SoilGuard 0.5 GR
SoilGuard 0.5 GR ist ein hochwirksames Bodeninsektizid in Granulatform (GR), das speziell für den Schutz empfindlicher Kulturen vor bodenwohnenden Schaderregern entwickelt wurde. Durch die Formulierung als Mikrogranulat lässt sich das Pflanzenschutzmittel präzise während der Aussaat oder Pflanzung direkt in die Saatfurche einbringen. Dies garantiert einen lückenlosen Schutz von Anfang an, genau dort, wo die jungen Wurzeln der Schaderreger-Gefahr ausgesetzt sind.
Der Wirkstoff Tefluthrin zeichnet sich durch eine ausgeprägte Dampfphase aus. Nach der Ausbringung im Boden bildet sich um das Saatgut herum ein schützender Gasraum, der Schädlinge sowohl durch direkten Kontakt als auch über die Atemwege erfasst und zuverlässig abwehrt. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Acker- und Gemüsebau, insbesondere bei hohem Druck durch bodenlebende Larven.
Das Zulassungsspektrum umfasst eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender Kulturen – von Kartoffeln und Zwiebelgemüse bis hin zu Sonderkulturen und Steinobst. SoilGuard 0.5 GR bietet dabei eine hervorragende Wirkung gegen schwer bekämpfbare Schaderreger wie Drahtwürmer (Larven der Schnellkäfer) und die Larven des Westlichen Maiswurzelbohrers, die ohne adäquaten Schutz zu massiven Ertrags- und Qualitätsverlusten führen können.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in SoilGuard 0.5 GR enthaltene Wirkstoff Tefluthrin gehört zur chemischen Klasse der Pyrethroide (IRAC-Gruppe 3A). Im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern dieser Gruppe wurde Tefluthrin speziell für die Anwendung im Boden optimiert. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Interaktion mit den spannungsabhängigen Natriumkanälen in den Nervenmembranen der Zielschädlinge. Tefluthrin hält diese Natriumkanäle offen und verzögert deren Schließung signifikant. Dies führt zu einer langanhaltenden Depolarisation der Nervenzelle, was unkontrollierte Nervenimpulse, Krämpfe und schließlich den schnellen Tod des Schädlings zur Folge hat. Durch die zusätzliche Gasphase wirkt das Mittel nicht nur bei direktem Körperkontakt mit dem Granulatkorn, sondern schreckt Schaderreger auch aktiv ab (Repellent-Effekt), bevor sie die Kultur schädigen können.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du SoilGuard 0.5 GR stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Da der Wirkstoff der IRAC-Gruppe 3A angehört, ist ein jährlicher Wechsel mit Bodeninsektiziden anderer Wirkstoffklassen dringend zu empfehlen, sofern solche für die jeweilige Kultur zugelassen sind. Zudem hilft eine weite Fruchtfolge, den Populationsdruck von Schaderregern wie dem Westlichen Maiswurzelbohrer oder Drahtwürmern von vornherein auf einem niedrigen Niveau zu halten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da SoilGuard 0.5 GR als festes Mikrogranulat formuliert ist, erfolgt die Anwendung in der Regel solo über spezielle, präzise kalibrierte Mikrogranulatstreuer direkt bei der Aussaat oder Pflanzung. Eine klassische Tankmischung in flüssiger Form ist daher nicht möglich. Falls du gleichzeitig Dünger oder andere granulierte Bodenhilfsstoffe ausbringen möchtest, ist auf eine exakte Trennung der Dosiersysteme zu achten, um Entmischungen oder Verstopfungen der Applikationsorgane zu vermeiden. Achte darauf, dass die Ausbringungstechnik vor dem Einsatz sorgfältig auf die spezifische Fließeigenschaft des Granulats eingestellt ist.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit SoilGuard 0.5 GR steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage bei der Handhabung und dem Befüllen der Streugeräte stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Atemschutz, um das Einatmen von Granulatstaub zu vermeiden. Da keine spezifische Bienen-Gefahrenklasse im Zulassungsdokument angegeben ist, solltest du dennoch allgemeine Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz von Bestäubern treffen: Vermeide Staubverdriftungen auf blühende Kulturen oder Unkräuter in der Umgebung und führe die Applikation bevorzugt bei Windstille durch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Bodenlebewesen ist eine vollständige Einarbeitung des Granulats in den Boden zwingend erforderlich; offen liegendes Granulat muss sofort beseitigt werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Salate | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Kohlrabi | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl) | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Blumenkohl | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Möhre | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Sonnenblume | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.) | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Schnittpetersilie | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Knoblauch | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Pfirsich | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Aprikose | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Pflaume | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Sauerkirsche | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Süßkirsche | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Schalotte | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Zucchini | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Quitte | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Aubergine | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Speisezwiebel | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Meerrettich | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Mais | Schnellkäfer (Drahtwurm), Westlicher Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera) | 0–0 | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Gurke | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Radieschen | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Rettich | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Birne | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Tomate | Schnellkäfer (Drahtwurm) | — | 15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie wirkt SoilGuard 0.5 GR im Boden, wenn es trocken ist?
