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Sonstige · Corteva Agriscience Germany GmbH

SpinTor

BVL Zul.-Nr. 005314-00

SpinTor ist ein hochwirksames, modernes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung eines breiten Spektrums an beißenden und saugenden Schaderregern in zahlreichen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, basiert das Produkt auf dem biologischen Wirkstoff Spinosad, der aus dem Bodenbakterium Saccharopolyspora spinosa gewonnen wird. Dadurch vereint SpinTor die hervorragende Wirksamkeit eines synthetischen Präparats mit den vorteilhaften Eigenschaften eines biologischen Ursprungs, was es zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen integrierten Pflanzenschutz macht.

Das Anwendungsspektrum erstreckt sich über wichtige Kulturen wie Kartoffeln, Mais, Gemüse und Beerenobst. Zu den Hauptschaderregern gehören unter anderem der Kartoffelkäfer, die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii), verschiedene Thrips-Arten sowie freifressende Schmetterlingsraupen und Minierfliegen. Dank seiner schnellen Anfangswirkung und guten Dauerwirkung schützt SpinTor deine Kulturen zuverlässig vor wirtschaftlich bedeutenden Schäden.

Wirkstoffe

Spinosad
480 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in SpinTor enthaltene Wirkstoff Spinosad gehört zur IRAC-Gruppe 5 (nicotinic acetylcholine receptor allosteric modulators). Der Wirkmechanismus basiert auf einer einzigartigen allosterischen Aktivierung der nikotinischen Acetylcholinrezeptoren im zentralen Nervensystem der Schädlinge. Dies führt zu einer kontinuierlichen, unkontrollierten Nervenleitung, die sich in anhaltenden Muskelkontraktionen, Zittern und schließlich in einer vollständigen Paralyse des Schaderregers äußert. Zusätzlich zeigt Spinosad eine Wirkung auf die GABA-Rezeptoren, was den neurotoxischen Effekt weiter verstärkt. Die Aufnahme erfolgt sowohl durch Fraßkontakt (orale Aufnahme) als auch über den direkten Kontakt mit der Spritzbrühe. Bereits kurz nach der Behandlung stellen die Schädlinge ihre Fraßtätigkeit ein, was einen sofortigen Schutz der Kultur gewährleistet, selbst wenn die Schaderreger erst nach einiger Zeit vollständig absterben.

Resistenzmanagement

Um die langfristige Wirksamkeit von SpinTor zu sichern und der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du ein konsequentes Resistenzmanagement betreiben. Da Spinosad der IRAC-Gruppe 5 angehört, ist es essenziell, dieses Pflanzenschutzmittel im Wechsel mit Wirkstoffen aus anderen chemischen Klassen und mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen einzusetzen. Begrenze die Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den Zulassungsvorgaben und nutze das Produkt bevorzugt in kritischen Befallsphasen, um den Selektionsdruck auf die Schaderregerpopulationen so gering wie möglich zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

