Alle Mittel
Sonstige · Barclay Chemicals (R&D) Ltd.

Valentia

BVL Zul.-Nr. 00A191-00

Valentia ist ein leistungsstarkes, flüssiges Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste und Mais. Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffe bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine breite und zuverlässige Wirkung gegen ein breites Spektrum an breitblättrigen Unkräutern, die in Getreide- und Maisbeständen ertragsschädigend auftreten können.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus und ermöglicht eine flexible Anwendung im Frühjahr. Dank der systemischen Eigenschaften der Wirkstoffe wird das Herbizid schnell von den Blättern der Schaderreger aufgenommen und in der gesamten Pflanze verteilt, was zu einem raschen Wachstumsstopp und dem anschließenden Absterben der Unkräuter führt.

Wirkstoffe

Florasulam
2 g/L · Wirkstoff
Fluroxypyr
144 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirkung von Valentia basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Florasulam gehört zur HRAC-Gruppe 2 (ehemals Gruppe B) und fungiert als Acetolactat-Synthase-Inhibitor (ALS-Inhibitor). Es blockiert die Biosynthese der essenziellen verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin, was die Zellteilung stoppt und zum Absterben der Unkrautvegetation führt. Fluroxypyr hingegen ist ein synthetisches Auxin und wird der HRAC-Gruppe 4 (ehemals Gruppe O) zugeordnet. Es imitiert das pflanzliche Wuchshormon Indol-3-essigsäure, was zu einer unkontrollierten Zellstreckung und dem typischen epinastischen Verkrümmen der betroffenen Unkräuter führt. Diese Kombination aus Wachstumshemmung und hormoneller Überstimulation sorgt für eine hocheffiziente und nachhaltige Bekämpfung, selbst bei schwierigen Witterungsbedingungen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern wirksam vorzubeugen, solltest du Valentia stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Da das Produkt zwei Wirkstoffe mit unterschiedlichen HRAC-Klassifizierungen (Gruppe 2 und Gruppe 4) kombiniert, ist das inhärente Resistenzrisiko bereits deutlich reduziert. Dennoch empfiehlt es sich, im Rahmen der Fruchtfolge und des jährlichen Spritzplans einen regelmäßigen Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen durchzuführen und mechanische Regulierungsmaßnahmen zu integrieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Valentia zeigt sich in der Praxis als sehr gut mischbar mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden sowie flüssigen Blattdüngern, die in den zugelassenen Kulturen eingesetzt werden. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme pH-Werte der Spritzbrühe, um die Stabilität der Wirkstoffe nicht zu gefährden. Die Anwendung sollte vorzugsweise bei wüchsigem Wetter erfolgen, um die Aufnahme über das Blatt zu optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Zum Schutz von Nichtzielorganismen und der Umwelt sollten Abdriften auf angrenzende Flächen und Gewässerstrukturen konsequent vermieden werden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument ausgewiesen ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Behandlung in diesen Fällen bevorzugt in die späten Abendstunden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–451.6 LITER_PER_HECTARE—
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–451.6 LITER_PER_HECTARE—
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–161.8 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Valentia im Frühjahr?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt vor, wenn sich die einjährigen zweikeimblättrigen Unkräuter im aktiven Wachstum befinden und die Temperaturen konstant über 8 °C liegen. Dies stellt sicher, dass die systemischen Wirkstoffe Florasulam und Fluroxypyr optimal über das Blattwerk aufgenommen und in der Pflanze transportiert werden.

Kann ich Valentia auch bei kühleren Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Ja, eine Anwendung ist ab dem BBCH-Stadium 12 der Kultur möglich. Allerdings solltest du beachten, dass die Wirkung bei anhaltenden Temperaturen unter 8 °C oder bei Nachtfrösten verzögert eintreten kann, da der Stoffwechsel der Unkräuter verlangsamt ist. Warte im Idealfall auf eine milde, wüchsigere Witterungsphase.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium der Kultur bei der Anwendung von Valentia?

Valentia ist für den Einsatz von BBCH 12 (2-Blatt-Stadium) bis BBCH 45 (Scheide des Fahnenblattes geschwollen) zugelassen. Du hast somit ein sehr breites Anwendungsfenster, das dir eine flexible Unkrautbekämpfung sowohl in der frühen Bestandesentwicklung als auch in späteren Wachstumsphasen von Weizen, Gerste und Mais ermöglicht.

Wie verhält sich Valentia bei Regen kurz nach der Spritzung?

Die Wirkstoffe in Valentia werden relativ schnell von den Unkräutern aufgenommen. Dennoch solltest du darauf achten, dass nach der Applikation für mindestens ein bis zwei Stunden Trockenheit herrscht, um ein Abwaschen des Herbizids zu verhindern und die volle biologische Wirksamkeit zu garantieren.

Wie kann ich Valentia optimal in mein Resistenzmanagement integrieren?

Da Valentia bereits zwei unterschiedliche Wirkmechanismen (ALS-Hemmer und synthetisches Auxin) kombiniert, ist es ein hervorragendes Werkzeug zur Resistenzvermeidung. Du solltest es im Wechsel mit Herbiziden einsetzen, die beispielsweise auf Bodenwirkung basieren oder andere HRAC-Klassen nutzen, um den Selektionsdruck auf bestimmte Unkrautbiotypen zu minimieren.

Gibt es Einschränkungen bezüglich der Nachbarkulturen bei der Applikation?

Ja, da Valentia ein hochwirksames Herbizid gegen zweikeimblättrige Pflanzen ist, musst du extreme Vorsicht walten lassen, um Abdrift auf benachbarte, empfindliche Kulturen (wie Raps, Rüben oder Gemüse) zu vermeiden. Nutze abdriftmindernde Düsentechnik und appliziere nur bei geringen Windgeschwindigkeiten.