TRESO
TRESO ist ein hochwirksames Fungizid von Syngenta, das speziell für den Schutz von Winterraps gegen eine der wirtschaftlich bedeutendsten Krankheiten entwickelt wurde: die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum). Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG) mit einem hohen Wirkstoffgehalt an Fludioxonil (500 g/kg), bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine hervorragende vorbeugende Wirkung. Es schützt die Rapskulturen in der kritischen Phase der Blüte, in der die Infektion durch herabfallende Blütenblätter initiiert wird.
Durch seine hervorragende Haftung auf den Pflanzenteilen und die langanhaltende Schutzwirkung sichert TRESO das Ertragspotenzial ab. Die gezielte Anwendung während der Rapsblüte verhindert das Keimen der Sporen und das Eindringen des Pilzes in den Stängel. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Rapsanbau, insbesondere in Regionen mit engem Raps-Fruchtfolge-Anteil und feucht-warmer Witterung zur Blütezeit.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Fludioxonil gehört zur chemischen Gruppe der Phenylpyrrole (FRAC-Gruppe 12). Er ist ein Kontaktfungizid mit langanhaltender Wirkung, das die Signalübertragung der osmotischen Regulation im Pilz stört. Genauer gesagt beeinflusst Fludioxonil die Aktivität der MAP-Kinase (Mitogen-Activated Protein Kinase) in der osmotischen Signaltransduktion. Dies führt zu einer schnellen Störung des osmotischen Drucks innerhalb der Pilzzellen, wodurch die Sporenkeimung, das Keimschlauchwachstum und die Myzelentwicklung von Sclerotinia sclerotiorum effektiv blockiert werden. Da Fludioxonil vor allem präventiv wirkt, muss die Anwendung erfolgen, bevor der Schaderreger in das Pflanzengewebe eindringt. Einmal auf der Kultur ausgebracht, bildet der Wirkstoff einen stabilen Schutzfilm auf den Blütenblättern und Stängeln, der auch unter wechselnden Witterungsbedingungen seine Aktivität behält.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Sclerotinia sclerotiorum zu minimieren, solltest du TRESO stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Da Fludioxonil der FRAC-Gruppe 12 angehört, ist es der ideale Partner für den Wirkstoffwechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen, wie beispielsweise SDHI (FRAC-Gruppe 7) oder Azolen (FRAC-Gruppe 3). Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen mit Wirkstoffen derselben Gruppe in einer Saison und nutze die empfohlene Aufwandmenge von 0,75 kg/ha voll aus, um unnötigen Selektionsdruck zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
TRESO zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Insektiziden (z. B. zur Bekämpfung von Rapsglanzkäfern oder Kohlschotenrüsslern) sowie Blattdüngern aus, die typischerweise zur Rapsblüte appliziert werden. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe (Eimerprobe) durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge von 200–400 l/ha und eine gleichmäßige Benetzung der gesamten Kultur, insbesondere der mittleren und unteren Stängelbereiche.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit TRESO ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz bei der Anmischung und Applikation, obligatorisch. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Stammdaten angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern generell vorsorglich handeln: Vermeide Applikationen während des aktiven Bienenflugs und verlege die Behandlung in die späten Abendstunden, wenn die Bienen den Flug eingestellt haben. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik strikt zu minimieren, um aquatische Organismen zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterraps | Sclerotinia sclerotiorum | 61–69 | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit TRESO im Raps?
Der optimale Behandlungszeitraum liegt in der Vollblüte des Rapses (BBCH 65), wenn etwa 50 % der Blüten am Haupttrieb geöffnet sind und die ersten Blütenblätter abzufallen beginnen. Da die Infektion mit Sclerotinia meist über diese abfallenden Blütenblätter erfolgt, die in den Blattachseln hängen bleiben, muss der Schutzfilm vor diesem Zeitpunkt etabliert sein.
Wie wirkt sich Regen kurz nach der Anwendung von TRESO aus?
TRESO verfügt über eine hervorragende Regenbeständigkeit. Sobald der Spritzbelag auf den Pflanzenteilen angetrocknet ist (in der Regel nach ca. 1 bis 2 Stunden), ist der Wirkstoff Fludioxonil fest an die Wachsschicht der Kultur gebunden und wird auch durch nachfolgende Niederschläge nicht leicht abgewaschen.
Kann ich TRESO mit einem Insektizid zur Schotenbehandlung mischen?
Ja, eine Mischung mit zugelassenen Insektiziden gegen Schädlinge wie den Kohlschotenrüssler oder die Kohlschotengallmücke ist in der Regel gut möglich. Dies spart dir einen Überfahrtsgang. Achte jedoch darauf, die Mischung zügig auszubringen und die Bienenbestimmungen des Mischpartners strikt einzuhalten.
Warum ist die Weißstängeligkeit (Sclerotinia) so schwer zu bekämpfen, wenn die Symptome bereits sichtbar sind?
Sclerotinia sclerotiorum ist ein Schwächeparasit, der im Inneren des Stängels wächst. Sobald du die typischen Symptome wie das Ausbleichen der Stängel oder das vorzeitige Reifen (Notreife) siehst, ist das Leitgewebe der Kultur bereits zerstört. Eine kurative Bekämpfung ist dann unmöglich, weshalb die vorbeugende Behandlung mit TRESO zur Blüte entscheidend ist.
Wie lagere ich TRESO-Reste nach der Saison am besten?
Lagere TRESO in der verschlossenen Originalverpackung an einem kühlen, trockenen und gut belüfteten Ort, der für Kinder und Unbefugte unzugänglich ist. Schütze das Produkt vor direktem Sonnenlicht und extremen Temperaturen, um die physikalische Stabilität des Granulats über den Winter zu erhalten.
Wie finde ich heraus, ob TRESO in meinem Bundesland aktuell besondere Anwendungsbestimmungen hat?
Du kannst die aktuellen regionalen Auflagen und eventuelle Notfallzulassungen direkt über das Online-Portal des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) oder über die regionalen Pflanzenschutzdienste deiner Landwirtschaftskammer einsehen.