SpinTor zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine kleine Probemischung (Kübeltest) durchführen, um die Verträglichkeit unter den spezifischen Bedingungen vor Ort zu prüfen. Achte auf eine optimale Wasserqualität – ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert des Spritzwassers begünstigt die Stabilität des Wirkstoffs. Die Zugabe von Netzmitteln kann insbesondere bei Kulturen mit starker Wachsschicht die Benetzung und somit die biologische Wirksamkeit verbessern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit SpinTor steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der Anmischung und Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Schutzbrille. Da keine spezifische Bienen-Einstufung im Detail vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik strikt zu minimieren, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZierpflanzenDickmaulrüssler—0.00003 LITER_PER_SQUARE_METER—
ZierpflanzenDickmaulrüssler—0.00003 LITER_PER_SQUARE_METER—
KohlrabiKleine Kohlfliege12–990.012 MILLILITER_PER_PLANT—
BlattkohleKleine Kohlfliege12–990.012 MILLILITER_PER_PLANT—
BlumenkohleKleine Kohlfliege—0.012 MILLILITER_PER_PLANT—
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Kleine Kohlfliege—0.012 MILLILITER_PER_PLANT—
PorreeThripse—20 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER7T
SpeisezwiebelThripse—20 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER7T
KohlgemüseThripse—20 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER3T
KohlgemüseFreifressende Schmetterlingsraupen—20 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER3T
WeinrebeSpringwurm1–998 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER14T
WeinrebeRhombenspanner1–994 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER14T
KartoffelKartoffelkäfer19–915 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER14T
frische KräuterMinierfliegen—0.3 LITER_PER_HECTARE3T
Weiße JohannisbeereKirschessigfliege (Drosophila suzukii)71–890.2 LITER_PER_HECTARE3T
ZuckermaisMaiszünsler14–750.2 LITER_PER_HECTARE3T
SareptasenfMinierfliegen, Thrips spp., Erdraupen—0.2 LITER_PER_HECTARE3T
MelisseMinierfliegen, Thrips spp., Erdraupen—0.2 LITER_PER_HECTARE3T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Minierfliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen15–990.2 LITER_PER_HECTARE7T
SchnittpetersilieMinierfliegen13–990.3 LITER_PER_HECTARE7T
RosmarinMinierfliegen, Thrips spp., Erdraupen—0.2 LITER_PER_HECTARE3T
EstragonMinierfliegen, Thrips spp., Erdraupen—0.2 LITER_PER_HECTARE3T
TomateThripse—0.3 LITER_PER_HECTARE3T
BasilikumMinierfliegen, Thrips spp., Erdraupen—0.2 LITER_PER_HECTARE3T
HimbeereKirschessigfliege (Drosophila suzukii)71–890.2 LITER_PER_HECTARE3T
SauerampferMinierfliegen, Thrips spp., Erdraupen—0.2 LITER_PER_HECTARE3T
SommerportulakMinierfliegen, Thrips spp., Erdraupen—0.2 LITER_PER_HECTARE3T
LorbeerMinierfliegen, Thrips spp., Erdraupen—0.2 LITER_PER_HECTARE3T
SchnittlauchLauchmotte, Minierfliegen14–990.2 LITER_PER_HECTARE7T
KartoffelKartoffelkäfer19–9150 MILLILITER_PER_HECTARE14T
HimbeereKirschessigfliege (Drosophila suzukii)71–890.2 LITER_PER_HECTARE3T
LiebstöckelMinierfliegen, Thrips spp., Erdraupen—0.2 LITER_PER_HECTARE3T
RadieschenMinierfliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen15–990.2 LITER_PER_HECTARE7T
WeinrebeRhombenspanner—40 MILLILITER_PER_HECTARE14T
Rucola-ArtenMinierfliegen12–990.2 LITER_PER_HECTARE7T
KohlrübeMinierfliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen15–990.2 LITER_PER_HECTARE7T
ErdbeereKirschessigfliege (Drosophila suzukii)71–890.2 LITER_PER_HECTARE1T
FeldsalatMinierfliegen—0.3 LITER_PER_HECTARE14T
SalateMinierfliegen, Thrips spp.15–990.3 LITER_PER_HECTARE7T
KorianderMinierfliegen, Thrips spp., Erdraupen—0.2 LITER_PER_HECTARE3T
ErbseMinierfliegen, Thrips spp.69–990.3 LITER_PER_HECTARE14T
StielmangoldRübenfliege, Minierfliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen15–490.2 LITER_PER_HECTARE3T
