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Select 240 EC

BVL Zul.-Nr. 024366-00

Select 240 EC ist ein hochwirksames, selektives Gräserherbizid, das als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert ist. Es wird in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen wie Zuckerrüben, Kartoffeln, Raps sowie verschiedenen Leguminosen und Sonderkulturen eingesetzt, um einjährige und ausdauernde einkeimblättrige Unkräuter gezielt auszuschalten.

Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme über die Blätter und eine systemische Verteilung in der gesamten Schadpflanze aus. Dadurch bietet es eine hervorragende Wirkung sowohl gegen einjährige einkeimblättrige Unkräuter als auch gegen hartnäckige ausdauernde Arten wie die Gemeine Quecke.

Dank seines breiten Zulassungsspektrums und der flexiblen Anwendungstermine ist Select 240 EC ein unverzichtbarer Baustein im modernen Acker- und Gartenbau, um die Konkurrenz durch Ungräser frühzeitig zu unterbinden und das Ertragspotenzial deiner Kulturen abzusichern.

Wirkstoffe

Clethodim
240 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Clethodim gehört zur chemischen Gruppe der Cyclohexandione (sogenannte 'Dims') und wird in die HRAC-Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) eingeordnet. Er wirkt als spezifischer Inhibitor des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase), welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäuresynthese in einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Nach der Applikation dringt der Wirkstoff rasch in das Blattgewebe ein und wird systemisch über das Phloem und Xylem in die aktiven Wachstumszonen (Meristeme) der Gräser transportiert. Durch die Blockade der ACCase wird der Aufbau von Zellmembranen gestoppt, was zu einem sofortigen Wachstumsstillstand führt. Die betroffenen Gewebe verfärben sich nekrotisch, und das Ungras stirbt schließlich vollständig ab. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine natürliche Toleranz, da ihre ACCase-Enzyme strukturell anders aufgebaut sind.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei weit verbreiteten Ungräsern wie dem Ackerfuchsschwanz oder Weidelgras-Arten, wirksam vorzubeugen, solltest du Select 240 EC stets in ein integriertes Resistenzmanagement einbinden. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von Herbiziden aus der HRAC-Gruppe 1. Nutze stattdessen im Rahmen der Fruchtfolge einen gezielten Wirkstoffwechsel mit anderen HRAC-Klassen (wie z. B. Bodenherbiziden oder ALS-Inhibitoren) und kombiniere chemische Maßnahmen mit pflanzenbaulichen Methoden wie einer abwechslungsreichen Fruchtfolge und mechanischer Bodenbearbeitung.

