE14T
Weiße JohannisbeereBlattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis)57–994 LITER_PER_HECTARE14T
Schwarze JohannisbeereBlattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis)57–994 LITER_PER_HECTARE14T
BrombeereFalscher Mehltau (Peronospora sparsa)51–814 LITER_PER_HECTARE5T
StachelbeereBlattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis)57–994 LITER_PER_HECTARE14T
Schwarze JohannisbeereBlattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis)57–994 LITER_PER_HECTARE14T
HimbeerePhytophthora fragariae51–814 LITER_PER_HECTARE5T
HeidelbeereColletotrichum59–994 LITER_PER_HECTARE14T
Weiße JohannisbeereBlattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis)57–994 LITER_PER_HECTARE14T
HeidelbeereColletotrichum59–994 LITER_PER_HECTARE14T
BrombeereFalscher Mehltau (Peronospora sparsa)51–814 LITER_PER_HECTARE5T
frische KräuterFalscher Mehltau (Bremia lactucae)15–494 LITER_PER_HECTARE14T
Rote JohannisbeereBlattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis)57–994 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung mit Veriphos gegen Falschen Mehltau?

Der optimale Einsatzzeitpunkt liegt präventiv vor den ersten Infektionsbedingungen, idealerweise ab dem BBCH-Stadium 15 (5. Laubblatt entfaltet). Da das Mittel systemisch wirkt und die pflanzeneigene Abwehr stimuliert, erzielst du die beste Wirkung, wenn sich die Kultur in einer aktiven Wachstumsphase befindet und der Wirkstoff optimal verteilt werden kann.

Kann ich Veriphos auch bei feuchtem Wetter oder kurz vor Regen applizieren?

Da der Wirkstoff Kaliumphosphonat sehr schnell von den grünen Pflanzenteilen aufgenommen wird, ist er bereits nach kurzer Zeit regenfest. Dennoch solltest du darauf achten, dass die Spritzbrühe vor dem nächsten Niederschlag vollständig angetrocknet ist, um eine optimale Wirkstoffaufnahme zu garantieren und ein Abschwemmen zu verhindern.

Warum ist die systemische Wirkung im Beerenobst so vorteilhaft?

Im Beerenobst, wie bei Himbeeren oder Brombeeren, wachsen die Triebe in der Saison extrem schnell. Die voll-systemische Mobilität von Veriphos sorgt dafür, dass der Wirkstoff mit dem Saftstrom in den Neuzuwachs transportiert wird. So bleibt auch neu gebildetes Laub vor Schaderregern wie dem Falschen Mehltau geschützt, ohne dass du ständig nachbehandeln musst.

Wie integriere ich Veriphos am besten in mein bestehendes Spritzprogramm zur Resistenzvermeidung?

Integriere das Mittel als festen Baustein in eine Spritzfolge, bei der du blockweise oder im direkten Wechsel Wirkstoffe mit anderen FRAC-Klassifizierungen einsetzt. Da Kaliumphosphonat (FRAC P07) die Abwehrkräfte der Kultur stärkt, eignet es sich hervorragend als Kombinationspartner, um die Wirkung von Kontakt- oder teilsystemischen Fungiziden abzusichern.

Was muss ich bei der Wartezeit beachten, wenn ich verschiedene Kulturen behandle?

Die Wartezeit (PHI) variiert je nach Kultur und Verwendungszweck erheblich und liegt zwischen 5 und 28 Tagen. Du musst vor der Ernte unbedingt die spezifischen Vorgaben für deine jeweilige Kultur prüfen, um Rückstände zu vermeiden und die gesetzlichen Vorgaben exakt einzuhalten.

Wie verhält sich Veriphos bei Mischungen mit Blattdüngern?

Grundsätzlich ist das Mittel gut mischbar. Du solltest jedoch darauf achten, keine stark sauren Dünger beizumischen, da ein zu niedriger pH-Wert der Spritzbrühe die Kulturverträglichkeit negativ beeinflussen kann. Führe im Zweifel immer einen kleinen Mischungs- und Verträglichkeitstest in einem separaten Gefäß durch, bevor du die gesamte Tankmischung ansetzt.