ZwiebelgemüseThripse—0.3 LITER_PER_HECTARE14T
RettichMinierfliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen15–990.2 LITER_PER_HECTARE7T
WeinrebeSpringwurm0–5780 MILLILITER_PER_HECTARE14T
KohlgemüseMinierfliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen15–990.2 LITER_PER_HECTARE7T
BlattkohleMinierfliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen15–490.2 LITER_PER_HECTARE3T
WeinrebeThripse—0.04 LITER_PER_HECTARE14T
SchnittpetersilieThrips spp.13–990.3 LITER_PER_HECTARE7T
Schwarze JohannisbeereKirschessigfliege (Drosophila suzukii)71–890.2 LITER_PER_HECTARE3T
HeidelbeereKirschessigfliege (Drosophila suzukii)71–890.2 LITER_PER_HECTARE3T
Queller, GemeinerMinierfliegen, Thrips spp., Erdraupen—0.2 LITER_PER_HECTARE3T
DillMinierfliegen, Thrips spp., Erdraupen—0.2 LITER_PER_HECTARE3T
BrombeereKirschessigfliege (Drosophila suzukii)71–890.2 LITER_PER_HECTARE3T
KerbelMinierfliegen, Thrips spp., Erdraupen—0.2 LITER_PER_HECTARE3T
PorreeThripse—0.2 LITER_PER_HECTARE7T
SchnittsellerieMinierfliegen, Thrips spp., Erdraupen—0.2 LITER_PER_HECTARE3T
KohlgemüseThripse—0.2 LITER_PER_HECTARE3T
MajoranMinierfliegen, Thrips spp., Erdraupen—0.2 LITER_PER_HECTARE3T
Schwarzer HolunderKirschessigfliege (Drosophila suzukii)71–890.2 LITER_PER_HECTARE3T
EndivienMinierfliegen, Thrips spp.15–990.3 LITER_PER_HECTARE7T
ZierpflanzenDickmaulrüssler—0.3 LITER_PER_HECTARE—
SchnittlauchThripse14–990.2 LITER_PER_HECTARE7T
Weiße JohannisbeereKirschessigfliege (Drosophila suzukii)71–890.2 LITER_PER_HECTARE3T
GurkeThripse—0.3 LITER_PER_HECTARE3T
SchnittlauchThripse13–990.2 LITER_PER_HECTARE7T
Rote JohannisbeereKirschessigfliege (Drosophila suzukii)71–890.2 LITER_PER_HECTARE3T
StachelbeereKirschessigfliege (Drosophila suzukii)71–890.2 LITER_PER_HECTARE3T
MaisMaiszünsler14–590.2 LITER_PER_HECTARE—
StachelbeereKirschessigfliege (Drosophila suzukii)71–890.2 LITER_PER_HECTARE3T
Thymian, GemeinerMinierfliegen, Thrips spp., Erdraupen—0.2 LITER_PER_HECTARE3T
Salat-ArtenMinierfliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen15–990.2 LITER_PER_HECTARE7T
SalbeiMinierfliegen, Thrips spp., Erdraupen—0.2 LITER_PER_HECTARE3T
BrombeereKirschessigfliege (Drosophila suzukii)71–890.2 LITER_PER_HECTARE3T
WeinrebeDrosophila-Arten81–990.16 LITER_PER_HECTARE14T
ZierpflanzenThripse, Dickmaulrüssler19–890.25 LITER_PER_HECTARE—
AubergineThripse—0.3 LITER_PER_HECTARE3T
Schwarze JohannisbeereKirschessigfliege (Drosophila suzukii)71–890.2 LITER_PER_HECTARE3T
AubergineMinierfliegen—0.6 LITER_PER_HECTARE3T
BuschbohneMinierfliegen, Thrips spp.69–990.3 LITER_PER_HECTARE14T
TomateMinierfliegen—0.6 LITER_PER_HECTARE3T
WeinrebeEinbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler71–8140 MILLILITER_PER_HECTARE14T
Rote JohannisbeereKirschessigfliege (Drosophila suzukii)71–890.2 LITER_PER_HECTARE3T
SchnittlauchLauchmotte, Minierfliegen16–990.2 LITER_PER_HECTARE7T
StielmusMinierfliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen15–990.2 LITER_PER_HECTARE7T
ErbseMinierfliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen15–990.2 LITER_PER_HECTARE7T
SpeisezwiebelThripse—0.2 LITER_PER_HECTARE7T
Rucola-ArtenMinierfliegen12–990.2 LITER_PER_HECTARE7T
frische KräuterThrips spp.—0.3 LITER_PER_HECTARE3T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Thrips spp.15–990.3 LITER_PER_HECTARE3T
Minze-ArtenMinierfliegen, Thrips spp., Erdraupen—0.2 LITER_PER_HECTARE3T
GemüsefenchelThripse—0.3 LITER_PER_HECTARE7T
KohlgemüseFreifressende Schmetterlingsraupen—0.2 LITER_PER_HECTARE3T
WeinrebeGemeiner Ohrwurm (Forficula auricularia)71–81120 MILLILITER_PER_HECTARE14T
HeidelbeereKirschessigfliege (Drosophila suzukii)71–890.2 LITER_PER_HECTARE3T
KohlrabiFreifressende Schmetterlingsraupen15–490.2 LITER_PER_HECTARE3T
Spinat und verwandte ArtenMinierfliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen15–990.2 LITER_PER_HECTARE7T
SpinatRübenfliege, Minierfliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen15–490.2 LITER_PER_HECTARE3T

