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Sonstige · Syngenta Agro GmbH

Solabiol Netzschwefel

BVL Zul.-Nr. 050498-66

Protect Garden Netzschwefel ist ein bewährtes, vielseitig einsetzbares Pflanzenschutzmittel mit breitem Wirkungsspektrum gegen pilzliche Schaderreger und ausgewählte Milbenarten. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Löslichkeit, einfache Handhabung und eine gleichmäßige Verteilung auf der Kultur aus. Es nimmt im integrierten sowie im ökologischen Anbau eine Schlüsselrolle ein, da es sowohl vorbeugend gegen Echte Mehltaupilze als auch gegen Schorf und Gallmilben wirkt.

Die Zulassung erstreckt sich über eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender Kulturen, darunter Weinreben, Kernobst, Hopfen, Gemüse wie Gurken und Erbsen sowie verschiedene Getreidearten. Durch seine physikalisch-chemischen Eigenschaften bietet das Präparat nicht nur einen zuverlässigen Belagsschutz, sondern entfaltet über die Gasphase auch eine wichtige Nebenwirkung gegen Schadmilben wie die Rebenpockenmilbe und die Rebstock-Kräuselmilbe. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Pflanzenschutz.

Wirkstoffe

Schwefel
800 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Schwefel (FRAC-Gruppe M02) fungiert als klassischer Multi-Site-Inhibitor mit Kontaktwirkung. Nach der Anwendung dringt der Schwefel in die Sporen und das Myzel der Pilze ein. Dort greift er in grundlegende Stoffwechselprozesse ein, indem er in der Atmungskette als Elektronenakzeptor fungiert und somit die normale Zellatmung stört. Dies führt zu einer Unterbrechung der Energieproduktion (ATP-Synthese) und letztlich zum Absterben des Schaderregers. Zusätzlich besitzt Schwefel eine ausgeprägte Dampfphase. Bei steigenden Temperaturen sublimiert der Wirkstoff und bildet eine schützende Gaswolke um die Kultur. Diese Gasphase dringt selbst in dichte Laubwände und schwer zugängliche Pflanzenbereiche vor, was besonders für die Bekämpfung von Echten Mehltaupilzen und mikroskopisch kleinen Milben (wie Kräusel- und Pockenmilben) entscheidend ist.

Resistenzmanagement

Aufgrund seines Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC M02) ist das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen Schwefel äußerst gering. Protect Garden Netzschwefel eignet sich daher hervorragend als Partner in Spritzfolgen oder Tankmischungen mit organischen, systemischen Fungiziden. Durch den gezielten Wechsel oder die Kombination mit diesem Kontaktwirkstoff kannst du die Selektion resistenter Stämme bei Schaderregern wie dem Echten Mehltau oder Schorf effektiv verhindern und die Lebensdauer gefährdeter Wirkstoffklassen langfristig sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Planung von Tankmischungen solltest du beachten, dass Schwefel im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar ist. Extrem wichtig ist jedoch die strikte Vermeidung von Mischungen mit mineralischen oder pflanzlichen Ölen sowie die Einhaltung eines zeitlichen Sicherheitsabstands von mindestens 14 Tagen vor oder nach einer Ölbehandlung, da andernfalls schwere Phytotoxizität (Verbrennungen) an den Kulturen droht. Zudem sollte die Anwendung nicht bei praller Sonne und Temperaturen über 28 °C erfolgen, um das Risiko von Blattschäden zu minimieren. Nutze ausreichend Wasser, um eine lückenlose Benetzung aller Pflanzenteile zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Protect Garden Netzschwefel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (Arbeitskleidung, Schutzhandshe, Augenschutz) beim Ansetzen der Spritzbrühe und der Ausbringung obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der Bodenfauna sollten Abdriften auf angrenzende Flächen und Gewässer durch den Einsatz abdriftmindernder Technik vermieden werden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen eine Anwendung außerhalb des täglichen Bienenflugs in den Abendstunden, besonders wenn die zu behandelnden Kulturen oder Unterkulturen blühen oder von Bienen aktiv beflogen werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)—360 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER56T
StachelbeereAmerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae)—500 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER7T
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze—250 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER—
Wurzel- und KnollengemüseEchte Mehltaupilze—150 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER7T
GurkeEchter Mehltau (Erysiphe cichoracearum), Echter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea)—150 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER1T
ErbseEchter Mehltau (Erysiphe pisi)—150 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER7T
KernobstSchorf (Venturia spp.)—3.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–616 KILOGRAM_PER_HECTARE35T
ArzneipflanzenEchte Mehltaupilze69–713 KILOGRAM_PER_HECTARE—
Teekräuterpilzliche Doldenerkrankungen69–713 KILOGRAM_PER_HECTARE—
KernobstEchte Mehltaupilze—3.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
GurkeEchter Mehltau (Erysiphe cichoracearum), Echter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea)—1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
TeekräuterEchte Mehltaupilze69–713 KILOGRAM_PER_HECTARE—
WeinrebeRebstock-Kräuselmilbe (Calepitrimerus vitis), Rebenpockenmilbe (Eriophyes vitis)9–613.6 KILOGRAM_PER_HECTARE56T
StachelbeereAmerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae)—5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
Arzneipflanzenpilzliche Doldenerkrankungen69–713 KILOGRAM_PER_HECTARE—
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–616 KILOGRAM_PER_HECTARE35T
ErbseEchter Mehltau (Erysiphe pisi)—1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
HopfenEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)31–975.6 KILOGRAM_PER_HECTARE8T
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)—3.6 KILOGRAM_PER_HECTARE56T
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze—2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
Wurzel- und KnollengemüseEchte Mehltaupilze—1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
EicheEchter Mehltau (Microsphaera alphitoides)—1.2 KILOGRAM_PER_HECTARE—
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–616 KILOGRAM_PER_HECTARE35T
Gewürzkräuterpilzliche Doldenerkrankungen69–713 KILOGRAM_PER_HECTARE—
GewürzkräuterEchte Mehltaupilze69–713 KILOGRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Temperatur die Wirkung von Protect Garden Netzschwefel?

