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Sonstige · Sharda Cropchem Espana S.L.

Spector

BVL Zul.-Nr. 00A217-00

Spector ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide, Raps und Leguminosen. Mit dem bewährten Wirkstoff Tebuconazol (250 g/l) bietet dieses Pflanzenschutzmittel sowohl protektive als auch kurative und teils eradikative Eigenschaften. Es ist als flüssiges Emulsionskonzentrat formuliert, was eine hervorragende Benetzung der Blattoberfläche und eine schnelle Aufnahme in die Kultur gewährleistet.

Im Ackerbau hat sich Spector als verlässlicher Baustein etabliert, um Ertrag und Qualität abzusichern. Das breite Wirkungsspektrum erstreckt sich von Rostpilzen und Mehltau in Getreide über wichtige Rapskrankheiten wie Sclerotinia und Wurzelhalsfäule bis hin zu Botrytis-Arten in Ackerbohnen. Durch die systemische Verteilung im Saftstrom der Kultur werden auch neu zuwachsende Pflanzenteile nach der Anwendung geschützt.

Wirkstoffe

Tebuconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Spector enthaltene Wirkstoff Tebuconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole und ist in die FRAC-Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase im Biosyntheseweg des Ergosterols. Ergosterol ist ein essenzieller Baustein für den Aufbau und die Stabilität der Pilzzellmembranen. Durch die Blockade dieses Enzyms kommt es zu einer Anhäufung von toxischen Methylsterolen und einem Mangel an funktionellem Ergosterol im Pilzorganismus. Dies führt zu einer Störung der Membranpermeabilität, zum Auslaufen von Zellbestandteilen und letztlich zum Absterben der Pilzhyphen. Da der Wirkstoff systemisch akropetal (mit dem Wasserstrom nach oben) transportiert wird, verteilt er sich optimal im Blattgewebe und erfasst bereits im Gewebe etablierte Schaderreger.

Resistenzmanagement

Da Tebuconazol als Einzelsubstanz der FRAC-Gruppe 3 ein mittleres bis hohes Resistenzerisiko aufweist (insbesondere bei Erregern wie Septoria oder Mehltau), ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Du solltest Spector daher stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (z. B. Carboxamiden/SDHI oder Strobilurinen) einsetzen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen desselben Wirkstoffs in einer Saison und halte dich strikt an die empfohlenen Aufwandmengen, um die Selektion resistenter Pilzstämme nicht zu beschleunigen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Spector zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Herbiziden, Insektiziden und Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen empfiehlt es sich, die Spritze zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser zu füllen, Spector unter ständigem Rühren zuzugeben und eventuelle Mischungspartner erst danach hinzuzufügen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität (neutraler bis leicht saurer pH-Wert) und vermeide Mischungen bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung, um das Risiko von Phytotoxizität in empfindlichen Kulturen zu minimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Spector ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz) bei der Handhabung des Konzentrats und während der Applikation obligatorisch. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen sind die allgemeinen Abdriftelekt- und Abschwemmungsauflagen strikt einzuhalten; vermeide den Eintrag in Oberflächengewässer durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt hinterlegt ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten oder die Behandlung in die späten Abendstunden verlegen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
LeinEchter Mehltau (Erysiphe polyphaga)21–991 LITER_PER_HECTARE35T
LeinBotrytis cinerea21–991 LITER_PER_HECTARE35T
RapsMycosphaerella brassicicola21–691 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)31–691 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenRhynchosporium secalis31–691 LITER_PER_HECTARE—
AckerbohneBotrytis fabae, Bohnenrost (Uromyces appendiculatus)50–991 LITER_PER_HECTARE35T
HaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)31–691 LITER_PER_HECTARE—
RapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)21–591 LITER_PER_HECTARE—
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)31–691 LITER_PER_HECTARE—
WeizenSeptoria nodorum, Echter Mehltau (Erysiphe graminis)31–691 LITER_PER_HECTARE—
GersteGelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)31–691 LITER_PER_HECTARE—
GersteRhynchosporium secalis31–691 LITER_PER_HECTARE—
RapsSclerotinia sclerotiorum, Rapsschwärze (Alternaria brassicae)61–691 LITER_PER_HECTARE—
RapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum)21–691 LITER_PER_HECTARE—
WeizenFusarium-Arten51–691 LITER_PER_HECTARE—
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)31–691 LITER_PER_HECTARE—
WeizenCladosporium-Arten, Alternaria Arten (Alternaria sp.)31–691 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Spector im Getreide?

Der beste Anwendungszeitpunkt richtet sich nach dem Auftreten der ersten Symptome oder den regionalen Warndienstaufrufen. Im Getreide liegt der Schwerpunkt meist in den BBCH-Stadien 31 bis 61, um die oberen Laubblätter und die Ähre vor Rostpilzen, Septoria und Fusarium zu schützen. Achte darauf, die Behandlung präventiv oder unmittelbar bei Infektionsbeginn durchzuführen, um die volle kurative Leistung des Wirkstoffs zu nutzen.

Wie wirkt sich Spector auf das Wachstum von Raps im Herbst aus?

Neben der fungiziden Wirkung gegen Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) besitzt Tebuconazol im Raps ausgeprägte wachstumsregulatorische Eigenschaften. Eine Anwendung im Herbst (BBCH 14–18) fördert einen kompakten Wuchs, verhindert das Überstrecken des Vegetationskegels und verbessert so die Winterhärte der Kultur erheblich.

Kann ich Spector auch bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Ja, Spector ist bereits bei kühleren Temperaturen ab ca. 8–10 °C wirksam, sofern die Kultur aktiv wächst und somit den systemischen Wirkstoff aufnehmen und transportieren kann. Bei Frost oder extremen Temperaturschwankungen solltest du die Anwendung jedoch verschieben, um Stressreaktionen der Kultur zu vermeiden.

Warum ist die Einhaltung der Wartezeit von 35 Tagen so wichtig?

Die gesetzlich festgelegte Wartezeit von 35 Tagen stellt sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände in den Ernteprodukten (wie Getreidekörnern oder Rapssaat) weit unter den zulässigen Höchstmengen liegen. Dies ist eine zwingende Voraussetzung für die Vermarktungsfähigkeit deiner Ernte und den Verbraucherschutz.

Wie kann ich das Risiko von Resistenzen bei der Bekämpfung von Fusarium-Arten minimieren?

Da Fusarium-Arten ein hohes Anpassungspotenzial besitzen, solltest du Spector zur Ährenbehandlung idealerweise in Kombination oder im Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen einsetzen. Integriere zudem ackerbauliche Maßnahmen wie eine sorgfältige Stoppelhygiene (insbesondere nach Maisvorfrucht) und die Wahl widerstandsfähiger Sorten in deine Strategie.

Wie verhalte ich mich, wenn kurz nach der Anwendung Regen einsetzt?

Spector wird aufgrund seiner systemischen Eigenschaften relativ schnell vom Blattgewebe aufgenommen. Nach etwa zwei bis drei Stunden ist der Wirkstoff in der Regel regenfest. Setzt starker Niederschlag früher ein, kann die Wirkung vermindert sein, und du solltest den Bestand in den folgenden Tagen intensiv auf Schaderreger kontrollieren.