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Sonstige · Certis Belchim B.V.

Sinopia

BVL Zul.-Nr. 008550-00

Sinopia ist ein hochwirksames Vorauflauf-Herbizid von Certis Belchim B.V., das speziell für den Einsatz im professionellen Kartoffelanbau entwickelt wurde. Das flüssige Pflanzenschutzmittel kombiniert die beiden bewährten Wirkstoffe Clomazone und Metobromuron in einer aufeinander abgestimmten Formulierung. Dadurch bietet es eine breite und langanhaltende Bodenwirkung gegen auflaufende Unkräuter und Ungräser direkt zum Start der Kultur.

Das primäre Einsatzgebiet von Sinopia liegt in der Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie dem Einjährigen Rispengras. Durch die frühe Ausschaltung dieser Konkurrenz wird sichergestellt, dass sich die Kartoffeldämme ungestört erwärmen können und die jungen Kartoffeltriebe von Anfang an optimalen Zugriff auf Licht, Wasser und Nährstoffe haben.

Die Anwendung erfolgt flexibel, aber strikt vor dem Durchstoßen der Kartoffeltriebe. Dank der hervorragenden Bodenhaftung und der langanhaltenden Depotwirkung bleibt der Damm über viele Wochen hinweg unkrautfrei, was nicht nur das Wachstum der Kultur fördert, sondern auch die spätere mechanische Ernte erheblich erleichtert.

Wirkstoffe

Clomazone
24 g/L · Wirkstoff
Metobromuron
400 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirksamkeit von Sinopia basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Clomazone ist der HRAC-Gruppe 13 zugeordnet. Er hemmt die Biosynthese von Carotinoiden (DOXP-Synthase-Inhibitor) in den empfindlichen Schaderregern. Da Carotinoide für den Schutz des Chlorophylls vor Sonnenlicht unerlässlich sind, führt dieser Mangel zu einer schnellen Zerstörung des Blattgrüns. Dies äußert sich in charakteristischen Bleicheffekten (Weißfärbung) und dem anschließenden Absterben der betroffenen Keimlinge. Metobromuron ergänzt dieses Spektrum als Wirkstoff der HRAC-Gruppe 5. Es handelt sich um ein Harnstoffderivat, das die Photosynthese im Photosystem II blockiert. Indem es den Elektronentransport stört, kann das Unkraut kein Licht mehr in chemische Energie umwandeln, was rasch zum Absterben führt. Beide Wirkstoffe werden vor allem über die Wurzeln und den Spross der keimenden Unkräuter aufgenommen, wodurch eine zuverlässige Wirkung über den Boden erzielt wird.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung wirksam vorzubeugen, solltest du Sinopia als festen Baustein in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Die Kombination aus HRAC-Gruppe 13 und HRAC-Gruppe 5 bietet bereits ein hervorragendes, integriertes Resistenzmanagement, da zwei völlig unterschiedliche Wirkmechanismen gleichzeitig greifen. Dennoch ist es wichtig, in der gesamten Fruchtfolge Wirkstoffe aus anderen HRAC-Klassen abzuwechseln und mechanische Pflegemaßnahmen gezielt zu integrieren, um den Selektionsdruck auf einzelne Unkrautarten dauerhaft niedrig zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Sinopia zeigt sich in der Praxis als sehr gut mischbar mit anderen gängigen Vorauflauf-Herbiziden im Kartoffelanbau. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets auf eine ausreichende Wassermenge von mindestens 200–400 l/ha achten und das Rührwerk deiner Spritze während des gesamten Misch- und Ausbringungsvorgangs aktiv lassen. Vermeide Mischungen mit flüssigen Blattdüngern oder Additiven im Vorauflauf, um die selektive Verträglichkeit an den Dämmen nicht zu gefährden. Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Anwendungszeitpunkt begünstigt die Verteilung und Aktivierung der Wirkstoffe im Bodenfilm.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Sinopia ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robustem Schuhwerk und Pflanzenschutzhandschuhen, für dich obligatorisch. Da für dieses Pflanzenschutzmittel keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse im Datensatz vorliegt, solltest du zum Schutz von Bestäubern generell auf eine Anwendung in blühende Bestände oder auf von Bienen aktiv beflogene Flächen verzichten und die Applikation bevorzugt in den windstillen Abendstunden durchführen. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an Nichtzielorganismen zu vermeiden, sind abdriftmindernde Düsen zu verwenden und die allgemeinen Gewässerabstände sorgfältig einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–93 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Sinopia?

Du solltest Sinopia unbedingt im Vorauflauf der Kartoffeln anwenden, also nach dem Legen und dem letzten Dammaufbau, aber noch bevor die ersten Triebe der Kultur die Erdoberfläche durchbrechen (BBCH-Stadium 00 bis 09). Achte darauf, dass die Dämme bereits gut gesetzt und abgesetzt sind, um eine gleichmäßige Spritzdecke zu gewährleisten.

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung des Mittels?

Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist entscheidend für den Erfolg deiner Behandlung. Die Wirkstoffe Clomazone und Metobromuron werden über den feuchten Bodenfilm von den keimenden Unkräutern aufgenommen. Ist der Boden extrem trocken, kann sich die Wirkung verzögern oder abgeschwächt werden. Plane die Anwendung daher idealerweise vor angekündigten Niederschlägen.

Kann ich nach der Anwendung von Sinopia noch mechanische Unkrautbekämpfung durchführen?

Davon solltest du absehen. Sinopia bildet einen feinen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche der Kartoffeldämme. Jede mechanische Bearbeitung wie Striegeln oder Häufeln nach der Spritzung zerstört diesen Film und mindert die Dauerwirkung gegen nachkeimende Schaderreger erheblich.

Was muss ich bei der Fruchtfolge nach dem Einsatz von Sinopia beachten?

Aufgrund der Bodenstabilität von Clomazone solltest du bei der Nachbauplanung aufmerksam sein. Nach der normalen Ernte von Kartoffeln können in der Regel Wintergetreidearten angebaut werden. Es empfiehlt sich jedoch vor einer Neueinsaat eine gründliche Bodenwendung (Pflügen), um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verteilen und Schäden an empfindlichen Folgekulturen zu vermeiden.

Wie verhindere ich Abdriftschäden auf benachbarte Kulturen?

Da Clomazone flüchtig ist und bei empfindlichen Nachbarkulturen Bleicheffekte verursachen kann, musst du bei der Applikation zwingend abdriftmindernde Düsen verwenden. Spritze nur bei Windgeschwindigkeiten unter 3 m/s und vermeide Temperaturen über 25 °C während der Anwendung, um eine Wirkstoffverflüchtigung zu minimieren.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für den Kartoffelanbau?

Du kannst ganz einfach über unsere Kultur-Suche auf agronomy.farmable.tech nach 'Kartoffel' filtern. Dort werden dir alle registrierten Pflanzenschutzmittel, sortiert nach Schaderregern und Anwendungsfenstern, übersichtlich angezeigt, sodass du deine Spritzfolge optimal planen kannst.