SENIOR
SENIOR ist ein leistungsstarkes, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Schaderregern in wichtigen Wintergetreidekulturen wie Winterweichweizen, Winterroggen, Winter-Triticale und Dinkel. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel einen hochwirksamen Wirkstoff mit einem integrierten Safener, um eine hervorragende Kulturverträglichkeit bei gleichzeitig maximaler Herbizidleistung zu gewährleisten.
Das breite Wirkungsspektrum erstreckt sich von schwer bekämpfbaren Ungräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz, dem Gemeinen Windhalm und verschiedenen Weidelgras-Arten bis hin zu einer Vielzahl einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter. Durch die flexible Anwendung im Frühjahr unterstützt dich das Produkt dabei, deine Getreidebestände unkrautfrei zu halten und das Ertragspotenzial deiner Kulturen voll auszuschöpfen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Pyroxsulam gehört zur chemischen Klasse der Triazolopyrimidine und wird als ALS-Inhibitor in die HRAC-Gruppe 2 (ehemals Gruppe B) eingestuft. Nach der Aufnahme über das Blatt und teilweise über die Wurzel wird der Wirkstoff systemisch in der Pflanze transportiert und sammelt sich in den meristematischen Geweben an. Dort blockiert Pyroxsulam das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin unverzichtbar ist. Infolgedessen kommt das Zellwachstum der empfindlichen Schaderreger rasch zum Stillstand, was zu einem Absterben der Unkräuter führt. Um die Kulturverträglichkeit in den Getreidebeständen abzusichern, enthält SENIOR den Safener Cloquintocet. Dieser Wirkstoff besitzt selbst keine herbizide Wirkung, sondern stimuliert in den Kulturen selektiv den körpereigenen Abbau von Pyroxsulam über Entgiftungsenzyme (wie Cytochrom-P450-Monooxygenasen und Glutathion-S-Transferasen). Da dieser Entgiftungsmechanismus in den Zielunkräutern und -ungräsern nicht in gleichem Maße aktiviert wird, bleibt die herbizide Wirkung gegen die Schaderreger voll erhalten, während deine Kulturen optimal geschützt sind.
Resistenzmanagement
Da Pyroxsulam als ALS-Inhibitor (HRAC-Gruppe 2) ein erhöhtes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen aufweist – insbesondere bei weit verbreiteten Ungräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz und dem Windhalm –, ist ein konsequentes Antiresistenzmanagement unerlässlich. Du solltest SENIOR daher im Rahmen einer ausgewogenen Fruchtfolge einsetzen und den Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen kombinieren. Vermeide die wiederholte, alleinige Anwendung von ALS-Hemmern auf derselben Fläche und nutze mechanische Maßnahmen sowie pflanzenbauliche Praktiken zur Unkrautunterdrückung, um den Selektionsdruck nachhaltig zu senken.
Mischbarkeit & Tankmischung
SENIOR zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden und Wachstumsreglern aus. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere bei ungünstigen Witterungsbedingungen oder fortgeschrittenem Unkrautwachstum, wird dringend empfohlen, die Anwendung in Kombination mit einem zugelassenen Netzmittel oder Additiv durchzuführen. Achte bei Tankmischungen stets auf die richtige Reihenfolge beim Befüllen der Spritze: Löse SENIOR als Granulat zuerst vollständig im Wassertank auf, bevor du flüssige Mischungspartner oder Additive hinzugibst. Vermeide Mischungen bei extremen Temperaturen oder wenn die Kulturen unter Stress (z. B. durch Frost oder Trockenheit) stehen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der Handhabung und Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Schutzbrille. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände oder auf blühende Unkräuter ausbringen und die Behandlung bevorzugt in den Abendstunden durchführen, wenn kein Bienenflug stattfindet. Um Einträge in Oberflächengewässer und empfindliche Saumbiotope zu vermeiden, sind Abdriften konsequent zu minimieren und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen strikt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wintertriticale | Gemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | 21–32 | 0.25 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Dinkel | Gemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | 21–32 | 0.25 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Gemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | 21–32 | 0.25 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gemeiner Windhalm, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz | 21–32 | 0.25 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von SENIOR im Frühjahr?
Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im zeitigen Frühjahr, sobald das Wachstum der Unkräuter und Ungräser einsetzt (ab BBCH-Stadium 21 der Kultur). Achte darauf, dass die Schaderreger aktiv wachsen, da systemische Wirkstoffe wie Pyroxsulam dann am effizientesten aufgenommen und transportiert werden. Die Anwendung kann flexibel bis zum Schossen der Kultur (BBCH 32) erfolgen.
Warum ist die Zugabe eines Netzmittels oder Additivs bei der Anwendung so wichtig?
Pyroxsulam benötigt für eine optimale Aufnahme über das Blatt eine gute Benetzung der Unkrautoberfläche. Da Getreide- und Unkrautblätter oft eine ausgeprägte Wachsschicht besitzen, sorgt ein geeignetes Additiv dafür, dass die Spritzbrühe besser haftet und der Wirkstoff schneller in die Pflanze eindringt. Dies erhöht die Regenfestigkeit und sichert die Wirkung auch bei kühlerer Witterung.
Kann ich SENIOR auch bei Nachtfrostgefahr spritzen?
Du solltest die Anwendung vermeiden, wenn unmittelbarer Frost droht oder die Kulturen durch extreme Temperaturschwankungen, Staunässe oder anhaltende Trockenheit gestresst sind. Gestresste Kulturen können den Wirkstoff trotz des enthaltenen Safeners Cloquintocet langsamer abbauen, was zu vorübergehenden Wachstumsverzögerungen oder Aufhellungen führen kann.
Wie verhält sich SENIOR bezüglich des Nachbaus von Folgekulturen?
Nach der Anwendung von SENIOR im Frühjahr können im Rahmen der normalen Fruchtfolge im Herbst desselben Jahres in der Regel Wintergetreide oder Winterraps nachgebaut werden. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur nach einem Fehlschlag sind die spezifischen Wartezeiten und Bodenbearbeitungsvorgaben zu beachten, um Schäden an der Folgekultur durch Wirkstoffrückstände im Boden zu vermeiden.
Wie kann ich im Agronomie-Hub gezielt nach weiteren zugelassenen Produkten gegen Acker-Fuchsschwanz suchen?
Nutze einfach die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Du kannst nach dem Schaderreger „Acker-Fuchsschwanz“ filtern und erhältst eine Übersicht aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel, die für deine spezifische Kultur zugelassen sind, inklusive detaillierter Anwendungshinweise.
Welche Rolle spielt der Safener Cloquintocet in diesem Produkt genau?
Der Safener Cloquintocet schützt deine Getreidekulturen (wie Weizen oder Triticale), indem er selektiv die Aktivität von Enzymen ankurbelt, die den Wirkstoff Pyroxsulam in der Kultur schnell in ungiftige Verbindungen zerlegen. Da dieser Schutzmechanismus in den Unkräutern und Ungräsern nicht aktiv ist, sterben diese ab, während deine Kultur unbeschadet weiterwächst.