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Sonstige · JT Agro Europe sp. z o.o.

ULTRACENT

BVL Zul.-Nr. 00B575-00

ULTRACENT ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von pilzlichen Schaderregern in Getreidekulturen wie Weizen und Gerste. Als flüssige Formulierung kombiniert das Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe, die sich in ihrer systemischen Verteilung und Dauerwirkung hervorragend ergänzen. Es sichert Ertrag und Qualität in Phasen mit hohem Infektionsdruck zuverlässig ab.

Das Wirkungsspektrum umfasst wirtschaftlich bedeutende Blatt- und Ährenkrankheiten. In den zugelassenen Kulturen schützt ULTRACENT vor Erregern wie Septoria-Blattdürre, Netzflecken, echten Mehltaupilzen sowie Rostkrankheiten. Auch gegen Halmbruch und Fusarium-Arten bietet das Mittel eine starke protektive und kurative Leistung, was es zu einem flexiblen Baustein im modernen Pflanzenschutz macht.

Wirkstoffe

Prothioconazol
160 g/L · Wirkstoff
Spiroxamine
300 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirkung von ULTRACENT beruht auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkungsmechanismen aus der Gruppe der Sterolbiosynthese-Inhibitoren (SBI). Der Wirkstoff Prothioconazol gehört zur Klasse der Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3) und hemmt die C14-Demethylase im Stoffwechsel der Pilze. Dies stört den Aufbau der Zellmembranen empfindlich und stoppt das Myzelwachstum des Schaderregers. Spiroxamine ergänzt diese Wirkung als Vertreter der Amin-Klasse (FRAC-Gruppe 5). Es greift an zwei anderen Stellen der Sterolbiosynthese ein, indem es die Delta14-Reduktase und die Delta7-Delta8-Isomerase blockiert. Durch diesen dualen Ansatz wird die Biosynthese von Ergosterol an mehreren Schlüsselstellen gleichzeitig unterbrochen. Spiroxamine zeichnet sich zudem durch eine extrem schnelle Wirkstoffaufnahme und einen ausgeprägten Knock-down-Effekt aus, der auch bereits etablierte Infektionen rasch stoppt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, nutzt ULTRACENT bereits die Kombination zweier unterschiedlicher FRAC-Klassen (3 und 5). Dennoch solltest du dieses Pflanzenschutzmittel stets im Wechsel mit Fungiziden einsetzen, die andere Wirkungsmechanismen aufweisen (wie z. B. Carboxamide oder Strobilurine). Halte dich an die empfohlenen Aufwandmengen und vermeide wiederholte Solo-Anwendungen desselben Wirkstofftyps, um die Sensitivität der Schaderreger-Populationen in deinen Kulturen langfristig zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

ULTRACENT zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden sowie Wachstumsreglern und Blattdüngern. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme Spritzbrühtemperaturen. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit ULTRACENT ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Anmischung und Anwendung unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Vermeide jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GersteRhynchosporium secalis, Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)30–511 LITER_PER_HECTARE42T
WeizenSeptoria nodorum, Braunrost (Puccinia recondita), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–591 LITER_PER_HECTARE42T
WinterhartweizenFusarium-Arten, Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)31–371 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenFusarium-Arten, Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)31–371 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Fusarium-Arten, Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–310.75 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Fusarium-Arten, Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–310.75 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit ULTRACENT gegen die Halmbruchkrankheit?

Eine Behandlung gegen die Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) ist besonders im frühen Frühjahr zu Beginn des Schossens (BBCH-Stadien 30 bis 32) effektiv. Achte auf erste Symptome an den Blattscheiden und nutze die kurative Wirkung des Mittels, bevor der Schaderreger tief in den Halm eindringt.

Wie profitiert die Wirkung von kühlen Temperaturen im Frühjahr?

Dank des enthaltenen Wirkstoffs Spiroxamine zeigt ULTRACENT auch bei kühleren Frühjahrstemperaturen ab etwa 5 °C eine hervorragende und schnelle Anfangswirkung. Das macht das Pflanzenschutzmittel besonders flexibel für frühe Anwendungen gegen Echten Mehltau und Halmbruch.

Kann ich ULTRACENT auch in einer Tankmischung mit Wachstumsreglern anwenden?

Ja, die Mischbarkeit mit gängigen Wachstumsreglern ist im Regelfall sehr gut. Achte jedoch darauf, die Aufwandmengen der Wachstumsregler bei hoher Einstrahlung und vitalen Beständen eventuell leicht anzupassen, da die systemischen Wirkstoffe in ULTRACENT die Aufnahme des Mischpartners unterstützen können.

Wie verhält sich das Pflanzenschutzmittel bei einsetzendem Regen nach der Spritzung?

ULTRACENT ist aufgrund seiner systemischen Eigenschaften und der schnellen Penetration durch die Wachsschicht der Blätter bereits kurze Zeit nach der Anwendung regenfest. In der Regel reicht eine abgetrocknete Spritzbrühe (ca. 1 bis 2 Stunden) aus, damit die Wirkstoffe sicher in der Kultur aufgenommen sind.

Warum ist die Kombination aus Prothioconazol und Spiroxamine so wertvoll für dein Resistenzmanagement?

Da beide Wirkstoffe an unterschiedlichen Enzymen der Sterolbiosynthese des Pilzes ansetzen (FRAC-Klassen 3 und 5), wird das Risiko einer Resistenzbildung minimiert. Schaderreger, die eine verminderte Sensitivität gegenüber einer Klasse zeigen, werden durch den zweiten Partner zuverlässig erfasst.

Wie passt du die Aufwandmenge innerhalb des zugelassenen Bereichs an?

Wähle die höhere Aufwandmenge von bis zu 1,0 l/ha bei starkem Infektionsdruck, weit fortgeschrittenem BBCH-Stadium der Kultur oder bei schwer bekämpfbaren Schaderregern wie Fusarium-Arten. Bei rein protektiven Behandlungen im frühen Schossen oder geringem Befallsdruck kannst du dich am unteren Bereich (0,75 l/ha) orientieren.