Schwefel benötigt eine Mindesttemperatur von etwa 12 bis 15 °C, um eine ausreichende Dampfphase zu bilden und seine volle Wirkung gegen Echten Mehltau und Milben zu entfalten. Bei Temperaturen über 28 °C solltest du die Anwendung jedoch unbedingt vermeiden, da die schnelle Verdampfung zu Verbrennungen (Phytotoxizität) an den Blättern und Früchten deiner Kulturen führen kann.

Warum ist Schwefel ein so wichtiger Baustein im Antiresistenzmanagement?

Da Schwefel als Multi-Site-Fungizid an mehreren Stellen im Stoffwechsel des Pilzes gleichzeitig angreift, ist es für Schaderreger praktisch unmöglich, Resistenzen zu entwickeln. Wenn du Schwefel regelmäßig in deine Spritzfolgen integrierst oder als Mischpartner nutzt, schützt du damit gleichzeitig hochwirksame, aber resistenzgefährdete systemische Fungizide vor Wirkungsverlusten.

Was muss ich bei der Anwendung von Netzschwefel im Weinbau gegen Kräusel- und Pockenmilben beachten?

Für eine optimale Wirkung gegen diese Schadmilben sollte deine Behandlung sehr früh im Frühjahr erfolgen, idealerweise zum Knospenschwellen bis Austrieb (BBCH 09 bis 10). Zu diesem Zeitpunkt verlassen die Milben ihre Winterquartiere und sind direkt auf dem Holz und den jungen Trieben dem Schwefelbelag und dessen Gasphase ausgesetzt.

Ist Protect Garden Netzschwefel regenfest und wie oft muss ich nachbehandeln?

Als reines Kontaktmittel wird der Spritzbelag durch starke Niederschläge (ab ca. 15–20 mm) abgewaschen. Nach intensiven Regenfällen oder bei starkem Neuzuwachs der Kultur musst du den Schutzbelag durch eine erneute Behandlung wiederherstellen, um einen lückenlosen Schutz aufrechtzuerhalten. Achte dabei stets auf die maximal zulässige Anzahl an Anwendungen pro Saison.

Kann ich Netzschwefel mit Blattdüngern oder Netzmitteln mischen?

Ja, eine Mischung mit vielen gängigen Blattdüngern ist möglich, jedoch solltest du vorab immer eine Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Vermeide den Zusatz von stark sauren oder stark alkalischen Komponenten sowie von Ölen oder Netzmitteln, die die Wachsschicht der Blätter stark angreifen, da dies die Verträglichkeit des Schwefels negativ beeinflussen kann.