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Spirox

BVL Zul.-Nr. 008673-00

Spirox ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung des Echten Mehltaus (Uncinula necator) im Weinbau. Als spezialisiertes Fungizid zeichnet sich das Produkt durch eine schnelle Aufnahme und hervorragende systemische Verteilung in der Kultur aus. Es bietet Weinbauern eine verlässliche Lösung, um die Vitalität der Reben zu sichern und Ertragsverluste durch Oidium-Infektionen effektiv zu verhindern.

Dank der hervorragenden Penetrationseigenschaften des Wirkstoffs Spiroxamin wird das Mittel rasch über das Blattgewebe aufgenommen und translokal transportiert. Dies gewährleistet auch bei ungünstigen Witterungsverhältnissen einen schnellen Schutz der jungen, wachsenden Triebe. Spirox hat sich im professionellen Weinbau als fester Baustein in Spritzfolgen etabliert, insbesondere in Phasen mit hohem Infektionsdruck.

Wirkstoffe

Spiroxamine
500 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Spirox enthaltene Wirkstoff Spiroxamin gehört zur chemischen Gruppe der Spiroketalamine (FRAC-Gruppe 5). Die biochemische Wirkung beruht auf der gezielten Hemmung der Sterol-Biosynthese in den Zellmembranen des Pilzes. Im Gegensatz zu klassischen Triazolen greift Spiroxamin an zwei unterschiedlichen Stellen des Synthesewegs ein: Es inhibiert die Enzyme Delta-14-Reduktase und Delta-8,7-Isomerase (SBI-Klasse II). Durch diese duale Blockade wird der Aufbau funktionsfähiger Zellmembranen des Schaderregers nachhaltig gestört, was zum sofortigen Wachstumsstopp und letztlich zum Absterben des Pilzmyzels führt. Aufgrund dieses speziellen Mechanismus zeigt Spirox neben der vorbeugenden auch eine hervorragende kurative Wirkung gegen bereits etablierte Infektionen.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung beim Echten Mehltau zu minimieren, solltest du Spirox stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Da Spiroxamin der FRAC-Gruppe 5 angehört, empfiehlt sich ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen, wie beispielsweise Triazolen (FRAC-Gruppe 3), SDHI (FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurinen (FRAC-Gruppe 11). Vermeide aufeinanderfolgende Blockbehandlungen mit Aminen und halte dich strikt an die empfohlenen maximalen Anwendungshäufigkeiten pro Saison.

Mischbarkeit & Tankmischung

Spirox zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern aus, die im Weinbau üblich sind. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extrem saures oder alkalisches Spritzwasser. Die Zugabe von speziellen Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung und Haftung auf der Wachsschicht der Rebenblätter optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Spirox steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der Anmischung und Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse in den Zulassungsdaten angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen nicht in blühende Kulturen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer und Saumstrukturen, um aquatische Organismen und die lokale Biodiversität zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)13–710.2 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Anwendung von Spirox im Weinbau?

Der optimale Behandlungszeitraum liegt zwischen der Entfaltung der dritten Laubblattes (BBCH 13) und dem Fruchtansatz (BBCH 71). Besonders in den Phasen des schnellen Triebwachstums vor und während der Blüte zeigt Spirox seine Stärken, da der systemische Wirkstoff den Neuzuwachs effektiv mitschützt.

Wie regenfest ist Spirox nach der Ausbringung?

Dank seiner hervorragenden Penetrationseigenschaften zieht der Wirkstoff Spiroxamin sehr schnell in das Gewebe der Kultur ein. Bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen des Spritzbelags ist das Mittel regenfest, sodass ein plötzlicher Schauer die Schutzwirkung nicht beeinträchtigt.

Kann ich Spirox auch kurativ einsetzen, wenn ich bereits erste Symptome von Oidium entdecke?

Ja, Spirox besitzt aufgrund seines dualen Wirkungsmechanismus an der Pilzmembran eine starke kurative und abstoppende (eradikative) Wirkung. Dennoch solltest du Behandlungen nach Möglichkeit immer vorbeugend (protektiv) durchführen, um irreversible Schäden an den Blättern und Trauben von vornherein zu verhindern.

Welche Rolle spielt Spirox im Antiresistenzmanagement?

Spiroxamin gehört zur FRAC-Gruppe 5 (Amine) und greift an zwei Stellen der Sterolbiosynthese an. Da sich dieser Mechanismus von dem der Triazole (FRAC-Gruppe 3) unterscheidet, eignet sich Spirox hervorragend für den Wirkstoffwechsel in deiner Spritzfolge, um Kreuzresistenzen aktiv vorzubeugen.

Welche Wartezeit musst du vor der Ernte einhalten?

Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit für Spirox im Weinbau beträgt 35 Tage. Du musst diesen Zeitraum zwischen der letzten Anwendung und dem Beginn der Traubenlese zwingend einhalten, um Rückstände im Erntegut sicher auszuschließen.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Produkte gegen den Echten Mehltau?

Du kannst in unserer Datenbank auf agronomy.farmable.tech gezielt nach der Kultur 'Weinrebe' und dem Schaderreger 'Echter Mehltau' filtern. Dort werden dir alle aktuell in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen übersichtlich angezeigt.