SHYFO
SHYFO ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid mit dem bewährten Wirkstoff Glyphosat (485 g/l). Als flüssiges Formulierungskonzentrat konzipiert, dient es der zuverlässigen und breitwirksamen Ausschaltung von unerwünschtem Aufwuchs auf landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Flächen sowie auf Nichtkulturland. Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme über die grünen Teile der Pflanze und eine anschließende systemische Verteilung aus.
Das Wirkungsspektrum von SHYFO umfasst sowohl einjährige ein- und zweikeimblättrige Unkräuter als auch hartnäckige ausdauernde Schaderreger wie die Gemeine Quecke, Adlerfarn und verschiedene Holzgewächse. Durch die hohe Wirkstoffkonzentration bietet das Produkt eine flexible und effiziente Lösung zur Vorsaatbehandlung, zur Stoppelbehandlung oder für gezielte Anwendungen im Forst, um den Konkurrenzdruck auf die Hauptkulturen entscheidend zu senken.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in SHYFO enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (Hemmung der EPSP-Synthase). Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter aufgenommen und systemisch über das Phloem in der gesamten Pflanze, einschließlich der Wurzeln, Rhizome und Ausläufer, verteilt. Dies garantiert eine nachhaltige Wirkung auch bei tiefwurzelnden, ausdauernden Unkräutern. Auf biochemischer Ebene blockiert Glyphosat gezielt das Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS) im Shikimatweg der Pflanzen. Dieses Enzym ist essenziell für die Synthese der aromatischen Aminosäuren Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan. Da dieser Stoffwechselweg nur in Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen vorkommt, besitzt der Wirkstoff eine hohe Spezifität. Durch den Mangel an lebenswichtigen Proteinen und die Anhäufung von Stoffwechselzwischenprodukten kommt das Wachstum der betroffenen Schaderreger innerhalb weniger Tage vollständig zum Erliegen, gefolgt von einer fortschreitenden Chlorose und Nekrose des gesamten Pflanzengewebes.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei Unkräutern und Ungräsern vorzubeugen, solltest du SHYFO stets in ein integriertes Unkrautmanagement einbinden. Da Glyphosat der HRAC-Gruppe 9 angehört, ist ein regelmäßiger Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (z. B. Bodenherbizide oder Blattherbizide mit anderen HRAC-Klassifizierungen) auf derselben Fläche dringend zu empfehlen. Zudem unterstützen mechanische Bodenbearbeitungsmaßnahmen nach der vollständigen Wirkung des Mittels und eine abwechslungsreiche Fruchtfolge die langfristige Erhaltung der Wirkstoffeffizienz.
Mischbarkeit & Tankmischung
SHYFO zeigt sich generell gut mischbar mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und flüssigen Düngemitteln. Bei der Zubereitung der Spritzbrühe solltest du jedoch besonders auf die Wasserqualität achten: Sehr hartes Wasser (hoher Calcium- und Magnesiumgehalt) kann die Wirksamkeit von Glyphosat mindern, da sich schwerlösliche Komplexe bilden. Die Zugabe von Ammoniumsulfat (AMS) vor dem Einmischen des Herbizids kann dieses Problem effektiv verhindern. Achte darauf, die Spritzbrühe nach dem Ansetzen zügig auszubringen und extreme Hitze oder direkte Sonneneinstrahlung während der Applikation zu vermeiden, um die Wirkstoffaufnahme zu optimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit SHYFO steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt im Vordergrund. Trage während der Handhabung und Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robustem Schuhwerk und Schutzhandschuhen. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, konsequent vermeiden. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Achte zudem penibel darauf, dass kein Abdrift auf benachbarte Gewässer oder empfindliche Nichtzielbiotope gelangt, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Zierpflanzen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Laubholz | Adlerfarn, Holzgewächse | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stilllegungsflächen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Adlerfarn, Holzgewächse | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Gemeine Quecke | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Laubholz | Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Adlerfarn, Holzgewächse | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Laubholz | Adlerfarn, Holzgewächse | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stilllegungsflächen | Gemeine Quecke | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Laubholz | Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Baumschulgehölzpflanzen | Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis nach der Anwendung von SHYFO erste Symptome sichtbar werden?
Die ersten sichtbaren Symptome wie Gelbfärbungen (Chlorosen) und Welkeerscheinungen treten je nach Witterung und Wirkungsbedingungen meist nach 7 bis 14 Tagen auf. Bei kühleren Temperaturen kann sich dieser Prozess verzögern, da der Stoffwechsel der Schaderreger langsamer abläuft; die finale systemische Wirkung bis in die Wurzeln wird dadurch jedoch nicht beeinträchtigt.
Was musst du bei der Bodenbearbeitung nach einer Behandlung mit SHYFO beachten?
Um eine optimale systemische Wirkung zu gewährleisten, darf der Saftstrom der Unkräuter nicht vorzeitig unterbrochen werden. Warte nach der Applikation bei einjährigen Unkräutern mindestens 3 bis 5 Tage und bei ausdauernden Wurzelunkräutern wie der Gemeinen Quecke mindestens 7 bis 10 Tage, bevor du eine mechanische Bodenbearbeitung oder das Pflügen durchführst.
Welchen Einfluss hat Regen kurz nach der Applikation auf die Wirkung von SHYFO?
SHYFO benötigt eine gewisse Zeit, um vollständig in das Blattgewebe einzudringen. Als Faustregel gilt, dass die behandelten Flächen für mindestens 4 bis 6 Stunden nach der Spritzung trocken bleiben sollten. Tritt vor Ablauf dieser Frist starker Regen auf, kann der Wirkstoff abgewaschen werden, was die Bekämpfungsleistung spürbar mindert.
Kannst du SHYFO auch bei niedrigen Temperaturen im Spätherbst oder Vorfrühling einsetzen?
Eine Anwendung ist grundsätzlich möglich, solange die Zielpflanzen noch aktiv wachsen und einen funktionierenden Stoffwechsel aufweisen. Die Temperaturen sollten tagsüber stabil über 5 bis 8 °C liegen. Bei Frost oder stark geschädigtem Blattwerk durch Nachtfröste ist von einer Behandlung abzuraten, da die Wirkstoffaufnahme und der Transport im Phloem dann stark eingeschränkt sind.
Wie verhält sich SHYFO im Boden und gibt es Einschränkungen für Nachfolgekulturen?
Der Wirkstoff Glyphosat wird bei Bodenkontakt extrem schnell und stark an Bodenpartikel adsorbiert, wodurch er biologisch inaktiviert wird. Mikroorganismen bauen den Wirkstoff anschließend rasch ab. Für nachfolgende Kulturen besteht daher bei vorschriftsmäßiger Anwendung keine Gefahr von Nachbauschäden, sodass eine Neuaussaat schon kurz nach der Behandlung erfolgen kann.
Wie kannst du feststellen, ob die Schaderreger auf deiner Fläche bereits Resistenzen gegen Glyphosat aufweisen?
Achte bei der Feldkontrolle nach der Behandlung darauf, ob einzelne Pflanzen einer sonst empfindlichen Art (z. B. Weidelgras) die Spritzung völlig unbeschadet überlebt haben, während benachbarte Unkräuter vollständig abgestorben sind. Solltest du einen solchen Verdacht haben, vermeide eine erneute Anwendung von SHYFO und kontaktiere deine landwirtschaftliche Beratung für einen gezielten Wirkstoffwechsel.