U 46 D Fluid
U 46 D Fluid von Nufarm ist ein bewährtes, flüssiges Herbizid zur gezielten Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern im Nachauflauf. Als wasserlösliches Konzentrat (SL) formuliert, hat sich dieses Pflanzenschutzmittel seit Jahrzehnten als verlässlicher Standard im Ackerbau und auf dem Grünland etabliert. Durch seine hervorragende systemische Wirkung erfasst es auch tiefwurzelnde, ausdauernde Unkräuter und sorgt so für saubere Bestände in wichtigen Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Triticale und Dinkel.
Der Fokus der Anwendung liegt auf der Bekämpfung von ein- und mehrjährigen zweikeimblättrigen Schaderregern im Frühjahr. Sobald die Unkräuter aktiv wachsen, zeigt das Mittel seine volle Stärke. Dank der flüssigen Formulierung lässt es sich präzise dosieren und hervorragend in der Spritze handhaben, was es zu einem flexiblen Baustein in deiner Unkrautbekämpfungsstrategie macht.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff 2,4-D gehört zur chemischen Klasse der Phenoxycarbonsäuren und ist im HRAC-System in die Gruppe 4 (früher Gruppe O) als synthetisches Auxin eingestuft. Der Wirkstoff imitiert das pflanzeneigene Wuchshormon Indol-3-essigsäure (Auxin). Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile wird er systemisch in der gesamten Pflanze bis in die Wurzelspitzen transportiert. In den empfindlichen zweikeimblättrigen Unkräutern führt dies zu einer massiven Überstimulation des Wachstums. Die Zellen teilen und strecken sich unkontrolliert, was zu den typischen Symptomen wie Deformationen, Stängelkrümmungen (Epinastie) und schließlich zum Verstopfen der Leitungsbahnen führt. Da einkeimblättrige Kulturen wie Getreide den Wirkstoff rasch abbauen und tolerieren, wird die Kultur geschont, während die Schaderreger effektiv abgetötet werden.
Resistenzmanagement
Obwohl für synthetische Auxine (HRAC-Gruppe 4) weltweit ein vergleichsweise geringes Risiko für die Entstehung von Resistenzen besteht, solltest du ein vorausschauendes Resistenzmanagement betreiben. Um die langfristige Wirksamkeit von U 46 D Fluid zu sichern, empfiehlt es sich, den Wirkstoff im Rahmen der Fruchtfolge mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen abzuwechseln. Achte zudem darauf, stets die volle zugelassene Aufwandmenge von 1,5 l/ha zu nutzen, um das Überleben teilresistenter Biotypen zu verhindern und Selektionsdruck zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
U 46 D Fluid zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit vielen gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei geplanten Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe in einem separaten Gefäß durchführen. Verwende ausreichend Wasser und achte auf eine gute Wasserqualität, um die Löslichkeit des Wirkstoffs zu optimieren. Vermeide Mischungen bei extremen Temperaturen oder wenn die Kultur unter Stress (z. B. durch Frost, Trockenheit oder Staunässe) steht.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzbrille beim Ansetzen der Spritzbrühe, unerlässlich. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklassifizierung in den Zulassungsdaten vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind; verlege die Behandlung bevorzugt in die späten Abendstunden. Um Gewässer und Nichtzielorganismen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen unbedingt zu vermeiden und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen strikt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Spargel | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.15 LITER_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Winterweichweizen | Zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhafer | Zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Spitz-Wegerich | 25–35 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Dinkel | Zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von U 46 D Fluid im Getreide?
Der beste Behandlungszeitraum liegt im Frühjahr ab dem Beginn der Bestockung bis zum Erscheinen des ersten Knotens (BBCH-Stadien 21 bis 35). Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die zweikeimblättrigen Unkräuter im aktiven Wachstum, was die Aufnahme und den Transport des systemischen Wirkstoffs in der Pflanze maximiert.
Warum ist die Temperatur bei der Anwendung so wichtig?
Da U 46 D Fluid als Wuchsstoffherbizid wirkt, benötigt es für eine optimale Wirkung aktive Stoffwechselprozesse in den Unkräutern. Du solltest die Behandlung daher bei wüchsigem Wetter und Temperaturen ab etwa 10 bis 12 °C durchführen. Vermeide Spritzungen bei Nachtfrostgefahr oder extremer Hitze.
Kann ich U 46 D Fluid auch auf frisch eingesäten Wiesen anwenden?
Nein, bei jungen Grünlandeinsäaten solltest du vorsichtig sein. Das Pflanzenschutzmittel ist für etablierte Bestände (Wiesen und Weiden) optimiert, um Schaderreger wie den Spitz-Wegerich zu bekämpfen. Bei einer zu frühen Anwendung auf frisch aufgelaufenen, jungen Gräsern oder Klee-Mischungen kann es zu Schäden an der Kultur kommen.
Wie verhält sich das Mittel bei Regen kurz nach der Spritzung?
Damit der Wirkstoff vollständig von den Blättern der Unkräuter aufgenommen werden kann, sollte es nach der Anwendung für mindestens 2 bis 4 Stunden trocken bleiben. Ein vorzeitiger Regenschauer kann den Wirkstoff abwaschen und die Wirksamkeit spürbar verringern.
Was muss ich bezüglich der Wartezeit vor der Nutzung als Futter beachten?
Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit (PHI) beträgt 14 Tage. Das bedeutet, dass zwischen der Behandlung und einer eventuellen Nutzung des Aufwuchses (z. B. durch Beweidung oder Mahd für die Fütterung) zwingend dieser Zeitraum eingehalten werden muss, um Rückstände im Futter auszuschließen.
Wie kann ich das Risiko von Abdrift auf benachbarte Kulturen minimieren?
Da es sich um ein hochwirksames Wuchsstoffherbizid handelt, können bereits geringste Spuren von Abdrift empfindliche Nachbarkulturen (wie Raps, Rüben oder Gemüse) schädigen. Verwende daher stets abdriftmindernde Düsen (Injektordüsen), halte den Spritzdruck niedrig und spritze nur bei Windgeschwindigkeiten unter 3 m/s.