Sumimax
Sumimax ist ein hochwirksames Boden- und Blattherbizid, das speziell für den Einsatz im Herbst im Winterweichweizen (TRZAW) entwickelt wurde. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG) mit dem bewährten Wirkstoff Flumioxazin (500 g/kg), bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Grundlage für die Unkrautbekämpfung direkt nach der Saat oder im frühen Nachauflauf. Es zeichnet sich durch eine ausgeprägte Dauerwirkung über den Boden aus, wodurch auch später keimende Unkräuter zuverlässig erfasst werden.
Das Wirkungsspektrum von Sumimax umfasst insbesondere den Gemeinen Windhalm sowie eine Vielzahl wichtiger einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter. Durch den frühen Einsatzzeitpunkt sorgt das Mittel dafür, dass die junge Kultur von Anfang an frei von ertragsmindernder Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe aufwachsen kann. In der landwirtschaftlichen Praxis hat sich Sumimax als verlässlicher Baustein für saubere Bestände im Herbst etabliert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Sumimax enthaltene Wirkstoff Flumioxazin gehört zur HRAC-Gruppe 14 (vormals Gruppe E). Die biochemische Wirkung basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Protoporphyrinogen-Oxidase (PPO) in den Chloroplasten. Diese Blockade führt zu einer unkontrollierten Akkumulation von Protoporphyrin IX, das unter Lichteinfluss hochreaktiven Singulett-Sauerstoff bildet. Dieser reaktive Sauerstoff zerstört die Lipidmembranen der Pflanzenzellen durch Lipidperoxidation, was rasch zum Zusammenbruch der Zellintegrität, zum Austrocknen und schließlich zum Absterben der empfindlichen Schaderreger führt. Die Aufnahme erfolgt sowohl über die Wurzeln als auch über die Keimblätter und Blätter der auflaufenden Unkräuter, wobei eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit die herbizide Wirkung über den Boden deutlich unterstützt.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei schwer bekämpfbaren Grasarten wie dem Gemeinen Windhalm, wirksam vorzubeugen, solltest du Sumimax stets in ein integriertes Herbizid-Management einbinden. Da Flumioxazin als PPO-Inhibitor (HRAC-Gruppe 14) einen anderen Wirkungsmechanismus besitzt als beispielsweise ALS-Hemmer (HRAC-Gruppe 2) oder ACCase-Hemmer (HRAC-Gruppe 1), eignet sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend für den Wirkstoffwechsel. Kombiniere oder rotiere Sumimax in der Fruchtfolge gezielt mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen, um den Selektionsdruck zu minimieren und die langfristige Wirksamkeit dieser wichtigen Wirkstoffgruppe zu sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Sumimax zeigt sich in der Praxis als sehr gut mischbar mit vielen gängigen Herbstherbiziden und Bodenpartnern, was eine gezielte Verbreiterung des Wirkungsspektrums ermöglicht. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du darauf achten, das Granulat immer als erste Komponente im wassergefüllten Spritztank vollständig aufzulösen, bevor du weitere Partner hinzufügst. Verwende ausreichend Wasser (mindestens 200 bis 400 l/ha), um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens und der Unkräuter zu gewährleisten. Vermeide Mischungen bei extremen Witterungsbedingungen wie Frost oder starker Hitze, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Sumimax ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz beim Ansetzen der Spritzbrühe, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in den späten Abendstunden durchführen. Um aquatische Organismen und die Bodenfauna zu schonen, sind die allgemeinen Abstandsauflagen zu Gewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten; vermeide zudem jegliche Abdrift auf benachbarte Flächen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Gemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–14 | 60 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 60 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Sumimax im Winterweichweizen?
Der beste Anwendungszeitraum liegt im frühen Nachauflauf der Kultur (BBCH 10 bis 14), idealerweise wenn die Unkräuter gerade keimen oder sich im Keimblattstadium befinden. Auch eine Anwendung im Vorauflauf direkt nach der Saat ist möglich, sofern das Saatbett gut abgesetzt und feucht ist.
Welche Bodenbedingungen begünstigen die Wirkung von Sumimax?
Da Sumimax eine starke Bodenwirkung besitzt, ist ein feuchtes, feinkrümeliges Saatbett ohne grobe Klumpen oder hohe Mengen an organischen Rückständen (wie Stroh) ideal. Die Feuchtigkeit hilft dem Wirkstoff, sich gleichmäßig an den Bodenteilchen anzuleagern und von den keimenden Unkräutern aufgenommen zu werden.
Kann ich Sumimax auch bei Frost oder sehr späten Saaten anwenden?
Du solltest Sumimax nicht auf gefrorenen Boden oder bei Frostgefahr anwenden, da dies die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen kann. Bei sehr späten Saaten im Spätherbst ist darauf zu achten, dass der Weizen vor dem Wintereinbruch ausreichend etabliert ist, um Stressschäden zu vermeiden.
Wie verhält sich Sumimax bei nachfolgendem Starkregen?
Bei extremen Niederschlägen kurz nach der Anwendung kann es auf leichten Böden zu einer vertikalen Verlagerung des Wirkstoffs in die Keimzone des Weizens kommen, was vorübergehende Aufhellungen der Kultur verursachen kann. Achte darauf, das Mittel nur bei stabilen Wetterlagen und gut bedecktem Saatgut einzusetzen.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech passende Mischpartner für Sumimax?
Du kannst in unserer Produktdatenbank gezielt nach anderen im Winterweichweizen zugelassenen Herbstherbiziden suchen. Vergleiche die Wirkstoffgruppen (HRAC), um einen Partner mit einem komplementären Wirkungsmechanismus zu wählen und so dein Resistenzmanagement optimal zu gestalten.
Gibt es Einschränkungen für den Nachbau nach dem Einsatz von Sumimax?
Nach einer normalen Ernte von Winterweichweizen im folgenden Sommer bestehen in der Regel keine Einschränkungen für den Nachbau von Folgekulturen. Sollte es jedoch zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur kommen, musst du die spezifischen Wartezeiten und Bodenbearbeitungsvorgaben beachten, bevor du empfindliche Kulturen neu einsäst.