Troller
Troller ist ein hochwirksames, selektives Herbizid von Corteva Agriscience Germany GmbH, das speziell für den Einsatz im Frühjahr in einer Vielzahl von Getreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale sowie Sommergerste, Sommerweichweizen und Hafer entwickelt wurde. Formuliert als Suspensionskonzentrat (SC) mit dem bewährten Wirkstoff Florasulam, bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Kulturverträglichkeit bei gleichzeitig hoher biologischer Aktivität gegen Unkräuter.
Das Wirkungsspektrum umfasst einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, wobei Troller besonders gegen wirtschaftlich bedeutende und schwer bekämpfbare Arten wie Klettenlabkraut, Vogelmiere und Kamille-Arten überzeugt. Ein besonderer Vorteil ist die hohe Aktivität auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr, was dir eine flexible Terminierung der Unkrautbekämpfung ermöglicht.
Durch die flexible Anwendung im Bereich der BBCH-Stadien 13 bis 39 passt sich Troller optimal in deine betrieblichen Abläufe ein und sichert das Ertragspotenzial deiner Kulturen durch die frühzeitige Ausschaltung von Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Troller enthaltene Wirkstoff Florasulam gehört zur HRAC-Gruppe 2 (ehemals Gruppe B) und wirkt als Inhibitor des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist im pflanzlichen Stoffwechsel essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin. Nach der Aufnahme über das Blatt und in geringem Maße über die Wurzel wird der Wirkstoff systemisch in der Kultur und im Unkraut transportiert und sammelt sich in den meristematischen Geweben an. Durch die Blockierung der Aminosäuresynthese kommt das Wachstum empfindlicher Schaderreger bereits kurz nach der Behandlung zum Stillstand. Sichtbare Symptome wie Vergilbungen (Chlorosen) und anschließendes Absterben (Nekrosen) der Triebspitzen zeigen sich je nach Witterung nach einigen Tagen bis Wochen.
Resistenzmanagement
Da Florasulam ein ALS-Hemmer (HRAC-Gruppe 2) ist, besteht bei einseitiger, wiederholter Anwendung ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Unkrautbiotypen (insbesondere bei Vogelmiere oder Kamille). Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, solltest du Troller stets im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements einsetzen. Kombiniere oder rotiere die Anwendung mit Herbiziden aus anderen HRAC-Wirkstoffklassen, beispielsweise mit synthetischen Auxinen (HRAC-Gruppe 4) oder Bodenherbiziden im Herbst, und nutze ackerbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge zur Vorbeugung.
Mischbarkeit & Tankmischung
Troller zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit vielen gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden und Wachstumsregulatoren aus. Bei Tankmischungen mit flüssigen Düngern oder anspruchsvollen Mischungspartnern empfiehlt sich vorab eine physikalische Mischprobe. Achte darauf, die Spritze mit ausreichend Wasser zu befüllen, bevor du die Produkte zugibst, und vermeide Anwendungen bei extremen Temperaturschwankungen oder wenn Frost droht, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Troller ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) wie Schutzhandschuhe und Schutzkleidung während der Anmischung und Ausbringung obligatorisch. Zum Schutz von Nichtzielorganismen und Gewässern sollten Abdriften auf angrenzende Flächen und Oberflächengewässer durch den Einsatz abdriftmindernder Technik konsequent vermieden werden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen eine Anwendung außerhalb des aktiven Bienenflugs, vorzugsweise in den Abendstunden, insbesondere wenn blühende Unkräuter im Bestand vorhanden sind.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.075 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 30–39 | 0.125 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.075 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhafer | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.075 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.075 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 30–39 | 0.125 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 30–39 | 0.125 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 30–39 | 0.125 LITER_PER_HECTARE | 60T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit Troller im Frühjahr?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im zeitigen Frühjahr, sobald die Unkräuter zu wachsen beginnen (idealerweise im Rosettenstadium) und die Temperaturen tagsüber stabil über 5 °C liegen. Troller wirkt auch bei kühlen Temperaturen gut, solange aktives Wachstum stattfindet.
Kann ich Troller auch bei Nachtfrostgefahr anwenden?
Du solltest Troller nicht anwenden, wenn unmittelbar nach der Behandlung starker Nachtfrost angekündigt ist oder die Kulturen unter Stress (z. B. durch Trockenheit oder Staunässe) stehen. Leichte, vorübergehende Nachtfröste schaden der Wirkung meist nicht, können aber die Kulturverträglichkeit kurzzeitig beeinträchtigen.
Wie verhält sich Troller bezüglich des Nachbaus von Folgekulturen?
Aufgrund des schnellen Abbaus von Florasulam im Boden gibt es im Rahmen normaler Fruchtfolgen keine Einschränkungen für den Nachbau von Folgekulturen im Herbst oder im darauffolgenden Frühjahr. Bei vorzeitigem Umbruch nach einem Totalschaden solltest du jedoch die spezifischen Hinweise zur Zwischen- oder Ersatzkultur beachten.
Warum ist die Wirkung bei Klettenlabkraut so ausgeprägt?
Florasulam besitzt eine extrem hohe spezifische Aktivität gegen Klettenlabkraut (Galium aparine). Selbst bei fortgeschrittenem Wachstum des Unkrauts blockiert der Wirkstoff die Aminosäuresynthese so effektiv, dass das Klettenlabkraut rasch das Wachstum einstellt und im Getreidebestand zusammensinkt.
Wie kann ich im Online-Portal weitere zugelassene Produkte gegen zweikeimblättrige Unkräuter finden?
Du kannst im Portal agronomy.farmable.tech über die Filterfunktion gezielt nach deiner Kultur (z. B. Winterweizen) und dem Schaderreger „Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter“ suchen. Dort werden dir alle in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Wirkstoffe und Anwendungsbestimmungen übersichtlich angezeigt.
Ist eine Kombination mit flüssigem AHL (Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung) möglich?
Ja, eine Mischung mit AHL ist grundsätzlich möglich, um die Unkrautbekämpfung mit der Stickstoffdüngung zu kombinieren. Achte jedoch darauf, dass die Kultur eine stabile Wachsschicht aufweist (trockener Bestand) und vermeide die Anwendung bei praller Sonne, um Verbrennungen an den Blättern zu verhindern.