SORATEL
SORATEL ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel von ADAMA zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in Getreide und Raps. Als moderne flüssige Formulierung mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol (250 g/l) bietet es eine hervorragende Kombination aus vorbeugender und heilender Wirkung. Das Mittel ist ein unverzichtbarer Baustein für anspruchsvolle Spritzfolgen, um die Ertragsleistung und die Qualität deiner Kulturen abzusichern.
Das Wirkungsspektrum umfasst die wirtschaftlich bedeutendsten Schaderreger in Weizen, Gerste, Roggen und Triticale, darunter Septoria-Blattdürre, Rostpilze, Netzflecken sowie Fusarium-Arten. Im Raps (sowohl Winter- als auch Sommerraps) überzeugt das Produkt durch eine herausragende Leistung gegen die gefürchtete Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum).
Dank seiner systemischen Eigenschaften wird der Wirkstoff nach der Anwendung rasch von den grünen Pflanzenteilen aufgenommen und akropetal – also mit dem Saftstrom nach oben – in der Kultur verteilt. Dadurch werden auch neu zuwachsende Blätter zuverlässig vor einer Infektion geschützt.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in SORATEL enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Sterol-Biosynthese-Inhibitoren) eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung der C14-Demethylase (CYP51), eines Schlüsselenzyms bei der Biosynthese von Ergosterol. Ergosterol ist ein essenzieller Baustein für den Aufbau und die Funktionsfähigkeit pilzlicher Zellmembranen. Durch den Mangel an Ergosterol und die gleichzeitige Anreicherung toxischer Vorstufen im Pilzorganismus wird die Struktur der Zellmembranen nachhaltig gestört. Dies führt zu einer Beeinträchtigung der Membranpermeabilität, zum Stillstand des Hyphenwachstums und letztlich zum Absterben des Schaderregers. Da der Wirkstoff besonders aktiv in die Phase der Sporenkeimung und des Myzelwachstums eingreift, erzielst du die beste Wirkung bei einer frühzeitigen, protektiven Anwendung.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung bei wichtigen Schaderregern wie Septoria-Blattdürre oder Ramularia vorzubeugen, solltest du SORATEL stets im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements einsetzen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen von Fungiziden aus der FRAC-Gruppe 3 (DMIs) in derselben Saison. Es wird dringend empfohlen, SORATEL in eine Spritzfolge einzubauen, bei der Wirkstoffe mit anderen Wirkungsmechanismen – wie beispielsweise SDHIs (FRAC-Gruppe 7) oder Kontaktwirkstoffe (Multisite-Inhibitoren) – abwechselnd oder in fertigen Mischungen zum Einsatz kommen. Halte dich zudem immer an die empfohlenen Aufwandmengen und vermeide Unterdosierungen.
Mischbarkeit & Tankmischung
SORATEL zeichnet sich durch eine sehr gute Mischbarkeit mit den meisten gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus, die in den zugelassenen Kulturen verwendet werden. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du den Spritztank zunächst zu mindestens der Hälfte mit Wasser füllen, das Rührwerk aktivieren und SORATEL als eine der ersten Komponenten hinzugeben, bevor weitere Mischpartner folgen. Vor großflächigen Anwendungen empfiehlt sich ein einfacher Mischungsversuch im kleinen Gefäß (Kübeltest), um die physikalische Verträglichkeit der geplanten Partner abzusichern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit SORATEL ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), wie Schutzhandschuhe, Schutzanzug und festes Schuhwerk, für den Anwenderschutz obligatorisch. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an Nichtzielorganismen zu vermeiden, musst du Abdrift auf angrenzende Flächen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik verhindern. Da für dieses Pflanzenschutzmittel keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern auf Anwendungen in blühende Bestände während des aktiven Bienenflugs verzichten und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerraps | Sclerotinia sclerotiorum | 61–69 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Sclerotinia sclerotiorum | 61–69 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Rhynchosporium secalis, Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei) | 30–61 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Braunrost (Puccinia recondita), Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Rhynchosporium secalis, Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei) | 30–61 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni) | 30–61 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommertriticale | Braunrost (Puccinia recondita), Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni) | 30–61 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Rhynchosporium secalis, Braunrost (Puccinia recondita) | 30–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Sclerotinia in Raps?
Die beste Wirkung gegen Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) erzielst du mit einer vorbeugenden Anwendung während der Vollblüte (BBCH 65). Zu diesem Zeitpunkt fallen die ersten Blütenblätter ab und bleiben in den Blattachseln hängen, was dem Pilz als Nährboden dient. Eine Behandlung schützt deine Kultur genau in dieser kritischen Phase.
Kann ich SORATEL auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?
Ja, der Wirkstoff Prothioconazol ist auch bei mäßigen Temperaturen im Frühjahr gut wirksam. Für eine optimale systemische Aufnahme und Verteilung in der Kultur sollten die Pflanzen jedoch aktiv assimilieren, frostfreie Bedingungen herrschen und die Bestände abgetrocknet sein.
Wie flexibel ist der Einsatz von SORATEL in Bezug auf die BBCH-Stadien im Getreide?
SORATEL ist für den Einsatz in den BBCH-Stadien 30 bis 69 registriert. Das gibt dir eine enorme zeitliche Flexibilität: Du kannst das Mittel sowohl zur frühen Halmbasis- und Blattbehandlung in der Schossphase als auch zur späten Ährenbehandlung gegen Fusarium-Arten einsetzen.
Warum ist die Einhaltung der vollen Aufwandmenge bei SORATEL so wichtig?
Die Reduzierung der empfohlenen Aufwandmenge (0,7 bis 0,8 l/ha) erhöht das Risiko, dass Schaderreger unvollständig bekämpft werden. Dies fördert die Selektion widerstandsfähiger Pilzstämme und beschleunigt die Resistenzentwicklung gegenüber DMI-Fungiziden. Nutze daher stets die volle zugelassene Menge für einen sicheren Bekämpfungserfolg.
Wie finde ich heraus, ob SORATEL für eine bestimmte Kultur in meinem Bundesland zugelassen ist?
Du kannst die aktuellen regionalen Zulassungen, spezifische Anwendungsbestimmungen und eventuelle länderspezifische Auflagen direkt in unserer Datenbank auf agronomy.farmable.tech einsehen oder die offiziellen Bekanntmachungen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) prüfen.
Welche Vorteile bietet die systemische Wirkung von SORATEL bei dichtem Pflanzenbestand?
Durch die systemische Verteilung dringt der Wirkstoff nach der Applikation in das Blattgewebe ein und verteilt sich in der Pflanze nach oben. Dadurch werden auch Pflanzenteile geschützt, die bei der Spritzung nicht direkt vom Spritzstrahl getroffen wurden, was besonders bei dichten Getreide- und Rapsbeständen von großem Vorteil ist.