Tefluthrin besitzt einen relativ hohen Dampfdruck für ein Pyrethroid. Das bedeutet, dass der Wirkstoff auch bei geringer Bodenfeuchtigkeit in die Gasphase übergeht und eine Schutzzone um das Saatgut bildet. Dennoch ist eine gewisse Mindestfeuchte vorteilhaft, damit die Schädlinge aktiv im Boden wandern und mit dem Wirkstoff in Kontakt kommen.
Warum ist die Anwendung auf das BBCH-Stadium 00 beschränkt?
Die Zulassung für das BBCH-Stadium 00 (Aussaat oder Pflanzung) ist technisch bedingt. Da es sich um ein Mikrogranulat handelt, muss das Pflanzenschutzmittel direkt in die geöffnete Saatfurche abgelegt und mit Erde bedeckt werden. Eine spätere, oberflächige Anwendung ist wirkungslos, da der Wirkstoff nicht zu den Wurzeln transportiert wird und an der Oberfläche abgebaut würde.
Wie kann ich sicherstellen, dass mein Granulatstreuer richtig eingestellt ist?
Du solltest vor jeder Saison und bei jedem Chargenwechsel eine Abdrehprobe durchführen. Nutze dazu die herstellerspezifischen Streutabellen für SoilGuard 0.5 GR und stelle sicher, dass die Rotoren und Schläuche deines Mikrogranulatstreuers sauber, trocken und frei von Rückständen sind.
Was muss ich tun, wenn beim Befüllen Granulat auf den Boden verschüttet wird?
Verschüttetes Granulat musst du sofort und vollständig aufnehmen oder tief in den Boden einarbeiten. Dies ist eine wichtige Auflage zum Schutz von Vögeln und Säugetieren, die die Körner sonst fälschlicherweise aufnehmen könnten. Achte darauf, dass am Ende der Säreihe kein Granulat offen auf der Bodenoberfläche liegen bleibt.
Kann ich SoilGuard 0.5 GR auch in Hanglagen anwenden?
Ja, die Anwendung ist grundsätzlich möglich. Du musst jedoch besonders darauf achten, dass das Granulat durch den Schar der Sämaschine vollständig mit Erde bedeckt wird. Bei starker Erosionsgefahr durch Starkregen solltest du zusätzliche konservierende Bodenbearbeitungsmaßnahmen ergreifen, um ein Abschwemmen von Bodenpartikeln samt Wirkstoff in angrenzende Gewässer zu verhindern.
Wie erkenne ich, ob ein Drahtwurm-Monitoring vor der Anwendung sinnvoll ist?
Ein Monitoring mit Köderfallen (z. B. vergrabene Kartoffelhälften oder gequollene Getreidekörner) im Frühjahr oder Spätsommer zeigt dir, wie hoch der Befallsdruck auf deinen Flächen ist. Liegt die Fangzahl über den regionalen Schadschwellen, ist der gezielte Einsatz von SoilGuard 0.5 GR bei der Aussaat der Folgekultur dringend ratsam, um Ausfälle zu vermeiden.