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Sonstige · Cheminova Deutschland GmbH

Torero

BVL Zul.-Nr. 008235-00

Torero ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung einer Vielzahl wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten in Getreide und Raps. Als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, lässt sich das Produkt hervorragend dosieren, im Tank mischen und gleichmäßig auf den Zielflächen verteilen. Es hat sich im deutschen Ackerbau als verlässlicher Baustein etabliert, um Ertrag und Qualität der Ernte abzusichern.

Das Wirkungsspektrum umfasst wichtige Schaderreger wie Rostpilze (Gelb-, Braun-, Zwerg- und Haferkronenrost), Septoria-Arten, Netzflecken sowie Rhynchosporium secalis im Getreide. Im Raps bietet Torero einen starken Schutz gegen Weißstängeligkeit (Sclerotinia) und Alternaria-Arten. Durch seine systemischen Eigenschaften schützt das Mittel auch den Neuzuwachs der Kulturen effektiv vor einer Neuinfektion.

Dank der flexiblen Anwendungsmöglichkeiten im BBCH-Bereich von 31 bis 69 kannst du Torero optimal in deine bestehenden Pflanzenschutzstrategien integrieren. Es zeichnet sich durch eine langanhaltende Dauerwirkung und eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus, was es zu einem unverzichtbaren Werkzeug im modernen, integrierten Pflanzenbau macht.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Torero enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Gruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, Qo-Inhibitoren). Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung der mitochondrialen Atmung in den Pilzzellen. Azoxystrobin bindet an die Qo-Stelle des Cytochrom-bc1-Komplexes (Komplex III) und verzögert bzw. blockiert den Elektronentransport. Dies unterbricht die ATP-Synthese, wodurch dem Schaderreger die lebensnotwendige Energie entzogen wird, was rasch zu dessen Absterben führt. Azoxystrobin wirkt primär protektiv (vorbeugend), besitzt jedoch auch kurative und translaminare Eigenschaften mit einer ausgeprägten systemischen Verteilung in der Kultur. Nach der Applikation dringt der Wirkstoff in das Blattgewebe ein und wird akropetal, also mit dem Saftstrom nach oben, transportiert. Dadurch werden auch neu zuwachsende Pflanzenteile geschützt. Zudem wird die Sporenkeimung und die frühe Phase der Pilzentwicklung besonders effektiv unterbunden.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung der Schaderreger vorzubeugen, solltest du Torero stets im Rahmen eines vorausschauenden Antiresistenzmanagements einsetzen. Da Azoxystrobin der FRAC-Gruppe 11 angehört, besteht bei wiederholter Solo-Anwendung ein hohes Risiko für die Selektion resistenter Pilzstämme. Verwende Torero daher bevorzugt in Kombination oder im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus, wie beispielsweise Triazolen (FRAC-Gruppe 3) oder Carboxamiden (SDHI, FRAC-Gruppe 7). Halte dich zudem strikt an die empfohlenen Aufwandmengen und begrenze die Anzahl der Anwendungen pro Saison auf das registrierte Maß.

Mischbarkeit & Tankmischung

Torero zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit einer Vielzahl gängiger Pflanzenschutzmittel, Wachstumsregler und flüssiger Blattdünger. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme pH-Werte der Spritzbrühe. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch unter schwierigen Witterungsbedingungen die Benetzung und Wirkstoffaufnahme auf der Blattoberfläche optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Torero ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz lückenlos zu gewährleisten. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden nach dem täglichen Bienenflug. Achte zudem penibel darauf, Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen zu verhindern, um aquatische Organismen und die lokale Biodiversität zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GersteZwergrost (Puccinia hordei)31–611 LITER_PER_HECTARE—
RapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)60–691 LITER_PER_HECTARE21T
RapsAlternaria Arten (Alternaria sp.)60–691 LITER_PER_HECTARE21T
GersteRhynchosporium secalis31–611 LITER_PER_HECTARE—
WeizenBlatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum)31–611 LITER_PER_HECTARE—
RoggenRhynchosporium secalis31–611 LITER_PER_HECTARE—
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)31–611 LITER_PER_HECTARE—
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)31–691 LITER_PER_HECTARE—
WeizenSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis)31–611 LITER_PER_HECTARE—
RoggenSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis)31–611 LITER_PER_HECTARE—
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)31–611 LITER_PER_HECTARE—
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)31–691 LITER_PER_HECTARE—
HaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)31–611 LITER_PER_HECTARE—
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)31–611 LITER_PER_HECTARE—
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)31–611 LITER_PER_HECTARE—
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)31–611 LITER_PER_HECTARE—
RapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)60–691 LITER_PER_HECTARE21T
GersteSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis)31–611 LITER_PER_HECTARE—
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)31–611 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann solltest du Torero im Getreide optimal anwenden?

Der optimale Anwendungszeitraum erstreckt sich vom Schossen bis zum Ende der Blüte (BBCH 31–69). Für einen maximalen Schutz des Fahnenblattes und der Ähre solltest du die Behandlung präventiv bei erster Infektionsgefahr oder direkt bei Sichtbarwerden der ersten Symptome durchführen.

Welche positiven Nebeneffekte hat Torero auf deine Kultur?

Neben der fungiziden Wirkung zeigt Torero den bekannten physiologischen 'Greening-Effekt'. Durch die Beeinflussung des pflanzlichen Hormonhaushalts bleibt das Blattgewebe länger grün, die Alterung wird verzögert und die Stresstoleranz gegenüber Trockenheit oder Hitze verbessert sich, was die Kornfüllungsphase positiv unterstützt.

Kannst du Torero auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr spritzen?

Ja, Torero ist weitgehend temperaturunabhängig wirksam. Die Aufnahme und systemische Verteilung in der Kultur laufen jedoch bei aktivem Stoffwechsel (Temperaturen ab ca. 8–10 °C) schneller und effizienter ab. Vermeide Anwendungen bei Frost oder wenn die Kultur unter starkem Stress steht.

Wie schnell ist Torero nach der Anwendung regenfest?

Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme ist Torero bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen des Spritzbelags regenfest. In der Regel reicht eine regenfreie Zeit von ein bis zwei Stunden nach der Applikation aus, damit der Wirkstoff sicher in das Blattgewebe eindringen kann.

Warum musst du die Wartezeit von 21 Tagen unbedingt einhalten?

Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit von 21 Tagen stellt sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände im Erntegut bis zur Ernte unter die strengen gesetzlichen Grenzwerte abgebaut werden. Du musst diesen Zeitraum zwischen der letzten Behandlung und der Ernte zwingend einhalten, um verkehrsfähige Ware zu erzeugen.

Wie findest du im Agronomy-Hub weitere passende Pflanzenschutzmittel für deine Kulturen?

Du kannst im Hub ganz einfach nach deiner spezifischen Kultur (wie Winterweizen oder Raps) filtern und dir alle dafür registrierten Pflanzenschutzmittel anzeigen lassen. So kannst du gezielt Wirkstoffe für eine effektive Spritzfolge und ein optimales Resistenzmanagement auswählen.