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Sonstige · Corteva Agriscience Germany GmbH

Univoq

BVL Zul.-Nr. 00A278-00

Univoq ist ein hochwirksames, modernes Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in Getreidekulturen wie Weizen und Roggen. Das Fungizid kombiniert zwei komplementäre Wirkstoffe und zeichnet sich durch seine innovative Formulierungstechnologie aus, die eine hervorragende Verteilung und Haftung auf der Blattoberfläche gewährleistet. Dadurch bietet es sowohl vorbeugenden Schutz als auch kurative Aktivität gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger.

Das Anwendungsspektrum umfasst die wichtigsten Blatt- und Ährenkrankheiten, darunter die ertragsmindernde Septoria-Blattdürre, Gelb- und Braunrost sowie Fusarium-Arten. Durch den gezielten Einsatz in den sensiblen Wachstumsphasen des Getreides sichert Univoq das Ertragspotenzial und die Kornqualität ab. Es hat sich als ein Kernbaustein in anspruchsvollen Fungizidstrategien etabliert.

Wirkstoffe

Fenpicoxamid
50 g/L · Wirkstoff
Prothioconazol
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirkung von Univoq beruht auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Fenpicoxamid gehört zur Klasse der Picolinamide (FRAC-Gruppe 21) und fungiert als QiI-Inhibitor (Quinone Inside Inhibitor). Er verzögert die Elektronenübertragung am Cytochrom-bc1-Komplex in den Mitochondrien der Pilzzellen, was die Zellatmung blockiert und zum Zusammenbruch der Energieversorgung des Schaderregers führt. Da dieser Angriffspunkt sich von den klassischen QoI-Inhibitoren (Strobilurinen) unterscheidet, ist Fenpicoxamid ein wertvolles Werkzeug zur Bekämpfung bereits resistenter Stämme. Ergänzt wird dies durch Prothioconazol, einen bewährten Wirkstoff aus der Gruppe der Triazole bzw. Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3). Prothioconazol hemmt die C14-Demethylase im Sterol-Biosyntheseweg der Pilze (DMI), was die Struktur und Funktion der Zellmembranen nachhaltig stört. Diese duale biochemische Wirkung sorgt für eine langanhaltende systemische Verteilung in der Kultur und verhindert effektiv das Keimen von Sporen sowie das Wachstum des Pilzmyzels.

Resistenzmanagement

Um die langfristige Wirksamkeit dieses Pflanzenschutzmittels zu sichern, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Da Univoq bereits zwei unterschiedliche Wirkstoffklassen (FRAC-Gruppen 21 und 3) kombiniert, ist das inhärente Risiko einer Resistenzentwicklung reduziert. Dennoch solltest du Univoq maximal einmal pro Saison in der Kultur einsetzen und im Rahmen der Spritzfolge mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen abwechseln. Achte stets darauf, die empfohlenen Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um selektiven Druck auf die Schaderreger-Populationen zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Univoq zeigt sich in der Praxis als sehr gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist es ratsam, vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung der Kulturen. Die Zugabe von speziellen Additiven ist aufgrund der bereits optimierten Formulierung meist nicht erforderlich. Vermeide Mischungen bei extremer Sonneneinstrahlung oder wenn die Kulturen unter starkem Trockenstress stehen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Univoq steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt im Vordergrund. Trage bei der Handhabung des Konzentrats und während der Applikation die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz). Zum Schutz von Bestäubern solltest du die Anwendung generell nicht in blühende Bestände legen oder zu Zeiten durchführen, in denen Bienen aktiv fliegen; weiche vorzugsweise auf die späten Abendstunden aus. Um Einträge in Oberflächengewässer und empfindliche Saumbiotope zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdriftminderungsmaßnahmen und Gewässerabstände strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)41–692 LITER_PER_HECTARE—
WeizenFusarium-Arten61–692 LITER_PER_HECTARE—
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)41–692 LITER_PER_HECTARE—
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)41–692 LITER_PER_HECTARE—
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)41–692 LITER_PER_HECTARE—
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)41–691.5 LITER_PER_HECTARE—
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)41–692 LITER_PER_HECTARE—
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)41–691.5 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Univoq im Weizen?

Der optimale Anwendungszeitraum liegt zwischen den BBCH-Stadien 41 (Scheidenöffnung) und 69 (Ende der Blüte). Für einen maximalen Schutz der ertragsbildenden oberen Blätter (Fahnenblatt) und der Ähre empfiehlt sich die Behandlung meist präventiv bei Infektionsgefahr oder direkt bei den ersten sichtbaren Symptomen der Schaderreger.

Warum ist die Formulierung von Univoq so besonders für den Behandlungserfolg?

Univoq nutzt eine hochentwickelte Formulierungstechnologie, die für eine extrem schnelle Haftung auf der Wachsschicht des Blattes sorgt. Dadurch ist der Spritzbelag bereits nach kurzer Zeit regenfest und die Wirkstoffe dringen gleichmäßig in das Pflanzengewebe ein, was auch bei wechselhafter Witterung eine hohe Effizienz garantiert.

Kann ich Univoq auch in Roggen gegen Rhynchosporium einsetzen?

Ja, Univoq ist für die Anwendung in Roggen (SECCE) zugelassen und bietet eine hervorragende Wirkung gegen die Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis) sowie Braunrost. Achte auch hier auf die Einhaltung der zugelassenen BBCH-Stadien (41 bis 69) und die empfohlenen Aufwandmengen von 1,5 bis 2,0 l/ha.

Wie integriere ich Univoq am besten in mein Resistenzmanagement?

Da Univoq den neuartigen Wirkstoff Fenpicoxamid (QiI) enthält, eignet es sich hervorragend, um bestehende Resistenzen gegen andere Wirkstoffgruppen wie Strobilurine (QoI) oder SDHIs zu brechen. Du solltest das Mittel jedoch nur einmal pro Saison einsetzen und in einer Spritzfolge mit Wirkstoffen anderer Wirkmechanismen kombinieren.

Was muss ich bei der Anwendung von Univoq bezüglich des Gewässerschutzes beachten?

Da es sich um ein hochaktives Fungizid handelt, musst du darauf achten, dass kein Eintrag in Oberflächengewässer erfolgt. Nutze abdriftmindernde Düsentechnik und halte die gesetzlich vorgeschriebenen länderspezifischen Mindestabstände zu Gewässern und Saumbiotopen ein, um aquatische Organismen zu schützen.

Wie verhält sich Univoq bei einer späten Anwendung zur Bekämpfung von Ährenfusarium?

Univoq ist bis zum BBCH-Stadium 69 (Ende der Blüte) zugelassen und erfasst Fusarium-Arten effektiv. Für eine optimale Wirkung gegen Ährenfusarium sollte die Applikation gezielt während der Blüte (BBCH 61–65) erfolgen, wenn die Infektionsbedingungen (feucht-warme Witterung) gegeben sind.