Tabara
Tabara ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern. Als flüssige Formulierung konzipiert, basiert dieses Herbizid auf dem bewährten Wirkstoff Clopyralid. Es zeichnet sich durch eine hervorragende Systemik aus und wird vor allem dort eingesetzt, wo hartnäckige, tiefwurzelnde Schaderreger den Ertrag und die Qualität der Kulturen bedrohen.
Der Fokus von Tabara liegt auf der Bekämpfung von Problemunkräutern aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), wie beispielsweise Distel-Arten oder Kamille. Durch die schnelle Aufnahme über das Blattwerk und die anschließende Translokation bis in die Wurzelspitzen bietet das Mittel eine nachhaltige Wirkung, die auch ein Wiederaustreiben aus den Wurzelorganen effektiv unterbindet.
Dank seiner selektiven Eigenschaften schont Tabara die Hauptkulturen, während es gleichzeitig eine langanhaltende Sauberkeit im Bestand sichert. Es stellt somit einen wichtigen Baustein in modernen, integrierten Pflanzenschutzstrategien dar, um die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe frühzeitig auszuschalten.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Tabara enthaltene Wirkstoff Clopyralid gehört zur chemischen Gruppe der Pyridincarbonsäuren und wird nach der HRAC-Klassifizierung in die Gruppe 1 (synthetische Auxine, ehemals Gruppe O) eingeordnet. Clopyralid imitiert das pflanzeneigene Wuchshormon Indol-3-essigsäure (Auxin). Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff sowohl im Phloem als auch im Xylem transportiert und verteilt sich in der gesamten Pflanze, insbesondere in den aktiven Wachstumszonen (Meristemen). In den empfindlichen Unkräutern führt diese hormonelle Überstimulation zu einem unkontrollierten, asymmetrischen Zellwachstum. Typische Symptome sind das charakteristische Verkrümmen und Verdrehen von Stängeln und Blättern (Epinastie) sowie das Aufplatzen des Gewebes. Letztlich bricht das Leitgewebesystem der Pflanze zusammen, was zum vollständigen Absterben des Schaderregers führt.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzentwicklung bei den Zielunkräutern vorzubeugen, solltest du Tabara stets im Rahmen eines integrierten Herbizidmanagements einsetzen. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von synthetischen Auxinen (HRAC-Gruppe 1) auf derselben Fläche. Kombiniere die Behandlung stattdessen mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen in der Fruchtfolge oder als Tankmischung und nutze mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung, um den Selektionsdruck nachhaltig zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Tabara zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und flüssigen Düngemitteln. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme pH-Werte der Spritzbrühe. Die Zugabe von geeigneten Netzmitteln kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme unter trockenen Bedingungen optimieren, sollte aber vorab auf Verträglichkeit in der jeweiligen Kultur geprüft werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Tabara ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzbrille, unerlässlich, um direkten Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer oder Nichtzielflächen strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und die umliegende Flora zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie erkennst du, ob Tabara bei den Unkräutern bereits wirkt?
Erste Symptome zeigen sich meist schon nach wenigen Tagen durch ein charakteristisches Verkrümmen, Verdrehen und Dehnen der Triebe und Blätter (Epinastie). Das vollständige Absterben der Unkräuter kann je nach Witterung jedoch zwei bis drei Wochen dauern, da der Wirkstoff systemisch bis in die Wurzeln transportiert werden muss.
Welche Witterungsbedingungen sind optimal für die Anwendung von Tabara?
Für eine optimale Wirkung solltest du Tabara bei wüchsigem Wetter und Temperaturen zwischen 10 °C und 20 °C ausbringen. Bei diesen Bedingungen ist der Stoffwechsel der Unkräuter aktiv, was die Aufnahme und den Transport des Wirkstoffs in der Pflanze erheblich beschleunigt. Vermeide Anwendungen bei Frost oder extremer Hitze und Trockenheit.
Warum ist die systemische Wirkung bis in die Wurzel bei Disteln so wichtig?
Disteln besitzen ein tiefreichendes, unterirdisches Wurzelsystem, aus dem sie nach einem oberflächlichen Kontaktschaden schnell wieder austreiben können. Tabara wird dank seiner systemischen Eigenschaften bis in diese Wurzelstrukturen verlagert und zerstört das Gewebe nachhaltig, sodass ein erneuter Wiederaustrieb effektiv verhindert wird.
Kannst du Tabara auch bei feuchtem Laub oder kurz vor Regen spritzen?
Nein, die Blätter der Unkräuter sollten bei der Spritzung trocken sein, damit der Spritzfilm optimal haftet und nicht abläuft. Zudem benötigt der Wirkstoff eine gewisse Zeit, um in das Blattgewebe einzudringen. Achte darauf, dass nach der Anwendung für mindestens zwei bis drei Stunden kein Regen fällt, um eine Auswaschung zu verhindern.
Wie integrierst du Tabara am besten in deine Fruchtfolgeplanung?
Da Clopyralid im Boden eine gewisse Persistenz aufweisen kann, solltest du bei der Nachbauplanung vorsichtig sein. Empfindliche Folgekulturen wie Leguminosen (Erbsen, Bohnen) oder Umbelliferen (Möhren) sollten erst nach einer ausreichenden Wartezeit und gründlicher Bodenbearbeitung (z. B. Pflügen) angebaut werden, um eventuelle Wachstumshemmungen zu vermeiden.
Wo findest du Informationen zu den aktuell zugelassenen Kulturen und Aufwandmengen für dieses Produkt?
Da sich Zulassungen und spezifische Anwendungsbestimmungen ändern können, solltest du regelmäßig die offizielle Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) konsultieren oder direkt auf agronomy.farmable.tech nach den aktuellsten, registrierten Anwendungen filtern.