TERMINUS EXTRA
TERMINUS EXTRA ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) in Kartoffeln (SOLTU). Durch die Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe bietet dieses Fungizid sowohl einen zuverlässigen vorbeugenden Schutz als auch eine kurative Stop-Wirkung bei bereits erfolgten Infektionen. Es ist als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, was eine einfache Handhabung, präzise Dosierung und eine hervorragende Verteilung auf den Blättern der Kultur ermöglicht.
Die Stärke dieses Produkts liegt in der dualen Absicherung der Kartoffelbestände während der gesamten kritischen Wachstumsphase. Während ein Wirkstoffpartner die Blattoberfläche lückenlos abschirmt und Sporen am Keimen hindert, dringt der andere tief in das Blattgewebe ein, um bereits stattgefundene Infektionen im Anfangsstadium zu stoppen. Dies macht TERMINUS EXTRA zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Antiresistenzmanagement im Kartoffelanbau.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die biologische Aktivität von TERMINUS EXTRA beruht auf zwei völlig unterschiedlichen Wirkungsmechanismen. Der Wirkstoff Cymoxanil (FRAC-Gruppe 27) besitzt lokal-systemische Eigenschaften und dringt schnell in das Blattgewebe ein (Penetrant). Er greift in die Synthese von Nukleinsäuren und Proteinen sowie in die Zellatmung des Pilzes ein. Durch diese schnelle Penetration stoppt Cymoxanil die Pilzentwicklung auch dann noch, wenn die Infektion bereits kurz zuvor stattgefunden hat (kurativer Effekt innerhalb der ersten 24–48 Stunden). Der zweite Wirkstoff, Fluazinam (FRAC-Gruppe 29), ist ein reines Kontaktfungizid mit ausgeprägter protektiver Wirkung. Er fungiert als Entkoppler der oxidativen Phosphorylierung in den Mitochondrien des Schaderregers, wodurch die Energieproduktion (ATP-Synthese) der Pilzzellen vollständig zum Erliegen kommt. Da Fluazinam an mehreren Stellen des Atmungsprozesses ansetzt (Multi-Site-Aktivität), verhindert es effektiv das Keimen der Sporen auf der Blattoberfläche und schützt zudem die Knollen vor einer Sporeninfektion während der Erntephase.
Resistenzmanagement
Durch die Kombination von Cymoxanil (FRAC 27) und Fluazinam (FRAC 29) verfügt TERMINUS EXTRA bereits über ein eingebautes Antiresistenz-System, da beide Wirkstoffe unterschiedlichen chemischen Klassen und Wirkungsweisen angehören. Um das Risiko einer Resistenzbildung bei *Phytophthora infestans* langfristig zu minimieren, solltest du dieses Pflanzenschutzmittel stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen FRAC-Gruppen einsetzen. Begrenze die Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den behördlichen Vorgaben und vermeide den Einsatz rein kurativer Mittel bei bereits starkem, sichtbarem Befallsdruck im Feld.
Mischbarkeit & Tankmischung
TERMINUS EXTRA zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit gängigen Kartoffelfungiziden, Insektiziden zur Blattlausbekämpfung sowie flüssigen Blattdüngern. Bei geplanten Tankmischungen empfiehlt es sich jedoch, vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung des dichten Kartoffellaubs zu gewährleisten. Die Zugabe von Additiven oder Haftmitteln kann die Regenfestigkeit und Wirkstoffverteilung unter schwierigen Witterungsbedingungen weiter optimieren, sollte aber vorab auf Pflanzenverträglichkeit in der Kultur geprüft werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit TERMINUS EXTRA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsregister vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern dennoch allgemeine Vorsichtsmaßnahmen treffen: Vermeide Anwendungen auf blühenden Kulturen oder in Bereichen, in denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, und verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Um aquatische Organismen und die Bodenfauna zu schonen, ist ein Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik konsequent zu vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kartoffel | Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) | 21–89 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 7T |
Häufige Fragen
Wie verhält sich TERMINUS EXTRA bei unbeständigem Wetter und drohendem Regen?
Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme von Cymoxanil ist das Mittel bereits nach etwa ein bis zwei Stunden regenfest. Der enthaltene Partner Fluazinam haftet zudem extrem stark an der Wachsschicht des Blattes, sodass der protektive Schutzfilm auch bei nachfolgenden Niederschlägen stabil bleibt. Dennoch solltest du die Behandlung auf trockene Bestände ausbringen, um eine optimale Verteilung zu gewährleisten.
Warum ist der Schutz der Knollen am Ende der Vegetationsperiode so wichtig und wie hilft das Produkt dabei?
Sporen der Kraut- und Knollenfäule können bei Regen vom Laub in den Boden gewaschen werden und dort die Knollen infizieren, was zu schweren Lagerverlusten führt. Der Wirkstoff Fluazinam in TERMINUS EXTRA besitzt eine hervorragende sporenabtötende Wirkung (antisporulierender Effekt). Eine späte Anwendung schützt somit nicht nur das verbleibende Laub, sondern verhindert aktiv das Eindringen von Sporen in die Knollen vor und während der Ernte.
Kann ich TERMINUS EXTRA auch bei bereits sichtbaren Befallsnestern im Kartoffelbestand einsetzen?
Ja, in diesem Fall profitierst du von der kurativen Stopp-Wirkung des Cymoxanils. Es kann latente Infektionen im Blattgewebe, die nicht älter als 24 bis 48 Stunden sind, stoppen. Bei starkem, etabliertem Befall solltest du jedoch eine gezielte Stopp-Spritzung mit einem stark antisporulierenden Partner kombinieren und die Spritzabstände deutlich verkürzen, um eine weitere Ausbreitung im Bestand zu verhindern.
Welche Rolle spielt die Wasserhärte und der pH-Wert des Spritzwassers bei der Anwendung?
Für eine optimale Stabilität der Wirkstoffe sollte das Spritzwasser einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert (optimal zwischen 5,5 und 6,5) aufweisen. In sehr alkalischem Wasser kann es zu einem schnelleren Abbau von Cymoxanil kommen. Falls dein Brunnen- oder Leitungswasser sehr hart oder alkalisch ist, empfiehlt sich der Einsatz eines geeigneten pH-Puffers im Spritztank, bevor du das Pflanzenschutzmittel zugibst.
Wie integriere ich das Produkt am besten in eine vorausschauende Spritzfolge?
Am besten setzt du TERMINUS EXTRA in Phasen mit hohem Infektionsdruck oder schnellem Krautwachstum ein, um die systemische Komponente optimal zu nutzen. Da das Produkt über zwei unterschiedliche Wirkmechanismen verfügt, eignet es sich hervorragend als Brücken-Spritzung zwischen reinen Kontaktfungiziden und vollsystemischen Wirkstoffen, um den Selektionsdruck zu mindern und Lücken im Schutzschild zu schließen.