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Sonstige · Cheminova Deutschland GmbH

Terminus

BVL Zul.-Nr. 006897-00

Terminus ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) in Kartoffelkulturen. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, lässt sich das Produkt hervorragend dosieren, löst sich klumpenfrei in der Spritzbrühe auf und sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Wirkstoffs auf der Blattoberfläche. In professionellen Kartoffelanbaubetrieben hat sich das Mittel als verlässlicher Standard etabliert, um Ertrag und Knollenqualität nachhaltig abzusichern.

Der Wirkstoff zeichnet sich durch eine ausgeprägte Kontaktwirkung aus. Nach der Anwendung bildet sich ein stabiler Schutzfilm auf den Blättern und Stängeln der Kultur, der das Eindringen von Pilzsporen effektiv verhindert. Besonders hervorzuheben ist die starke Wirkung gegen Zoosporen, wodurch nicht nur das oberirdische Kraut geschützt, sondern auch das Risiko einer Sporenverschleppung in den Boden und somit eine Infektion der Knollen minimiert wird.

Dank seiner exzellenten Regenfestigkeit bleibt der Schutzbelag auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen und bei intensiven Niederschlägen stabil. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein in Spritzfolgen, insbesondere in Phasen mit schnellem Krautwachstum und hohem Infektionsdruck.

Wirkstoffe

Fluazinam
500 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Terminus enthaltene Wirkstoff Fluazinam gehört zur chemischen Gruppe der Pyridinamine und ist im FRAC-Code der Gruppe 29 zugeordnet. Die biochemische Wirkung basiert auf der Entkopplung der oxidativen Phosphorylierung in den Mitochondrien der Pilzzellen. Fluazinam stört dabei gezielt den Protonengradienten an der inneren Mitochondrienmembran, wodurch die ATP-Synthese unterbrochen wird. Ohne diese zentrale Energiequelle kollabieren die Stoffwechselprozesse des Schaderregers rasch. Dieser Mechanismus greift an mehreren Stellen des Entwicklungszyklus von Phytophthora infestans ein. Er hemmt sowohl die Sporenkeimung als auch die Penetration, das Myzelwachstum und die Sporulation des Pilzes. Da es sich um einen Multi-Site-Inhibitor handelt, der grundlegende physiologische Prozesse an verschiedenen Stellen stört, ist das Risiko für eine Resistenzentwicklung im Vergleich zu rein systemischen Wirkstoffen als äußerst gering einzustufen.

Resistenzmanagement

Obwohl Fluazinam aufgrund seines Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe 29) ein sehr geringes Resistenzrisiko aufweist, solltest du im Sinne eines nachhaltigen Antiresistenzmanagements stets auf einen konsequenten Wirkstoffwechsel achten. Integriere das Produkt strategisch in Spritzfolgen mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen, wie beispielsweise Carbonsäureamiden (CAA) oder Quinon-Outside-Inhibitoren (QoI). Vermeide den ausschließlichen Solo-Einsatz über die gesamte Saison, um die Selektion sensitiver Stämme langfristig und präventiv zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

In der landwirtschaftlichen Praxis zeigt sich das Produkt als hervorragend mischbar mit den meisten gängigen Kartoffelfungiziden, Insektiziden sowie flüssigen Blattdüngern. Bei geplanten Tankmischungen empfiehlt es sich jedoch immer, vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen, um Unverträglichkeiten auszuschließen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung der Kultur zu gewährleisten. Die Zugabe von speziellen Haftmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Haftung und Regenfestigkeit optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der Handhabung, des Anmischens und der Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robustem Schuhwerk und Schutzhandschuhen. Da der Wirkstoff toxisch für aquatische Organismen sein kann, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen strikt zu vermeiden; nutze hierzu verlustmindernde Düsentechnik. Zum Schutz von Bestäubern und nützlichen Insekten sollte die Anwendung vorzugsweise in den Abendstunden erfolgen, wenn kein Bienenflug mehr stattfindet, um jeglichen direkten Kontakt mit Blütenbesuchern zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelKraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans)21–950.4 LITER_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den ersten Einsatz in meinen Kartoffeln?

Der optimale Startzeitpunkt liegt zu Beginn der Reihenschließung (ab BBCH 21), bevor erste Infektionen im Feld sichtbar werden. Da das Produkt rein protektiv wirkt, muss der Schutzfilm auf den Blättern etabliert sein, bevor Sporen von Phytophthora infestans einfliegen.

Wie schützt das Produkt die Kartoffelknollen vor der Knollenfäule?

Der Wirkstoff besitzt eine extrem starke Wirkung gegen die beweglichen Zoosporen des Pilzes. Indem er diese Sporen auf dem Boden und am Stängel abtötet, wird verhindert, dass sie mit dem Regenwasser in den Damm gespült werden und dort die heranwachsenden Knollen infizieren.

Kann ich die Behandlung auch bei unbeständigem Wetter durchführen?

Ja, das Produkt zeichnet sich durch eine hervorragende Regenfestigkeit aus. Sobald der Spritzbelag auf den Blättern angetrocknet ist (meist nach ca. 1 bis 2 Stunden), bleibt die Schutzwirkung auch bei anschließenden Niederschlägen voll erhalten.

Warum ist der Wirkstoff Fluazinam so wichtig für mein Resistenzmanagement?

Fluazinam greift als Entkoppler der oxidativen Phosphorylierung (FRAC-Gruppe 29) an mehreren Stellen des pilzlichen Stoffwechsels gleichzeitig an. Da es sich um einen Multi-Site-Wirkstoff handelt, ist die Gefahr, dass der Erreger Resistenzen entwickelt, extrem gering. Das macht ihn zum idealen Partner in Spritzfolgen mit gefährdeten, systemischen Wirkstoffen.

Wie verhält sich das Produkt bei der Abschlussbehandlung vor der Ernte?

In der späten Wachstumsphase (bis BBCH 95) eignet sich das Mittel hervorragend, um den Knallenschutz abzusichern. Durch die kurze Wartezeit von nur 7 Tagen kannst du das Pflanzenschutzmittel flexibel bis kurz vor der Krautregulierung oder Ernte einsetzen, um Sporeninfektionen bei der Rodung zu verhindern.

Muss ich bei der Anwendung spezielle Düsen oder Wassermengen verwenden?

Um eine lückenlose Benetzung des dichten Kartoffellaubs zu gewährleisten, solltest du eine Wassermenge von mindestens 200 bis 400 l/ha wählen. Verwende abdriftmindernde Düsen, um die Abdrift in angrenzende Biotope zu minimieren und gleichzeitig eine optimale Anlagerung auf Unter- und Oberseite der Blätter zu erzielen.