Alle Mittel
Sonstige · Agrauxine

Tri-Soil

BVL Zul.-Nr. 00A258-00

Tri-Soil ist ein innovatives biologisches Pflanzenschutzmittel von Agrauxine, das speziell für den Schutz von Gemüse- und Kräuterkulturen gegen bodenbürtige Schaderreger entwickelt wurde. Als Formulierung basiert das Produkt auf den lebensfähigen Sporen des nützlichen Bodenpilzes Trichoderma atroviride Stamm I-1237. Es hat sich im professionellen Gartenbau als fester Baustein für den vorbeugenden Wurzelschutz etabliert, insbesondere bei Kulturen wie Salaten, Kräutern und Wurzelgemüse, die in der sensiblen Auflaufphase besonders anfällig für bodenbürtige Krankheiten sind.

Das Wirkungsspektrum konzentriert sich auf die wirtschaftlich bedeutendsten bodenbürtigen Pilze, namentlich Rhizoctonia spp. und Pythium-Arten. Durch den frühzeitigen Einsatz von Tri-Soil wird eine aktive Schutzbarriere im Wurzelraum aufgebaut, die das Risiko von Ausfällen durch Keimlings- und Wurzelfäulen drastisch reduziert. Da es sich um ein biologisches Produkt handelt, eignet es sich hervorragend für integrierte Anbausysteme sowie für rückstandsfreie Produktionsstrategien in modernen Betrieben.

Wirkstoffe

Trichoderma atroviride Stamm I-1237
5 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkungsweise von Trichoderma atroviride Stamm I-1237 basiert auf einem vielseitigen, rein biologischen Wirkungsmechanismus, der keine klassischen chemischen Resistenzen hervorruft. Nach der Anwendung besiedeln die Sporen rasch die Rhizosphäre und konkurrieren aktiv mit pathogenen Schaderregern um Lebensraum und essentielle Nährstoffe. Dieser kompetitive Ausschluss entzieht Schadpilzen wie Pythium und Rhizoctonia die Lebensgrundlage im direkten Umfeld der Pflanzenwurzel. Zusätzlich zeigt der Stamm I-1237 ausgeprägte mycoparasitische Eigenschaften: Der nützliche Pilz erkennt die Hyphen der Schaderreger, windet sich um sie herum und dringt mithilfe zellwandabbauender Enzyme in sie ein, um sie aktiv zu parasitieren. Parallel dazu stimuliert der Kontakt mit Trichoderma die pflanzeneigene Immunantwort (induzierte systemische Resistenz) und fördert durch die Freisetzung wachstumsstimulierender Substanzen eine vitale Wurzelentwicklung, wodurch die Kultur stresstoleranter gegenüber Umweltfaktoren wird.

