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Sonstige · Nufarm Deutschland GmbH

Stapler

BVL Zul.-Nr. 034066-63

Stapler ist ein bewährtes, selektives Herbizid von Nufarm Deutschland GmbH, das speziell für den professionellen Einsatz im Getreidebau entwickelt wurde. Als flüssiges Konzentrat formuliert, lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und gleichmäßig im Tank anmischen. Es dient der gezielten Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Hafer und Roggen.

Durch seine systemische Wirkung wird der Wirkstoff rasch über die grünen Pflanzenteile der Schaderreger aufgenommen und in der gesamten Pflanze bis in die Wurzeln transportiert. Dies macht Stapler zu einem verlässlichen Partner im Frühjahr, um die Konkurrenz durch unerwünschte Beikräuter frühzeitig auszuschalten und das Ertragspotenzial deiner Kulturen abzusichern.

Die Flexibilität in der Anwendung erstreckt sich über wichtige BBCH-Stadien des Getreides im Frühjahr. Dank der bewährten Formulierung bietet das Mittel eine schnelle Anfangswirkung, selbst bei den wechselhaften Witterungsbedingungen, die für die frühe Herbizidsaison typisch sind.

Wirkstoffe

2,4-D
602 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Stapler enthaltene Wirkstoff 2,4-D gehört zur HRAC-Gruppe 4 (synthetische Auxine). Er imitiert das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-essigsäure (Auxin), was bei empfindlichen zweikeimblättrigen Unkräutern zu einem unkontrollierten, übermäßigen Wachstum führt. Die betroffenen Schaderreger zeigen typische Symptome wie Epinstie (charakteristische Verkrümmungen von Stängeln und Blättern), bevor das Leitgewebe kollabiert und die Unkräuter schließlich vollständig absterben. Da einkeimblättrige Kulturen wie Weizen, Gerste oder Hafer den Wirkstoff metabolisch abbauen und tolerieren können, bleibt das Getreide bei vorschriftsmäßiger Anwendung völlig unbeschadet. Diese selektive Wirkungsweise sorgt dafür, dass deine Kulturpflanzen den nötigen Freiraum für eine ungestörte Bestockung und Schossphase erhalten.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du Stapler stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Da synthetische Auxine (HRAC-Gruppe 4) ein vergleichsweise geringes Resistenzrisiko aufweisen, eignen sie sich hervorragend als Baustein im Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen, wie beispielsweise ALS-Inhibitoren. Achte darauf, die empfohlenen Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um die Selektion schleichend toleranter Biotypen im Feld zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Stapler zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) aus. Bei geplanten Tankmischungen ist jedoch stets die physikalische Kompatibilität vorab in einem kleinen Gefäß (Mischprobe) zu prüfen. Verwende ausreichend Wasser (mindestens 200–400 l/ha), um eine gleichmäßige Benetzung der Unkrautblätter zu gewährleisten. Vermeide Mischungen bei extremen Temperaturen oder starker Sonneneinstrahlung, um Stressreaktionen der Kultur zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, zu tragen. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse im Datenblatt angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; behandle bevorzugt in den windstillen Abendstunden. Achte zudem darauf, Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und die lokale Flora zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SpargelZweikeimblättrige Unkräuter—0.15 LITER_PER_1000_SQUARE_METER—
Wiesen, WeidenSpitz-Wegerich25–351.5 LITER_PER_HECTARE14T
WinterweichweizenZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE—
WintergersteZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE—
WintertriticaleZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE—
WinterhartweizenZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE—
WinterhaferZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE—
DinkelZweikeimblättrige Unkräuter21–321.5 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Stapler im Frühjahr?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im Frühjahr, wenn die zweikeimblättrigen Unkräuter aktiv wachsen und sich im Rosetten- bis frühen Laubblattstadium befinden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Wirkstoffaufnahme am höchsten. Achte darauf, dass die Temperaturen stabil über 10 °C liegen und kein Nachtfrost droht, da ein aktiver Stoffwechsel der Unkräuter für den Bekämpfungserfolg entscheidend ist.

Warum ist die Einhaltung der BBCH-Stadien (21 bis 35) bei Getreide so wichtig?

In diesen Stadien (von Beginn der Bestockung bis zum Erscheinen des 5. Knotens) verträgt das Getreide den Wirkstoff 2,4-D physiologisch am besten. Eine zu frühe Anwendung kann die Bestockung hemmen, während eine späte Behandlung nach BBCH 35 die Ährenentwicklung schädigen und zu Ertragsverlusten führen kann. Halte dich daher strikt an dieses Anwendungsfenster.

Kann ich Stapler auch bei windigem Wetter ausbringen?

Nein, du solltest die Anwendung bei windigem Wetter unbedingt vermeiden. Da 2,4-D ein hochwirksames Wuchsstoffherbizid ist, können bereits kleinste Mengen an abgedriftetem Spritznebel empfindliche Nachbarkulturen (wie Rüben, Raps, Gemüse oder Weinreben) schwer schädigen. Nutze abdriftmindernde Düsen und spritze nur bei Windgeschwindigkeiten unter 3 m/s.

Wie verhält sich Stapler bei Regen kurz nach der Spritzung?

Stapler benötigt eine gewisse Zeit, um vollständig von den Blättern der Unkräuter aufgenommen zu werden. Es sollte nach der Anwendung mindestens 2 bis 4 Stunden trocken bleiben. Setzt vorzeitig starker Regen ein, kann der Wirkstoff abgewaschen werden, was die biologische Wirksamkeit deutlich herabsetzt.

Wie kann ich die Wirkung gegen schwer benetzbare Unkräuter verbessern?

Bei Unkräutern mit stark behaarten oder wachshaltigen Blättern kann der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels (Adjuvans) die Benetzung und das Eindringen des Wirkstoffs verbessern. Kläre vorab die Verträglichkeit der Mischung für deine spezifische Getreidekultur, um Blattschäden zu vermeiden.

Was muss ich bei der Nachbauplanung nach dem Einsatz von Stapler beachten?

Da der Wirkstoff 2,4-D im Boden relativ schnell durch Mikroorganismen abgebaut wird, bestehen bei normalem Kulturwechsel im Herbst oder im folgenden Frühjahr in der Regel keine Einschränkungen für den Nachbau zweikeimblättriger Kulturen. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur solltest du jedoch eine flache Bodenbearbeitung durchführen und eine Sicherheitsspanne einplanen.