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Sonstige · Envu 2022 ES Deutschland GmbH

Valdor Expert

BVL Zul.-Nr. 007339-00

Valdor Expert ist ein hochwirksames, granuliertes Pflanzenschutzmittel (wasserdispergierbares Granulat, WG) zur langanhaltenden Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern auf Nichtkulturland. Durch die Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe bietet dieses Herbizid sowohl eine schnelle Kontaktwirkung als auch eine ausgeprägte Bodenwirkung, die das Auflaufen neuer Schaderreger über Monate hinweg zuverlässig unterbindet.

Das Produkt ist speziell für den Einsatz auf Wegen, Plätzen und Gleisanlagen (Nichtkulturland) konzipiert, wo eine dauerhafte Unkrautfreiheit aus Sicherheits- und Ästhetikgründen erforderlich ist. Dank seiner modernen Formulierung lässt sich das Granulat leicht dosieren, staubfrei handhaben und löst sich im Spritztank schnell und rückstandsfrei auf.

Mit seiner breiten Wirkung gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter besetzt Valdor Expert eine Schlüsselrolle im professionellen Vegetationsmanagement. Es sorgt für saubere Flächen und reduziert den mechanischen Pflegeaufwand erheblich, was es zu einem wirtschaftlichen Standardwerkzeug für kommunale und industrielle Anwender macht.

Wirkstoffe

Diflufenican
360 g/kg · Wirkstoff
Iodosulfuron
10 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirksamkeit von Valdor Expert basiert auf dem dualen Wirkungsmechanismus seiner aktiven Inhaltsstoffe. Diflufenican gehört zur HRAC-Gruppe 12 (F1) und hemmt das Enzym Phytoen-Desaturase (PDS), welches eine Schlüsselrolle in der Carotinoid-Biosynthese spielt. Ohne Carotinoide wird das Chlorophyll der Unkräuter durch Sonnenlicht zerstört, was zu den typischen Bleichsymptomen (Chlorosen) und dem anschließenden Absterben der Keimlinge führt. Diflufenican bildet zudem einen stabilen Spritzfilm auf der Bodenoberfläche, der auflaufende Unkräuter direkt beim Durchstoßen erfasst. Iodosulfuron-methyl-sodium ergänzt diese Wirkung als systemischer Wirkstoff aus der HRAC-Gruppe 2 (B). Es hemmt das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), das für die Synthese essenzieller Aminosäuren (Valin, Leucin, Isoleucin) verantwortlich ist. Nach der Aufnahme über die Blätter und Wurzeln wird der Wirkstoff schnell in der Pflanze transportiert, stoppt das Zellwachstum innerhalb weniger Stunden und führt zum allmählichen Absterben der bereits etablierten Schaderreger.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern vorzubeugen, nutzt Valdor Expert bereits zwei unterschiedliche Wirkmechanismen (HRAC-Gruppen 12 und 2). Dennoch solltest du im Rahmen eines integrierten Vegetationsmanagements darauf achten, diesen Wirkstoffmix nicht dauerhaft auf denselben Flächen ohne Abwechslung einzusetzen. Integriere mechanische Maßnahmen oder wechsle bei Folgebehandlungen auf Herbizide mit anderen HRAC-Klassifizierungen, um selektierten, weniger empfindlichen Biotypen keine Chance zur Vermehrung zu geben.

Mischbarkeit & Tankmischung

Valdor Expert zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit vielen gängigen Herbiziden, die zur Ergänzung des Wirkungsspektrums eingesetzt werden. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du das Granulat stets als erste Komponente im zu Dreiviertel mit Wasser gefüllten Spritztank unter ständigem Rühren vollständig auflösen, bevor du weitere Mischpartner oder Formulierungshilfsmittel hinzugibst. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide längere Standzeiten der fertigen Spritzbrühe, um Ausfällungen im Tank zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Valdor Expert steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während des Ansetzens der Spritzbrühe und der Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen, Schutzanzug und festem Schuhwerk. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsbescheid ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht auf blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Vermeide zudem jegliche Abdrift auf benachbarte Flächen, insbesondere auf Oberflächengewässer und sensible Saumbiotope, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZiergehölzeEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter—0.33 KILOGRAM_PER_HECTARE—
BaumschulgehölzpflanzenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter—0.33 KILOGRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Valdor Expert?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im zeitigen Frühjahr (März bis Mai), wenn die Unkräuter gerade zu keimen beginnen oder sich im frühen Rosettenstadium befinden. Zu diesem Zeitpunkt nutzt du die Bodenwirkung von Diflufenican optimal aus, während bereits aufgelaufene Schaderreger empfindlich auf das systemische Iodosulfuron reagieren.

Kann ich Valdor Expert auch auf gepflasterten Flächen mit Fugen anwenden?

Ja, die Anwendung ist auf Nichtkulturland wie Wegen und Plätzen zulässig, sofern die behördlichen Vorgaben und eventuelle Abschwemmungsauflagen beachtet werden. Du solltest unbedingt darauf achten, dass kein direkter Eintrag oder Abschwemmung in die Kanalisation oder in Oberflächengewässer erfolgen kann, besonders bei Starkregenereignissen kurz nach der Behandlung.

Wie lange hält die Barrierewirkung im Boden an?

Unter normalen Witterungsbedingungen bildet der Wirkstoff Diflufenican einen stabilen Film auf der Bodenoberfläche, der das Auflaufen neuer zweikeimblättriger Unkräuter für bis zu 4 bis 6 Monate unterdrückt. Starke Bodenbewegungen oder intensive mechanische Bearbeitung nach der Spritzung können diese Barriere jedoch zerstören und die Dauerwirkung verkürzen.

Was muss ich tun, wenn kurz nach der Anwendung Regen droht?

Valdor Expert benötigt eine gewisse Antrocknungszeit auf den Blättern der bereits aufgelaufenen Unkräuter. Du solltest die Anwendung so planen, dass mindestens 2 bis 3 Stunden nach der Spritzung kein Niederschlag fällt, damit die Wirkstoffe optimal aufgenommen werden können und nicht abgewaschen werden.

Wie verhindere ich eine Resistenzbildung bei häufiger Nutzung auf derselben Fläche?

Da das Produkt bereits zwei Wirkstoffe mit unterschiedlichen HRAC-Klassen enthält, ist das Risiko minimiert. Dennoch solltest du die behandelten Flächen regelmäßig kontrollieren. Wenn du überlebende Unkräuter bemerkst, solltest du diese mechanisch entfernen oder im Folgejahr ein Pflanzenschutzmittel mit einem völlig anderen Wirkungsmechanismus einsetzen, um eine Selektion resistenter Biotypen zu verhindern.

Wie finde ich heraus, ob Valdor Expert für meine spezifische Nichtkulturland-Fläche genehmigt ist?

In Deutschland ist die Anwendung auf Nichtkulturland streng reglementiert. Du benötigst in der Regel eine Ausnahmegenehmigung nach § 22 Abs. 2 Pflanzenschutzgesetz (PflSchG) der zuständigen Landesbehörde (z. B. Pflanzenschutzdienst), es sei denn, die Fläche fällt unter eine generell freigegebene Kategorie. Prüfe dies vor der Anwendung genau, um rechtliche Verstöße zu vermeiden.