Häufige Fragen

Wie erkennst du den optimalen Behandlungszeitpunkt mit SpinTor gegen den Kartoffelkäfer?

Du solltest deine Kartoffelbestände ab dem BBCH-Stadium 12 regelmäßig kontrollieren. Der beste Zeitpunkt für die Behandlung ist das Massenschlüpfen der Junglarven (L1 bis L2), da diese besonders empfindlich auf den Wirkstoff reagieren. Eine frühzeitige Behandlung verhindert effektiv den Kahlfraß an deinen Kulturen.

Was musst du bei der Bekämpfung der Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) im Beerenobst beachten?

Da die Kirschessigfliege reifende Früchte befällt, ist die Einhaltung der Wartezeit (PHI) extrem wichtig. Achte darauf, SpinTor genau nach den Zulassungsvorgaben für deine spezifische Kultur einzusetzen und die Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durchzuführen, um nützliche Insekten zu schonen und eine optimale Wirkstoffverteilung auf den Früchten zu erzielen.

Kann SpinTor auch bei hohen Temperaturen im Sommer ausgebracht werden?

Ja, der Wirkstoff Spinosad ist im Vergleich zu vielen Pyrethroiden temperaturstabil und verliert auch bei sommerlichen Temperaturen nicht an Wirksamkeit. Dennoch solltest du extreme Hitzeperioden über 25 °C für die Applikation meiden, um Verdunstungsverluste zu minimieren und das Risiko von Phytotoxizität auf den Blättern deiner Kulturen zu senken.

Wie integrierst du SpinTor am besten in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept?

Nutze SpinTor gezielt als Baustein in deiner Spritzfolge und wechsle systematisch mit Wirkstoffen anderer IRAC-Klassen ab. Kombiniere die chemische Behandlung mit vorbeugenden Maßnahmen wie mechanischer Unkrautbekämpfung, der Förderung von Nützlingen und der Wahl widerstandsfähiger Sorten, um den Befallsdruck von vornherein zu minimieren.

Welche Rolle spielt die Wasserqualität bei der Zubereitung der Spritzbrühe?

Die Wasserqualität hat einen direkten Einfluss auf die Stabilität von Spinosad. Du solltest weiches bis mittelschweres Wasser mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 verwenden. Vermeide stark alkalisches Wasser, da dies zu einem schnelleren Abbau des Wirkstoffs in der Spritze führen kann. Bereite die Spritzbrühe immer frisch zu und bringe sie zügig aus.

Wie wirkt sich SpinTor auf Nützlinge im Bestand aus?

SpinTor gilt als vergleichsweise nützlingsschonend, insbesondere gegenüber Raubmilben und Laufkäfern, sobald der Spritzbelag angetrocknet ist. Dennoch solltest du direkte Treffer auf aktive Nützlingspopulationen vermeiden. Durch eine gezielte Applikation am Abend minimierst du das Risiko für empfindliche Arten wie Schlupfwespen oder Florfliegen in deinen Kulturen.