Resistenzmanagement

Da Tri-Soil auf einem lebenden Organismus mit multiplen biologischen Wirkmechanismen (Konkurrenz, Mykoparasitismus und pflanzliche Abwehrstärkung) basiert, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielpathogenen als extrem gering einzustufen. Es gibt keine bekannten Kreuzresistenzen zu chemisch-synthetischen Fungiziden. Um ein nachhaltiges Antiresistenzmanagement zu unterstützen, solltest du Tri-Soil präventiv in deine Behandlungsfolgen integrieren. Dies ermöglicht es dir, den Einsatz chemischer Wirkstoffe zu reduzieren und deren Wirksamkeit langfristig zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Herstellung von Tankmischungen mit Tri-Soil ist besondere Vorsicht geboten, da es sich um ein biologisches Produkt mit lebenden Pilzsporen handelt. Die physikalische und biologische Kompatibilität hängt stark von den Mischungspartnern ab. Vermeide unbedingt die gleichzeitige Ausbringung mit bodenwirksamen, chemisch-synthetischen Fungiziden, die eine Wirkung gegen Schlauchpilze (Ascomyceten) haben, da diese die Trichoderma-Sporen schädigen oder abtöten können. Herbizide und Insektizide sind in der Regel gut verträglich, sollten jedoch vorab auf Verträglichkeit geprüft werden. Achte auf eine saubere Spritze, verwende kaltes bis handwarmes Wasser und bringe die Mischung unmittelbar nach dem Ansetzen aus, damit die Sporen ihre volle Vitalität behalten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Obwohl Tri-Soil ein biologisches Pflanzenschutzmittel auf Basis eines natürlichen Bodenpilzes ist, müssen beim Umgang die üblichen Arbeitsschutzmaßnahmen eingehalten werden. Da das Produkt als Pulver oder Granulat vorliegt, solltest du beim Ansetzen der Spritzbrühe eine Staubmaske sowie Schutzhandschuhe tragen, um das Einatmen von Sporenstaub und direkten Hautkontakt zu vermeiden. Zum Schutz von Nichtzielorganismen und der Umwelt gilt: Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Registrierungsdaten vorgegeben ist, solltest du das Mittel aus Vorsichtsgründen nicht auf blühende Kulturen oder an Orten ausbringen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Bevorzuge für die Anwendung die kühleren Abendstunden. Vermeide zudem jeglichen direkten Eintrag oder Abdrift in Oberflächengewässer, um aquatische Ökosysteme zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
FeldsalatRhizoctonia spp.—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
SchnittpetersiliePythium-Arten (Pythium spp.)—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
ÖlraukeRhizoctonia spp.—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
SchnittselleriePythium-Arten (Pythium spp.)—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
SpinatRhizoctonia spp.—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
Wollfrüchtiger FeldsalatRhizoctonia spp.—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
GewürzfenchelPythium-Arten (Pythium spp.)—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
SchnittmangoldRhizoctonia spp.—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
KümmelPythium-Arten (Pythium spp.)—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
KompaßlattichRhizoctonia spp.—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
EissalatRhizoctonia spp.—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
Löwenzahn, GemeinerRhizoctonia spp.—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
Wollfrüchtiger FeldsalatRhizoctonia spp.—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
BleichselleriePythium-Arten (Pythium spp.)—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
ÖlraukeRhizoctonia spp.—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
WurzelpetersiliePythium-Arten (Pythium spp.)—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
EndivienRhizoctonia spp.—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
EissalatRhizoctonia spp.—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
FeldsalatRhizoctonia spp.—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
KompaßlattichRhizoctonia spp.—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
KnollenselleriePythium-Arten (Pythium spp.)—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
KorianderPythium-Arten (Pythium spp.)—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
ChicoreeRhizoctonia spp.—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
EndivienRhizoctonia spp.—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
MöhrePythium-Arten (Pythium spp.)—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
ChicoreeRhizoctonia spp.—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
PastinakPythium-Arten (Pythium spp.)—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
SpinatRhizoctonia spp.—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
SchnittmangoldRhizoctonia spp.—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
Löwenzahn, GemeinerRhizoctonia spp.—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
Knolliger KälberkropfPythium-Arten (Pythium spp.)—5 KILOGRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Anwendung von Tri-Soil in deinen Kulturen?

Der optimale Anwendungszeitpunkt ist so früh wie möglich im Kulturverlauf. Bringe Tri-Soil idealerweise direkt bei der Aussaat, beim Stecken oder unmittelbar nach dem Pflanzen aus. Da der Nutzeffekt auf der Besiedlung der Wurzeln beruht, muss der Pilz vor den Schaderregern im Boden etabliert sein.

Welche Bodenbedingungen benötigt Tri-Soil, um optimal zu wirken?

Da Trichoderma atroviride ein lebender Organismus ist, benötigt er für die Keimung und das Wachstum ausreichende Bodenfeuchtigkeit und moderate Bodentemperaturen (optimal ab ca. 10 °C). In extrem trockenen oder staunassen Böden kann sich die Wirkung verzögern oder abschwächen.

Kannst du Tri-Soil zusammen mit chemischen Fungiziden in einer Spritzfolge nutzen?

Ja, das ist im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzes sehr empfehlenswert. Du solltest jedoch einen zeitlichen Abstand einhalten: Warte nach einer chemischen Bodenfungizid-Behandlung mindestens eine Woche, bevor du Tri-Soil anwendest, damit die nützlichen Sporen nicht durch Wirkstoffrückstände im Boden gehemmt werden.

Wie lagerst du Tri-Soil richtig, um die Lebensfähigkeit der Sporen zu erhalten?

Lagere das Produkt kühl, trocken und frostfrei in der ungeöffneten Originalverpackung. Höhere Temperaturen über einen längeren Zeitraum können die Keimfähigkeit der Sporen beeinträchtigen. Ideal ist eine Lagerung im kühlen Lagerkeller oder bei Kühlschranktemperaturen, wenn du das Mittel über einen längeren Zeitraum aufbewahren möchtest.

Wie findest du heraus, ob Tri-Soil für deine spezifische Kultur in Deutschland zugelassen ist?

Du kannst die aktuelle Zulassungssituation für deine Kultur ganz einfach hier auf agronomy.farmable.tech im Bereich der registrierten Kulturen einsehen oder direkt in der Online-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) anhand der Zulassungsnummer 00A258-00 überprüfen.

Musst du nach der Behandlung mit Tri-Soil eine Wartezeit bis zur Ernte einhalten?

Da es sich bei Tri-Soil um ein biologisches Pflanzenschutzmittel auf Basis eines natürlichen Bodenpilzes handelt, ist für die meisten zugelassenen Kulturen keine lange Wartezeit vorgeschrieben. Die genauen, aktuell gültigen Vorgaben und eventuelle Sonderregelungen für deine spezifische Kultur solltest du jedoch stets vor der Anwendung in den Zulassungsdetails prüfen.