Tabara
Tabara ist ein hochselektives Herbizid von QEMETICA Agricultural Solutions Spain, das speziell für den Einsatz in Zuckerrüben (BEAVA) entwickelt wurde. Formuliert als flüssiges Konzentrat, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Wirkung gegen wirtschaftlich bedeutende, breitblättrige Unkräuter aus. Der Fokus liegt hierbei insbesondere auf schwer bekämpfbaren Vertretern der Korbblütler-Familie (Asteraceae).
Die Stärke von Tabara liegt in seiner ausgeprägten systemischen Wirkung. Dadurch erfasst das Mittel auch tiefwurzelnde Schaderreger, die von reinen Kontaktpartnern oft nur oberflächlich geschädigt werden. Als wichtiger Baustein in Spritzfolgen sorgt Tabara für unkrautfreie Bestände und sichert so die ungestörte Jugendentwicklung der Rüben.
Mit einem flexiblen Anwendungsfenster, das sich von BBCH-Stadium 12 bis 39 erstreckt, lässt sich Tabara optimal an die jeweilige Unkrautsituation und die Witterungsverhältnisse im Frühjahr anpassen. Dies gibt dir die nötige Flexibilität, um auf späte Unkrautwellen gezielt zu reagieren.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Tabara enthaltene Wirkstoff Clopyralid gehört zur HRAC-Gruppe 4 (synthetische Auxine). Er wirkt als Wachstumsregulator und imitiert das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-essigsäure. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter und in geringem Maße auch über die Wurzeln aufgenommen. Anschließend erfolgt ein schneller Transport sowohl im Phloem als auch im Xylem (systemische Verteilung) hin zu den aktiv wachsenden Meristemen der Unkräuter. In den empfindlichen Schaderregern führt Clopyralid zu einer Überstimulation des Zellwachstums. Dies äußert sich in unkontrollierten Zellteilungen und -streckungen, was die typischen Deformationen wie Stängelkrümmungen und Blattverdrehungen (Epinastie) hervorruft. Schließlich bricht das Leitgewebe der Unkräuter zusammen, was zum vollständigen Absterben der Pflanze führt. Besonders vorteilhaft ist, dass der Wirkstoff bis in die Wurzeln transportiert wird, was den Wiederaustrieb ausdauernder Unkräuter nachhaltig verhindert.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen synthetische Auxine (HRAC-Gruppe 4) zu minimieren, solltest du Tabara stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von Wirkstoffen aus dieser Gruppe auf derselben Fläche. Kombiniere oder wechsle Tabara stattdessen mit Herbiziden ab, die über andere Wirkmechanismen verfügen (wie z. B. ALS-Inhibitoren oder Photosynthesehemmer), um Selektionsdruck zu verhindern und die langfristige Wirksamkeit der Wirkstoffklasse zu sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Tabara ist im Allgemeinen sehr gut mit gängigen Rübenherbiziden (wie Metamitron, Ethofumesat oder Phenmedipham) sowie mit spezifischen Gräserherbiziden mischbar. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du den Spritztank zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser füllen, das Rührwerk aktivieren, die Mischpartner nacheinander vollständig auflösen und Tabara als letzte Komponente hinzugeben. Vermeide Mischungen unter extremen Stressbedingungen für die Kultur, wie etwa bei starker Hitze, Trockenheit oder unmittelbar nach Frostnächten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Tabara ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug) für den Anwenderschutz zwingend erforderlich. Zum Schutz von Bestäubern und der lokalen Fauna solltest du die Anwendung nicht in blühenden Beständen oder auf aktiv von Bienen beflogenen Flächen durchführen; weiche idealerweise auf die Abendstunden aus. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an Nichtzielpflanzen zu vermeiden, ist eine abdriftmindernde Düsentechnik zu verwenden und auf die Einhaltung allgemeiner Abstandsregelungen zu achten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Zuckerrübe | Echte Kamille, Geruchlose Kamille, Gemeines Kreuzkraut | 12–39 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt, um die Acker-Kratzdistel mit Tabara zu behandeln?
Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt vor, wenn sich die Acker-Kratzdistel im aktiven Wachstum befindet und eine Höhe von etwa 15 bis 20 cm (Rosettenstadium bis kurz vor dem Schossen) erreicht hat. Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftstrom in die Wurzeln besonders stark, was den Transport des Wirkstoffs Clopyralid bis in die tiefen Wurzelstrukturen begünstigt und einen Wiederaustrieb verhindert.
Kann ich Tabara auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr spritzen?
Ja, allerdings benötigt der Wirkstoff für eine optimale Systemwirkung aktives Pflanzenwachstum. Die Temperaturen sollten tagsüber idealerweise stabil über 10 °C liegen. Vermeide Anwendungen bei Frostgefahr oder extremen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, da dies die Kultur stressen und die Wirkung verzögern kann.
Wie schnell ist Tabara nach der Anwendung regenfest?
Tabara wird sehr rasch von den Blättern der Unkräuter aufgenommen. In der Regel ist das Mittel bereits etwa 2 bis 3 Stunden nach der Applikation regenfest. Ein Regenschauer nach diesem Zeitraum beeinträchtigt die Herbizidwirkung nicht mehr.
Gibt es Einschränkungen beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Tabara?
Da Clopyralid im Boden eine gewisse Persistenz aufweisen kann, ist beim Nachbau von empfindlichen Kulturen wie Leguminosen (Erbsen, Bohnen), Umbelliferen (Möhren) oder Solanaceen (Kartoffeln) im Folgejahr Vorsicht geboten. Nach einer normalen Ernte der Zuckerrüben und einer tiefen, wendenden Bodenbearbeitung (Pflügen) ist der Anbau von Getreide oder Mais im folgenden Frühjahr jedoch völlig unbedenklich.
Was muss ich tun, wenn meine Zuckerrüben durch Trockenheit oder Frost gestresst sind?
Unter extremen Stressbedingungen (z. B. anhaltende Trockenheit, Hitze oder nach Spätfrösten) solltest du die Behandlung mit Tabara verschieben. Gestresste Kulturen können den Wirkstoff schlechter abbauen, was zu vorübergehenden Wachstumsstockungen oder Blattdeformationen führen kann. Warte mit der Applikation, bis sich die Rüben sichtlich erholt haben.
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