TESANTO
TESANTO von Syngenta ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel, das als modernes Fungizid vor allem im Getreidebau sowie in verschiedenen Gemüse- und Zwiebelkulturen eingesetzt wird. Die flüssige Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Verteilung auf der Blattoberfläche und ein schnelles Eindringen in das Pflanzengewebe aus. Dadurch bietet das Mittel einen langanhaltenden Schutz vor wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten.
Das Wirkungsspektrum von TESANTO umfasst eine Vielzahl von Schaderregern, darunter bedeutende Rostpilze (Puccinia-Arten), Septoria-Blattdürre, Netzflecken sowie die Purpurfleckenkrankheit bei Allium-Arten. Durch seine breite Zulassung in Kulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Spargel und verschiedenen Zwiebelgewächsen stellt es einen flexiblen und verlässlichen Baustein im integrierten Pflanzenschutz dar.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Benzovindiflupyr gehört zur chemischen Klasse der Carboxamide und wird innerhalb der FRAC-Klassifizierung in die Gruppe 7 (SDHI – Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren) eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Blockade des Enzymkomplexes II (Succinat-Dehydrogenase) in der mitochondrialen Atmungskette der Pilzzellen. Dies unterbricht den Elektronentransport und stoppt die Energieproduktion (ATP-Synthese) des Schaderregers, was letztlich zum Absterben des Pilzes führt. Benzovindiflupyr zeichnet sich durch eine extrem starke Bindung an die Wachsschicht des Blattes aus (hohe Lipophilie), von wo aus der Wirkstoff kontinuierlich und gleichmäßig in das Blattgewebe abgegeben wird. Dies sorgt für eine herausragende Regenfestigkeit unmittelbar nach der Antrocknung und eine langanhaltende präventive sowie kurative Schutzwirkung gegen keimende Sporen und bereits etabliertes Myzel.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du TESANTO stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Da Benzovindiflupyr der FRAC-Gruppe 7 angehört, ist die Anzahl der Anwendungen pro Saison in der jeweiligen Kultur zu begrenzen. Es wird dringend empfohlen, TESANTO im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen, wie beispielsweise Triazolen (FRAC-Gruppe 3) oder Kontaktfungiziden, einzusetzen oder in entsprechenden Tankmischungen zu kombinieren. Vermeide aufeinanderfolgende Solo-Anwendungen von SDHI-Fungiziden in derselben Kultur.
Mischbarkeit & Tankmischung
TESANTO ist im Allgemeinen gut mit gängigen Herbiziden, Insektiziden und Wachstumsregulatoren mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung der Kulturen zu gewährleisten, und vermeide Applikationen bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung, um das Risiko von Phytotoxizität zu minimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit TESANTO ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind, verzichten und die Behandlung vorzugsweise in den späten Abendstunden durchführen. Um Gewässerorganismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen und Gewässer durch den Einsatz abdriftmindernder Technik strikt zu vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Porree | Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri), Septoria-Arten (Septoria spp.) | 41–48 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Teekräuter | Pilzliche Blattfleckenerreger | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 62T |
| Speisezwiebel | Puccinia-Arten | 41–48 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Teekräuter | Rostpilze | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 62T |
| Spargel | Spargelrost (Puccinia asparagi) | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 31–69 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Speisezwiebel | Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri) | 41–48 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Roggen | Rhynchosporium secalis | 31–61 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schnittlauch | Puccinia-Arten | 41–48 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Knoblauch | Puccinia-Arten | 41–48 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Gerste | Zwergrost (Puccinia hordei) | 31–59 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speisezwiebel | Puccinia-Arten | 41–48 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Roggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 31–69 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 31–61 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Porree | Porreerost (Puccinia porri), Rost (Puccinia allii) | 41–48 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Weizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 31–61 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Septoria nodorum | 31–61 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Knoblauch | Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri), Rost (Puccinia allii) | 41–48 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Gerste | Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni) | 31–59 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schalotte | Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri) | 41–48 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| frische Kräuter | Rostpilze | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Knoblauch | Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri) | 41–48 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Schalotte | Puccinia-Arten | 41–48 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Gerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 31–59 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| frische Kräuter | Pilzliche Blattfleckenerreger | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Winterheckenzwiebel | Puccinia-Arten | 41–48 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Gerste | Rhynchosporium secalis | 31–59 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speisezwiebel | Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri) | 41–48 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit TESANTO im Getreide?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt in der Phase des aktiven Wachstums zwischen den BBCH-Stadien 31 (Schossen) und 69 (Ende der Blüte). Um die maximale Dauerwirkung auszuschöpfen, solltest du die Behandlung präventiv bei erster Infektionsgefahr oder direkt bei Sichtbarwerden der ersten Symptome durchführen.
Wie verhält sich TESANTO bei unbeständigem Wetter oder Regen kurz nach der Spritzung?
Dank der ausgeprägten lipophilen Eigenschaften von Benzovindiflupyr bindet sich der Wirkstoff extrem schnell an die Wachsschicht der Blätter. Sobald der Spritzbelag vollständig angetrocknet ist (meist nach etwa einer Stunde), ist das Pflanzenschutzmittel hervorragend regenfest und verliert nicht an Wirkung.
Kann ich TESANTO auch in Spargelanlagen nach der Ernte einsetzen?
Ja, TESANTO ist für die Anwendung gegen Spargelrost (Puccinia asparagi) im Spargel zugelassen. Die Behandlung erfolgt nach dem Ende der Stechzeit im Sommer, um das grüne Spargelkraut gesund zu erhalten und die Reservestoffeinlagerung für das Folgejahr zu sichern.
Warum ist der Wirkstoffwechsel bei der Bekämpfung von Septoria-Arten so wichtig?
Septoria-Erreger besitzen ein hohes Risiko für die Entwicklung von Resistenzen gegenüber SDHI-Fungiziden wie Benzovindiflupyr. Durch den gezielten Wechsel mit anderen Wirkmechanismen (z. B. Azolen oder Multisite-Inhibitoren) unterbrichst du Selektionsprozesse und erhältst die langfristige Wirksamkeit dieses wertvollen Wirkstoffs.
Was muss ich bei der Anwendung in Zwiebel- und Allium-Kulturen beachten?
Achte bei Allium-Arten besonders auf eine gleichmäßige Benetzung der aufrecht stehenden, wachsartigen Blätter. Die Zugabe eines geeigneten, zugelassenen Netzmittels kann die Haftung und das Eindringen des Wirkstoffs verbessern, um Schaderreger wie die Purpurfleckenkrankheit effektiv zu kontrollieren.
Wie finde ich heraus, welche Mischungspartner für TESANTO in meiner Region aktuell empfohlen werden?
Du kannst auf unserem Portal agronomy.farmable.tech gezielt nach registrierten Pflanzenschutzmitteln für deine Kultur suchen und die Zulassungsdaten abgleichen. Für regionale Besonderheiten und spezifische Tankmischungen empfiehlt sich zudem die Rücksprache mit deiner lokalen landwirtschaftlichen Offizialberatung.