TEMSA SC
TEMSA SC ist ein hochselektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und der Hühnerhirse in Mais. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Handhabung und lässt sich präzise dosieren. Es ist speziell für den Nachauflauf-Einsatz konzipiert, um deine Kultur in der kritischen frühen Entwicklungsphase unkrautfrei zu halten und das Ertragspotenzial abzusichern.
Der enthaltene Wirkstoff Mesotrione zeichnet sich durch eine schnelle systemische Aufnahme über die Blätter und Wurzeln der Schaderreger aus. Nach der Anwendung verteilt sich der Wirkstoff in der Pflanze und sorgt für einen raschen Wachstumsstopp. Dies macht TEMSA SC zu einem flexiblen und verlässlichen Partner im modernen Maisanbau, der auch bei wechselhaften Witterungsbedingungen eine überzeugende Leistung zeigt.
Das Wirkungsspektrum deckt die wichtigsten Unkrautarten im Mais ab. Insbesondere die Hühnerhirse (Echinochloa crus-galli) sowie eine Vielzahl einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter werden im frühen Entwicklungsstadium sicher erfasst, wodurch der Konkurrenzdruck um Licht, Wasser und Nährstoffe frühzeitig ausgeschaltet wird.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Mesotrione gehört zur chemischen Gruppe der Triketone und ist im HRAC-System in die Gruppe 27 eingestuft. Er wirkt als spezifischer Inhibitor des Enzyms p-Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase (HPPD). Dieses Enzym ist im pflanzlichen Stoffwechsel essenziell für die Biosynthese von Plastochinon und Tocopherolen, welche wiederum wichtige Vorstufen für die Bildung von Carotinoiden darstellen. Durch die Blockade der Carotinoidsynthese fehlt den behandelten Schaderregern der natürliche Schutz vor intensiver Lichteinstrahlung. Das vorhandene Chlorophyll wird durch Photooxidation zerstört, was sich bereits wenige Tage nach der Behandlung durch ein charakteristisches Ausbleichen an den Vegetationspunkten und Blättern der Unkräuter zeigt. In der Folge sterben die betroffenen Gewebe vollständig ab, und das Unkraut bricht zusammen.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen den Wirkstoff Mesotrione (HRAC-Gruppe 27) zu minimieren, solltest du TEMSA SC stets in ein integriertes Unkrautmanagement einbinden. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von HPPD-Inhibitoren auf derselben Fläche. Kombiniere oder rotiere das Pflanzenschutzmittel stattdessen mit Herbiziden, die über andere Wirkungsmechanismen verfügen – wie beispielsweise Terbuthylazin-freie Partner, ALS-Inhibitoren oder Wuchsstoffe –, um die Selektion resistenter Biotypen von Hühnerhirse und zweikeimblättrigen Unkräutern effektiv zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
TEMSA SC ist im Allgemeinen gut mischbar mit vielen gängigen Maisherbiziden sowie flüssigen Blattdüngern. Zur Absicherung der physikalischen Verträglichkeit empfiehlt sich vor der großflächigen Anwendung stets eine Mischprobe in einem kleinen Gefäß. Die Zugabe eines geeigneten, vom Hersteller empfohlenen Netzmittels oder Additivs kann die Benetzung der Blattoberflächen und die Wirkstoffaufnahme insbesondere bei trockener Witterung oder verhärteter Wachsschicht der Unkräuter deutlich verbessern. Achte auf eine gleichmäßige Benetzung und vermeide Abdrift auf benachbarte Kulturen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit TEMSA SC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe) unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsstufe in den Zulassungsdaten vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen nicht in blühende Bestände oder auf blühende Unkräuter durchführen und die Behandlung bevorzugt in den Abendstunden einplanen, wenn kein Bienenflug stattfindet. Um Gewässer und Nichtzielpflanzen zu schützen, sind die allgemeinen Abstandsauflagen einzuhalten und jegliche Abdrift auf angrenzende Flächen konsequent zu vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Mais | Hühnerhirse, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–18 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–18 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für TEMSA SC im Mais?
Der beste Zeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf des Maises zwischen den BBCH-Stadien 12 und 18 (2- bis 8-Blattstadium). Achte darauf, dass sich die Unkräuter und die Hühnerhirse im aktiven Wachstum befinden und noch klein sind (Keimblatt- bis maximal 4-Blattstadium), da hier die Wirkstoffaufnahme am effizientesten ist.
Wie wirkt sich trockenes Wetter auf die Effizienz der Behandlung aus?
Bei anhaltender Trockenheit bilden Unkräuter eine dickere Wachsschicht (Kutikula) aus, was die Aufnahme von Mesotrione erschweren kann. In solchen Phasen solltest du die Behandlung in die kühleren Morgenstunden verlegen, wenn die Pflanzen eine höhere relative Feuchtigkeit aufweisen, oder den Zusatz eines geeigneten Additivs in Erwägung ziehen, um die Benetzung zu optimieren.
Kann ich TEMSA SC auch in einer Splitting-Anwendung ausbringen?
Die Zulassung sieht in der Regel eine Einmalanwendung mit der vollen Aufwandmenge vor, um eine nachhaltige Wirkung gegen schwer bekämpfbare Unkräuter und Hühnerhirse zu erzielen. Wenn du ein Splitting planst, stimme dies unbedingt mit der offiziellen Gebrauchsanleitung und den regionalen Beratungsstellen ab, um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten.
Was muss ich bei der Nachbauplanung nach dem Einsatz von TEMSA SC beachten?
Da der Wirkstoff Mesotrione im Boden abgebaut wird, ist der Nachbau von Mais in der Regel völlig unproblematisch. Bei empfindlichen Folgekulturen wie Rüben, Gemüse oder Raps im selben oder folgenden Herbst ist jedoch Vorsicht geboten. Eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) vor der Folgesaat wird empfohlen, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen und Schäden an der Folgekultur zu vermeiden.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meinen Mais?
Du kannst ganz einfach auf agronomy.farmable.tech nach der Kultur "Mais" (oder dem Code ZEAMX) filtern. Dort werden dir alle für diese Kultur registrierten Produkte sowie die zugelassenen Schaderreger übersichtlich angezeigt, sodass du deine Spritzfolge optimal planen kannst.
Warum verfärben sich manche Unkräuter nach der Spritzung weiß?
Das ist das typische Symptom für die Wirkung von Mesotrione. Der Wirkstoff blockiert die Bildung von Schutzpigmenten (Carotinoiden). Ohne diesen Schutz zerstört das Sonnenlicht das grüne Chlorophyll der Unkräuter, was zu dem charakteristischen Ausbleichen (Bleicheffekt) führt, bevor die Pflanzen vollständig absterben.