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Sonstige · Nufarm Deutschland GmbH

U 46 M-Fluid

BVL Zul.-Nr. 060939-00

U 46 M-Fluid von Nufarm ist ein bewährtes, flüssiges Herbizid zur gezielten Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern im Getreidebau, Grünland, Hopfen sowie in weiteren ausgewählten Kulturen. Als echter Klassiker im Pflanzenschutz setzt dieses Pflanzenschutzmittel auf den bewährten Wirkstoff MCPA, der sich durch eine hervorragende systemische Wirkung auszeichnet. Die Formulierung als wasserlösliches Konzentrat (SL) ermöglicht eine einfache Handhabung und eine schnelle Aufnahme durch die grünen Pflanzenteile der Schaderreger.

Das Wirkspektrum umfasst eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender Schaderreger, darunter hartnäckige Wurzelunkräuter wie die Acker-Kratzdistel und die Acker-Winde sowie einjährige zweikeimblättrige Unkräuter wie Gänsefuß-Arten, die Spreizende Melde und die Kornblume. Auch Problemunkräuter wie der Acker-Schachtelhalm und Ausfallraps werden effektiv erfasst.

Dank seiner flexiblen Einsatzmöglichkeiten in zahlreichen Kulturen – von Winter- und Sommergetreide über Grünland bis hin zu Sonderkulturen wie Hopfen und Zierpflanzen – ist U 46 M-Fluid ein unverzichtbarer Baustein für dein Unkrautmanagement. Die systemische Verteilung im Saftstrom sorgt dafür, dass auch tief sitzende Wurzelunkräuter nachhaltig geschädigt werden.

Wirkstoffe

MCPA
612.35 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff MCPA gehört zur chemischen Gruppe der Phenoxycarbonsäuren und ist im HRAC-System in die Gruppe 4 (synthetische Auxine) eingeordnet. MCPA imitiert das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-essigsäure (Auxin). Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff systemisch in der gesamten Kultur bzw. im Schaderreger sowohl akropetal als auch basipetal transportiert und reichert sich besonders in den meristematischen Geweben an. In den empfindlichen Unkräutern führt dies zu einer Überstimulation des Wachstums. Es kommt zu unkontrollierten Zellteilungen und Zellstreckungen, was sich optisch durch typische Deformationen wie Epinastie (Verkrümmung von Stängeln und Blättern) äußert. In der Folge bricht das Leitgewebe der Schaderreger zusammen, die Nährstoff- und Wasserversorgung wird unterbrochen, und die Unkräuter sterben innerhalb weniger Tage bis Wochen vollständig ab.

Resistenzmanagement

Da MCPA als synthetisches Auxin (HRAC-Gruppe 4) ein geringes bis mittleres Risiko für Resistenzentwicklungen aufweist, ist es ein wertvolles Werkzeug im Antiresistenzmanagement. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, solltest du U 46 M-Fluid stets im Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen einsetzen. Vermeide die wiederholte, alleinige Anwendung von Wuchsstoffen auf derselben Fläche und achte darauf, die empfohlenen Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um selektiven Druck auf die Schaderreger zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

