STEEPLE
STEEPLE ist ein hochkonzentriertes Bodenherbizid von Albaugh TKI d.o.o., das auf dem bewährten Wirkstoff Flufenacet (480 g/l) basiert. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, lässt es sich hervorragend dosieren und in der Spritzbrühe verteilen. Es dient primär der vorbeugenden Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Schadgräsern sowie ausgewählten zweikeimblättrigen Unkräutern im Vorauflauf oder frühen Nachauflauf.
Durch seine starke Bodenwirkung bildet das Pflanzenschutzmittel einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche. Auflaufende Schaderreger nehmen den Wirkstoff hauptsächlich über die Wurzeln und die Keimscheide auf, was zu einem schnellen Absterben noch vor oder kurz nach dem Durchstoßen der Bodenoberfläche führt. Dies macht STEEPLE zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen Ackerbaustrategien.
Dank der flüssigen Formulierung und der optimalen Wirkstoffkonzentration lässt sich das Produkt flexibel einsetzen, um bereits früh in der Saison den Grundstein für unkrautfreie Bestände und maximale Erträge zu legen. Die hohe Selektivität sorgt zudem für eine hervorragende Schonung der behandelten Kulturen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in STEEPLE enthaltene Wirkstoff Flufenacet gehört zur chemischen Gruppe der Oxyacetamide und ist im HRAC-System der Gruppe 15 (Hemmung der Synthese sehr langkettiger Fettsäuren, VLCFA) zugeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Blockade von Schlüsselenzymen, die für den Aufbau dieser essenziellen Fettsäuren verantwortlich sind. Diese Fettsäuren sind wiederum unverzichtbare Bausteine für die Zellmembranen in den sich teilenden Geweben der Pflanzen. Durch die Hemmung dieser Synthesewege wird die Zellteilung und das Zellstreckungswachstum im Meristem der Keimlinge empfindlich gestört. Betroffene Schaderreger können keine stabilen Zellwände mehr ausbilden, was zu verkrüppelten Keimlingen führt, die den Boden oft gar nicht erst durchstoßen. Da der Wirkstoff vor allem über die Wurzeln und die Koleoptile aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für eine optimale Wirkstoffverteilung und -aufnahme im Boden entscheidend.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei wirtschaftlich bedeutenden Schadgräsern wie dem Ackerfuchsschwanz oder Windhalm, nachhaltig vorzubeugen, solltest du STEEPLE stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Vermeide den ausschließlichen, wiederholten Einsatz von Wirkstoffen der HRAC-Gruppe 15 auf derselben Fläche. Kombiniere oder rotiere STEEPLE stattdessen mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen, um unterschiedliche Wirkungsmechanismen zu nutzen und die Selektion resistenter Biotypen effektiv zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
STEEPLE zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit vielen gängigen Vorauflauf- und frühen Nachauflaufherbiziden sowie flüssigen Düngemitteln (wie AHL) aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung des Bodens. Die Anwendung sollte idealerweise auf ein feuchtes, feinkrümeliges Saatbett erfolgen, da extreme Trockenheit die herbizide Wirkung vorübergehend mindern kann.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit STEEPLE ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, während der Anmischung und Ausbringung obligatorisch. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden verlegen. Um aquatische Organismen und die Bodenfauna zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik und die Einhaltung der allgemeinen fachlichen Praxis konsequent zu verhindern.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von STEEPLE?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf der Schaderreger. Da der Wirkstoff Flufenacet hauptsächlich über den Boden und die Wurzeln aufgenommen wird, erzielst du die beste Wirkung, wenn der Boden zum Zeitpunkt der Behandlung feucht ist und die Ungräser noch nicht aufgelaufen oder extrem klein sind.
Warum ist die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von STEEPLE so entscheidend?
Flufenacet benötigt Bodenfeuchtigkeit, um im Bodenwasser gelöst und von den Keimwurzeln oder der Keimscheide der Schaderreger aufgenommen zu werden. Bei extremer Trockenheit bleibt der Wirkstoff an den Bodenpartikeln gebunden und kann seine Wirkung nicht voll entfalten. Sobald jedoch Niederschläge fallen, wird der Wirkstoff reaktiviert.
Kann ich STEEPLE mit anderen Herbiziden in einer Tankmischung kombinieren?
Ja, STEEPLE lässt sich hervorragend mit vielen anderen Boden- und Blattpartnern kombinieren, um das Wirkungsspektrum gegen breitblättrige Unkräuter gezielt zu erweitern. Du solltest jedoch vorab immer die Verträglichkeit der Mischpartner prüfen und sicherstellen, dass die Mischung für die jeweilige Kultur zugelassen ist.
Wie passe ich meine Strategie an, um Resistenzen gegen Flufenacet zu vermeiden?
Du solltest STEEPLE (HRAC-Gruppe 15) nicht als alleinige Maßnahme über mehrere Jahre hinweg auf derselben Fläche einsetzen. Integriere mechanische Maßnahmen wie die Stoppelbearbeitung, wechsle die Fruchtfolge ab und kombiniere das Pflanzenschutzmittel mit Wirkstoffen aus anderen HRAC-Klassen, um den Selektionsdruck auf Schadgräser wie den Ackerfuchsschwanz zu minimieren.
Was muss ich beim Ansetzen der Spritzbrühe mit STEEPLE beachten?
Da es sich um ein Suspensionskonzentrat (SC) handelt, solltest du das Gebinde vor Gebrauch gründlich schütteln. Befülle den Spritztank zunächst zur Hälfte mit Wasser, starte das Rührwerk, gib STEEPLE langsam hinzu und fülle dann das restliche Wasser auf. Halte das Rührwerk auch während der Fahrt zum Feld und während der gesamten Applikation eingeschaltet.
Wie verhalte ich mich bezüglich des Bienenschutzes bei der Anwendung?
Auch wenn für das Produkt keine explizite Bienengefährlichkeit angegeben ist, gebietet der verantwortungsvolle Pflanzenschutz, dass du Behandlungen nicht auf blühende Kulturen oder Unkräuter ausbringst, die aktiv von Bienen beflogen werden. Weiche im Zweifelsfall auf die Abendstunden aus, wenn der Bienenflug beendet ist.