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Sonstige · Certis Belchim B.V.

Shorttrack

BVL Zul.-Nr. 00A335-00

Shorttrack ist ein hochkonzentriertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Wachstumsregulierung im professionellen Zierpflanzenbau. Mit dem bewährten Wirkstoff Daminozid (850 g/kg), formuliert als wasserlösliches Granulat, bietet das Produkt eine zuverlässige Lösung, um ein kompaktes und gleichmäßiges Wachstum der Kulturen zu sichern. Es unterstützt Gärtner dabei, die optische Qualität und Transportfähigkeit von Zierpflanzen und Gehölzen signifikant zu verbessern.

Das primäre Einsatzgebiet von Shorttrack liegt in der Wuchshemmung und der gezielten Hemmung des Triebwachstums. Durch die präzise Steuerung der Internodienlänge entwickeln die behandelten Kulturen ein stabileres Gewebe, ein kräftigeres Grün und eine verbesserte Verzweigung. Dies führt nicht nur zu optisch ansprechenderen Pflanzen, sondern erhöht auch deren Widerstandsfähigkeit gegenüber mechanischen Belastungen während des Transports und der Vermarktung.

Wirkstoffe

Daminozid
850 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Shorttrack enthaltene Wirkstoff Daminozid greift direkt in den Hormonhaushalt der Kulturen ein. Er fungiert als Hemmstoff der Gibberellin-Biosynthese. Gibberelline sind pflanzeneigene Hormone, die maßgeblich für das Streckungswachstum der Zellen verantwortlich sind. Indem Daminozid die späten Schritte dieser Synthesekette blockiert, wird die Zellstreckung in den jungen Trieben gehemmt, während die Zellteilung weitgehend unbeeinflusst bleibt. Das Ergebnis dieser biochemischen Wirkung ist ein kompakterer Wuchs mit verkürzten Internodien. Da der Wirkstoff systemisch über das Blattwerk aufgenommen und schnell in der gesamten Pflanze verteilt wird, setzt die Wirkung gleichmäßig ein. Neben der Wuchshemmung kann diese hormonelle Verschiebung auch die Blütenknospenbildung fördern und zu einer intensiveren Laubfärbung beitragen.

Resistenzmanagement

Obwohl bei Wachstumsreglern wie Daminozid das Risiko einer klassischen Resistenzbildung im Vergleich zu Fungiziden oder Insektiziden als äußerst gering eingestuft wird, ist ein vorausschauendes Kulturmanagement ratsam. Du solltest Shorttrack stets im Rahmen eines integrierten Anbaukonzepts einsetzen. Kombiniere die chemische Regulierung mit kulturtechnischen Maßnahmen wie einer angepassten Temperaturführung (Cool-Morning-Methode), optimierter Bewässerung und bedarfsgerechter Düngung. Bei Bedarf kann ein Wechsel mit Wachstumsreglern aus anderen Wirkstoffklassen sinnvoll sein, um die Vitalität der Kulturen langfristig zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Shorttrack zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit aus. Dennoch solltest du vor der großflächigen Anwendung von Tankmischungen stets eine Verträglichkeitsprobe auf kleinen Testflächen durchführen, da die Sortenempfindlichkeit im Zierpflanzenbau stark variieren kann. Vermeide Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln, da diese die Stabilität des Wirkstoffs beeinträchtigen können. Für eine optimale Aufnahme über das Blatt sollte die Spritzbrühe auf trockene Pflanzen bei moderaten Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit ausgebracht werden, idealerweise in den Abendstunden, um ein zu schnelles Antrocknen zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Shorttrack steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt im Vordergrund. Trage während der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen an blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung in die späten Abendstunden verlegen. Achte zudem darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope gelangt, um aquatische Organismen und die umliegende Flora zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZiergehölzeWuchshemmung, Hemmung des Triebwachstums21–645 KILOGRAM_PER_HECTARE—
TopfpflanzenWuchshemmung, Hemmung des Triebwachstums21–645 KILOGRAM_PER_HECTARE—
StaudenWuchshemmung, Hemmung des Triebwachstums21–645 KILOGRAM_PER_HECTARE—
SchnittblumenWuchshemmung, Hemmung des Triebwachstums21–645 KILOGRAM_PER_HECTARE—
BaumschulgehölzpflanzenWuchshemmung, Hemmung des Triebwachstums21–645 KILOGRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann solltest du Shorttrack bei deinen Kulturen anwenden?

Der optimale Behandlungszeitraum liegt in den aktiven Wachstumsphasen der Kulturen, typischerweise ab dem Beginn der Bestockung bzw. Seitentriebbildung bis hin zur Knospenentwicklung (BBCH-Stadien 21 bis 64). Achte darauf, dass die Pflanzen ausreichend Blattmasse gebildet haben, um den Wirkstoff systemisch aufzunehmen, und vermeide Behandlungen unter direktem, starkem Sonnenlicht.

Wie beeinflusst die Luftfeuchtigkeit die Wirkung auf deine Pflanzen?

Eine hohe Luftfeuchtigkeit verlangsamt das Antrocknen der Spritzbrühe auf dem Blatt. Da Daminozid Zeit benötigt, um vollständig in das Pflanzengewebe einzudringen, führt eine langsame Abtrocknung zu einer deutlich besseren Wirkstoffaufnahme und somit zu einer gleichmäßigeren Wuchshemmung.

Kannst du Shorttrack auch über das Gießwasser ausbringen?

Nein, Shorttrack ist speziell für die Blattanwendung (Spritzen) formuliert. Der Wirkstoff Daminozid wird primär über das Laub aufgenommen und im Spross verteilt. Eine Anwendung über das Substrat ist nicht effizient und entspricht nicht der zulässigen Anwendungspraxis für dieses Pflanzenschutzmittel.

Was musst du bei der Bewässerung nach einer Behandlung beachten?

Nach der Applikation benötigt der Wirkstoff mehrere Stunden, um vollständig in die Kultur einzudringen. Du solltest die Pflanzen daher für mindestens 12 bis 24 Stunden nach der Spritzung nicht von oben beregnen oder gießen, um ein Abwaschen des Wirkstoffs zu verhindern.

Warum reagieren verschiedene Sorten deiner Kulturen unterschiedlich auf das Mittel?

Die Empfindlichkeit gegenüber Wachstumsreglern ist stark genetisch bedingt. Faktoren wie die natürliche Wuchskraft einer Sorte, die Dicke der Wachsschicht auf den Blättern und die aktuellen Umweltbedingungen beeinflussen die Aufnahme. Es empfiehlt sich daher, dass du bei neuen Sorten immer zuerst eine Probeanwendung an wenigen Pflanzen durchführst.