U 46 M-Fluid ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln, wie etwa Fungiziden oder anderen Herbiziden zur Spektrumserweiterung, mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Für eine optimale Wirkung sind wüchsige Wetterbedingungen (Temperaturen über 10 °C bis maximal 25 °C) und eine ausreichende Luftfeuchtigkeit entscheidend; vermeide Anwendungen bei Frostgefahr oder extremer Trockenheit. Achte zudem auf eine gute Wasserqualität, um Ausfällungen im Tank zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit U 46 M-Fluid ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, strikt vermeiden und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Um Gewässer und Nichtzielorganismen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen zu vermeiden und die allgemeinen Abstandsauflagen sowie der Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik zu berücksichtigen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Kratzdistel13–391.4 LITER_PER_HECTARE—
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Kratzdistel13–391.4 LITER_PER_HECTARE—
WinterhartweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Kratzdistel13–391.4 LITER_PER_HECTARE—
DinkelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Kratzdistel13–391.4 LITER_PER_HECTARE—
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Kratzdistel13–391.4 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Kratzdistel13–391.4 LITER_PER_HECTARE—
HartweizenAcker-Winde, Acker-Kratzdistel13–391.4 LITER_PER_HECTARE—
DinkelAcker-Winde, Acker-Kratzdistel13–391.4 LITER_PER_HECTARE—
HopfenSpreizende Melde, Acker-Schachtelhalm, Distel-Arten51–971 LITER_PER_HECTARE35T
SommerroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Kratzdistel13–391.4 LITER_PER_HECTARE—
SteinobstZweikeimblättrige Unkräuter—2 LITER_PER_HECTARE—
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Kratzdistel13–391.4 LITER_PER_HECTARE—
GräserDistel-Arten13–4910 LITER_PER_1000_LITER_WATER—
Langährige QueckeAcker-Winde, Acker-Kratzdistel13–491.5 LITER_PER_HECTARE—
ZierkoniferenZweikeimblättrige Unkräuter—2 LITER_PER_HECTARE—
Nordmann-TanneZweikeimblättrige Unkräuter—2 LITER_PER_HECTARE—
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter—2 LITER_PER_HECTARE14T
StilllegungsflächenAcker-Gänsedistel, Acker-Kratzdistel—1.5 LITER_PER_HECTARE28T
GräserDistel-Arten13–4928 LITER_PER_1000_LITER_WATER—
ZiergehölzeAcker-Schachtelhalm, Zweikeimblättrige Unkräuter—2 LITER_PER_HECTARE—
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Kratzdistel13–391.4 LITER_PER_HECTARE—
KernobstZweikeimblättrige Unkräuter—2 LITER_PER_HECTARE—
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Kratzdistel13–391.4 LITER_PER_HECTARE—
SommerhartweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Kratzdistel13–391.4 LITER_PER_HECTARE—
GräserKornblume, Distel-Arten, Gänsefuß-Arten13–491.4 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung mit U 46 M-Fluid gegen Disteln?

Für einen optimalen Bekämpfungserfolg gegen die Acker-Kratzdistel solltest du die Behandlung durchführen, wenn die Disteln wüchsig sind und eine Rosettenhöhe von etwa 15 bis 20 cm erreicht haben, aber noch vor dem Schossen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftstrom in die Wurzeln besonders stark, wodurch der Wirkstoff MCPA effizient bis in die Wurzeln transportiert wird.

Welche Wetterbedingungen begünstigen die Wirkung des Herbizids?

Wähle für die Anwendung einen warmen, wüchsigen Tag mit Temperaturen zwischen 12 °C und 20 °C und einer ausreichend hohen Luftfeuchtigkeit. Unter diesen Bedingungen ist der Stoffwechsel der Unkräuter aktiv, was die Aufnahme und den systemischen Transport von MCPA beschleunigt. Vermeide Spritzungen bei praller Mittagssonne oder wenn Nachtfröste drohen.

Kann ich U 46 M-Fluid auch auf frisch eingesätem Grünland anwenden?

Nein, bei einer Neuansaat solltest du vorsichtig sein. Junge Gräserkeimlinge reagieren empfindlich auf wuchsstoffhaltige Herbizide. Eine Anwendung im Grünland wird erst empfohlen, wenn die Gräser gut bestockt sind und sich eine geschlossene Grasnarbe etabliert hat. Beachte auch, dass Klee- und Kräuteranteile im Grünland durch die Behandlung geschädigt werden.

Wie verhält sich die Regenfestigkeit nach der Applikation?

Nach der Behandlung sollte es für mindestens 2 bis 4 Stunden trocken bleiben. Regen unmittelbar nach der Spritzung kann den Wirkstoff von den Blättern der Schaderreger abwaschen, bevor er vollständig aufgenommen wurde, was die biologische Wirksamkeit erheblich reduziert.

Warum ist die Einhaltung der BBCH-Stadien im Getreide so wichtig?

Im Getreide darf U 46 M-Fluid nur in den zugelassenen BBCH-Stadien eingesetzt werden. Eine zu späte Anwendung im Schossstadium (ab BBCH 30) kann zu schweren Ährenanomalien, Halmverkrümmungen und erheblichen Ertragseinbußen führen, da das Getreide in dieser Phase empfindlich auf synthetische Auxine reagiert.

Wie finde ich heraus, ob U 46 M-Fluid für meine spezielle Kultur registriert ist?

Du kannst auf agronomy.farmable.tech die Filterfunktion nutzen, um gezielt nach deiner Kultur zu filtern. Dort siehst du sofort alle für diese Kultur zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive der spezifischen Aufwandmengen, Wartezeiten und Anwendungsbestimmungen auf einen Blick.