Synero 30 SL
Synero 30 SL von Corteva Agriscience ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von ausdauernden und schwer bekämpfbaren zweikeimblättrigen Unkräutern im Winterraps. Als wasserlösliches Konzentrat (SL) formuliert, zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Handhabung, schnelle Löslichkeit und eine exzellente Kulturverträglichkeit aus. Es besetzt eine wichtige Position im herbstlichen Nachauflauf-Segment, um den jungen Raps frühzeitig von starker Unkrautkonkurrenz freizuhalten.
Das Wirkungsspektrum konzentriert sich auf wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Kamille-Arten, Kornblume und Klatsch-Mohn. Durch die gezielte Ausschaltung dieser Unkräuter wird die ungestörte Ertragsbildung der Kultur gesichert und die Erntequalität maßgeblich verbessert. Synero 30 SL bietet somit eine verlässliche Basis für einen sauberen Rapsbestand im sensiblen frühen Entwicklungsstadium.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Aminopyralid gehört zur chemischen Klasse der Pyridincarbonsäuren und ist als synthetisches Auxin (HRAC-Gruppe 4) klassifiziert. Er imitiert das natürliche Pflanzenwuchsstoff-Hormon Indol-3-essigsäure. Nach der Aufnahme über die Blätter und zu einem Teil über die Wurzeln wird der Wirkstoff systemisch in der gesamten Pflanze verteilt und reichert sich in den meristematischen Geweben an. In den empfindlichen Schaderregern führt dies zu einer unkontrollierten Zellteilung und einem gestörten Streckungswachstum. Typische Symptome sind charakteristische Verkrümmungen (Epinastien) an Stängeln und Blättern, gefolgt von einer Wachstumshemmung, Chlorosen und dem schrittweisen Absterben des Unkrauts innerhalb weniger Wochen. Da der Wirkstoff in der Kultur Raps rasch metabolisiert wird, bleibt diese völlig unbeeinträchtigt.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei Unkräutern wie Kamille oder Klatsch-Mohn nachhaltig vorzubeugen, solltest du Synero 30 SL stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Da Aminopyralid der HRAC-Gruppe 4 angehört, empfiehlt sich der jährliche Wechsel oder die Kombination mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen im Rahmen der Fruchtfolge. Achte zudem auf pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und mechanische Unkrautregulierung, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen konsequent zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Synero 30 SL zeigt sich in der Praxis als sehr gut mischbar mit gängigen Graminiziden, Fungiziden und Insektiziden, die für den Einsatz im Winterraps zugelassen sind. Bei geplanten Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme ist eine ausreichende Wasseraufwandmenge von mindestens 200 l/ha ratsam; der Zusatz von speziellen Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extrem trockenen Bedingungen die Wirkung absichern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Synero 30 SL steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt im Vordergrund. Trage während der Anmischung und Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz). Da keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht in blühende Bestände legen und Abdriften auf blühende Zwischenfrüchte oder Unkräuter vermeiden – weiche idealerweise auf die späten Abendstunden aus, wenn kein Bienenflug mehr stattfindet. Um Gewässerorganismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind die allgemeinen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten und Abschwemmungen durch eine sachgerechte Applikationstechnik zu verhindern.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterraps | Kornblume, Klatsch-Mohn, Kamille-Arten | 0–9 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Kornblume, Klatsch-Mohn, Kamille-Arten | 10–18 | 0.267 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Bis zu welchem BBCH-Stadium kann ich Synero 30 SL im Winterraps sicher einsetzen?
Die Zulassung erlaubt eine Anwendung von BBCH 0 (Vorauflauf) bis BBCH 18 (8-Laubblattstadium). Für die beste Wirkung gegen die Zielunkräuter solltest du die Behandlung im frühen Nachauflauf durchführen, sobald die Unkräuter aufgelaufen sind und sich im aktiven Wachstum befinden.
Wie verhält sich der Wirkstoff Aminopyralid bei niedrigen Temperaturen im Herbst?
Aminopyralid benötigt für eine optimale systemische Wirkung aktiven Pflanzenstoffwechsel. Du solltest die Anwendung daher an Tagen mit wüchsigem Wetter und Temperaturen über 8 °C einplanen; vermeide Spritzungen bei Frostgefahr oder extremen nächtlichen Temperatureinbrüchen.
Was muss ich beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Synero 30 SL beachten?
Da Aminopyralid eine gewisse Bodenstabilität aufweist, um eine Dauerwirkung zu erzielen, sind beim Nachbau von empfindlichen Kulturen (wie Leguminosen, Kartoffeln oder Gemüse) im Folgejahr bestimmte Wartezeiten und Bodenbearbeitungsmaßnahmen (z. B. tiefes Pflügen) zu beachten. Informiere dich vor der Folgeaussaat genau über die spezifischen Karenzzeiten.
Kann ich Synero 30 SL mit einem Gräserherbizid (Graminizid) mischen?
Ja, eine Mischung mit zugelassenen Graminiziden zur gleichzeitigen Bekämpfung von Ausfallgetreide oder Ackerfuchsschwanz ist im Nachauflauf meist problemlos möglich. Achte darauf, die Mischung zügig auszubringen und nicht über Nacht in der Spritze stehenzulassen.
Wie schnell ist Synero 30 SL nach der Anwendung regenfest?
Der Wirkstoff wird relativ schnell von den Blättern der Unkräuter aufgenommen. In der Regel ist der Spritzbelag bereits etwa zwei Stunden nach der Applikation regenfest, sodass ein plötzlicher Schauer danach die Wirkung nicht mehr beeinträchtigt.
Wie erkenne ich, ob die Behandlung gegen Kornblume und Klatsch-Mohn erfolgreich war?
Erste Symptome wie typische Wuchsdeformationen und Verkrümmungen der Triebe zeigen sich meist schon nach wenigen Tagen. Das vollständige Absterben der Unkräuter kann sich jedoch, je nach Witterung und Wirkungsgeschwindigkeit, über zwei bis drei Wochen hinziehen.