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SYLLIT

BVL Zul.-Nr. 025427-00

SYLLIT ist ein bewährtes, hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung bedeutender Pilzkrankheiten im Obstbau. Als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Präparat durch eine hervorragende Haftung auf der Blattoberfläche und eine schnelle Regenfestigkeit aus. Es ist ein unverzichtbarer Baustein im modernen Integrierten Pflanzenschutz, um Ertrag und Fruchtqualität in sensiblen Kulturen zu sichern.

Das Wirkungsspektrum konzentriert sich auf wirtschaftlich hochrelevante Schaderreger wie den Schorf (Venturia spp.) an Kernobst, die Sprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii) an Kirschen sowie die Kräuselkrankheit (Taphrina deformans) an Pfirsichen. Durch seine kurativen und protektiven Eigenschaften bietet SYLLIT Flexibilität im Terminmanagement, besonders in kritischen Infektionsphasen im Frühjahr.

Wirkstoffe

Dodin
400 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Dodin gehört zur chemischen Gruppe der Guanidine (FRAC-Gruppe 24). Dodin besitzt einen einzigartigen, lokalsystemischen und tiefenwirksamen Charakter. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der physikalisch-chemischen Störung der Zellmembran-Integrität des Pilzes. Dodin lagert sich in die Lipiddoppelschicht der Zellmembran ein, was zu einer schnellen Permeabilitätsänderung und dem anschließenden Austritt von essenziellen Zellbestandteilen führt. Zusätzlich hemmt der Wirkstoff die Sporenkeimung sowie das Myzelwachstum und verhindert die Sporulation bereits etablierter Infektionen. Diese Kombination aus protektiver Schutzhülle auf der Gewebeoberfläche und kurativer Wirkung im Blattgewebe macht SYLLIT besonders schlagkräftig bei einsetzenden Infektionsbedingungen.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber Dodin zu minimieren, solltest du SYLLIT stets im Rahmen einer vorausschauenden Spritzfolge einsetzen. Da Dodin einen spezifischen Wirkungsmechanismus besitzt, empfiehlt sich der strikte Wechsel mit Fungiziden aus anderen FRAC-Gruppen (wie z. B. SDHI, Strobilurine oder Triazole). Begrenze die Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den Zulassungsvorgaben und nutze das Pflanzenschutzmittel bevorzugt in den kritischen Phasen des Primärinfektionsdrucks, um den Selektionsdruck auf den Schaderreger zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

SYLLIT zeigt sich im Allgemeinen gut mischbar mit vielen gängigen Insektiziden und Fungiziden. Bei Mischungen mit flüssigen Formulierungen oder blattaktiven Düngemitteln empfiehlt es sich jedoch, vorab eine physikalische Mischprobe durchzuführen. Vermeide Tankmischungen mit stark alkalischen Produkten oder speziellen Netzmitteln, da diese die Formulierungseigenschaften negativ beeinflussen können. Achte auf eine ausreichende Wassermenge und eine gleichmäßige Benetzung der Kulturen, besonders bei schwierigen Witterungsbedingungen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit SYLLIT steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz bei der Handhabung des Konzentrats. Zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern sollte das Pflanzenschutzmittel nicht in blühende Kulturen oder auf blühende Unterkulturen ausgebracht werden, wenn Bienen aktiv fliegen; verlege die Behandlung daher bevorzugt in die späten Abendstunden. Um den Eintrag in Oberflächengewässer zu minimieren, sind die allgemeinen Abdriftminderungsmaßnahmen und Abstandsauflagen strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SüßkirscheSprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii)71–790.625 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT14T
KernobstSchorf (Venturia spp.)—0.625 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT60T
PfirsichKräuselkrankheit (Taphrina deformans)51–510.625 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT—
SauerkirscheSprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii)71–790.625 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen die Kräuselkrankheit bei Pfirsichen?

Die Behandlung mit SYLLIT sollte sehr früh im Jahr erfolgen, idealerweise direkt beim Anschwellen der Knospen (ab BBCH 51), noch vor dem eigentlichen Knospenaufbruch. Sobald die Knospenschuppen sich öffnen, können die Pilzsporen bei feuchter Witterung das Gewebe infizieren. Spätere Behandlungen nach dem Blattaustrieb zeigen meist nur noch eine unzureichende Wirkung.

Wie verhält sich SYLLIT bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr?

Im Gegensatz zu vielen systemischen Fungiziden, die für eine optimale Wirkung höhere Temperaturen benötigen, ist SYLLIT auch bei kühlen Temperaturen ab etwa 5 bis 6 °C voll wirksam. Das macht es zu einem hervorragenden Werkzeug für die ersten Schorf- und Kräuselkrankheitsbehandlungen im nasskalten Frühjahr.

Was bedeutet die lokalsystemische Wirkung von Dodin für die Praxis?

Lokalsystemisch bedeutet, dass der Wirkstoff nach dem Antrocknen in das Blattgewebe eindringt und sich dort lokal verteilt (tiefenwirksam). Dadurch werden auch Pilzstadien erfasst, die sich bereits unter der Kutikula etabliert haben (kurativer Effekt). Es findet jedoch kein nennenswerter Transport in neu zuwachsende Pflanzenteile statt, weshalb du den Neuzuwachs bei anhaltendem Infektionsdruck erneut schützen musst.

Kannst du SYLLIT bei Regen oder kurz vor Niederschlägen anwenden?

SYLLIT benötigt eine kurze Antrocknungszeit von etwa zwei Stunden auf der Blattoberfläche. Sobald der Spritzbelag trocken ist, ist er extrem regenfest und wird auch durch starke Niederschläge nicht abgewaschen. Vermeide jedoch die Applikation auf bereits tropfnasse Blätter, da dies zu Wirkstoffverlusten durch Abschwemmung führt.

Wie integrierst du das Produkt am besten in dein Antiresistenzmanagement bei Schorf?

Setze SYLLIT gezielt zu Beginn der Saison für maximal ein bis zwei Behandlungen während der Primärschorfphase ein. Wechsle danach auf Wirkstoffe mit anderen Wirkungsmechanismen (z. B. Triazole oder Kontaktmittel). Durch diesen gezielten Wirkstoffwechsel verhinderst du, dass der Schorfpilz Resistenzen gegen die Wirkstoffgruppe der Guanidine entwickelt.

Welche Rolle spielt die Wasserqualität beim Ansetzen der Spritzbrühe?

Dodin kann in sehr hartem Wasser oder bei extrem niedrigen pH-Werten in seiner physikalischen Stabilität beeinträchtigt werden. Verwende für die Spritzbrühe möglichst neutrales bis leicht saures Wasser (pH-Wert 5,5 bis 6,5). Befülle den Tank zuerst mit Wasser, starte das Rührwerk und gib SYLLIT langsam hinzu, um eine homogene Suspension zu gewährleisten.