Mischbarkeit & Tankmischung

Select 240 EC ist mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und Herbiziden zur Bekämpfung zweikeimblättriger Unkräuter mischbar. Um eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme zu gewährleisten, wird dringend empfohlen, die Anwendung in Kombination mit einem vom Hersteller freigegebenen Additiv (z. B. einem geeigneten Pflanzenöl) durchzuführen. Bei Mischungen mit bestimmten Wuchsstoffen oder sulfonylharnstoffhaltigen Herbiziden kann es zu antagonistischen Effekten kommen, welche die Gräserwirkung reduzieren. Führe im Zweifel vor der Tankmischung eine Verträglichkeitsprobe durch und achte auf eine ausreichende Wasserqualität.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Select 240 EC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (einschließlich Schutzhandschuhen, Schutzanzug und Augenschutz) bei der Ansetzung der Spritzbrühe und der Applikation obligatorisch. Um Einträge in Oberflächengewässer und angrenzende Biotope zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen strikt einzuhalten. Da für dieses Pflanzenschutzmittel keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten und die Behandlung bevorzugt in den Abendstunden durchführen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
BaumschulgehölzpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE—
NadelholzEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE—
Lupine-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.5 LITER_PER_HECTARE—
LuzerneGemeine Quecke13–991 LITER_PER_HECTARE—
Lupine-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.5 LITER_PER_HECTARE—
Schaf-SchwingelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–990.5 LITER_PER_HECTARE—
BaumschulgehölzpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE—
TeekräuterEinjähriges Rispengras, Einjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE120T
LuzerneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–990.75 LITER_PER_HECTARE—
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–390.75 LITER_PER_HECTARE—
TeekräuterEinjähriges Rispengras, Einjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE120T
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE28T
SpargelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–290.75 LITER_PER_HECTARE—
frische KräuterEinjähriges Rispengras, Einjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE14T
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter14–340.5 LITER_PER_HECTARE—
KartoffelGemeine Quecke12–391 LITER_PER_HECTARE60T
frische KräuterEinjähriges Rispengras, Einjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE14T
FutterrübeGemeine Quecke12–391 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.5 LITER_PER_HECTARE—
AckerbohneEinjähriges Rispengras, Gemeine Quecke14–341 LITER_PER_HECTARE—
Rot-SchwingelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–990.5 LITER_PER_HECTARE—
RotkleeGemeine Quecke13–991 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.5 LITER_PER_HECTARE—
ZierpflanzenEinjähriges Rispengras, Einjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE—
Schaf-SchwingelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–990.5 LITER_PER_HECTARE—
TeekräuterEinjähriges Rispengras, Einjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE120T
frische KräuterEinjähriges Rispengras, Einjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE14T
ZwiebelgemüseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE56T
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE28T
HimbeereEinjähriges Rispengras0–590.75 LITER_PER_HECTARE—
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Gemeine Quecke—1 LITER_PER_HECTARE—
BrombeereEinjähriges Rispengras91–990.75 LITER_PER_HECTARE—
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–390.75 LITER_PER_HECTARE—
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Einjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE—
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE28T
LaubholzEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE—
ZuckerrübeGemeine Quecke12–391 LITER_PER_HECTARE—
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–390.75 LITER_PER_HECTARE60T
ZwiebelgemüseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE35T
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter14–340.5 LITER_PER_HECTARE—
BrombeereEinjähriges Rispengras0–590.75 LITER_PER_HECTARE—
RotkleeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–990.75 LITER_PER_HECTARE—
KohlrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE—
FeldsalatEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE14T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Einjährige einkeimblättrige Unkräuter—0.75 LITER_PER_HECTARE—
KohlrübeGemeine Quecke—1 LITER_PER_HECTARE—
Johannisbeerartiges BeerenobstEinjähriges Rispengras0–590.75 LITER_PER_HECTARE—
Johannisbeerartiges BeerenobstEinjähriges Rispengras91–990.75 LITER_PER_HECTARE—
Rot-SchwingelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–990.5 LITER_PER_HECTARE—
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Gemeine Quecke—1 LITER_PER_HECTARE—
HimbeereEinjähriges Rispengras91–990.75 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für deine Behandlung gegen einjährige Gräser?

Du erzielst die beste Wirkung, wenn sich die einjährigen einkeimblättrigen Unkräuter im aktiven Wachstum befinden, idealerweise zwischen dem 2-Blatt-Stadium und dem Ende der Bestockung (BBCH-Stadium 12 bis 29). Zu diesem Zeitpunkt ist die Blattoberfläche optimal für die Wirkstoffaufnahme und die Gräser sind besonders empfindlich.

Wie bekämpfst du die Gemeine Quecke am effektivsten mit Select 240 EC?

Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Gemeinen Quecke solltest du warten, bis die Schadpflanzen genügend Blattmasse gebildet haben – idealerweise bei einer Wuchshöhe von 15–20 cm. Verwende in diesem Fall die höhere registrierte Aufwandmenge, damit ausreichend Wirkstoff in das weitverzweigte Rhizomsystem transportiert wird, um einen Wiederaustrieb nachhaltig zu verhindern.

Warum ist die Zugabe eines Additivs bei der Anwendung so wichtig?

Clethodim benötigt ein geeignetes Additiv (in der Regel ein spezielles Pflanzenöl), um die schützende Wachsschicht der Gräserblätter effektiv zu durchdringen. Ohne diesen Zusatz kann die Aufnahme des Wirkstoffs erheblich reduziert sein, was insbesondere unter trockenen oder kühlen Bedingungen zu unzureichenden Bekämpfungsergebnissen führt.

Was musst du bei der Anwendung bezüglich der Witterung beachten?

Wende das Mittel bei wüchsigem Wetter mit moderaten Temperaturen (optimal zwischen 10 °C und 25 °C) und ausreichender Luftfeuchtigkeit an. Vermeide Behandlungen bei extremer Trockenheit, Frostgefahr oder wenn deine Kulturen unter Stress (z. B. durch Hitze, Herbizidvorschädigungen oder Staunässe) stehen, da dies die Selektivität und die Wirkstoffaufnahme beeinträchtigen kann.

Kannst du Select 240 EC mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter mischen?

Mischungen sind oft möglich, allerdings musst du auf potenzielle antagonistische Effekte achten. Einige Breitblatt-Herbizide können die Gräserwirkung von Clethodim abschwächen. Bei starkem Gräserdruck oder schwierigen Bedingungen ist eine Solo-Anwendung von Select 240 EC oder ein zeitlicher Abstand von einigen Tagen zu anderen Herbizidbehandlungen ratsam.

Wie lange dauert es, bis nach der Behandlung erste Symptome an den Gräsern sichtbar werden?

Da es sich um einen systemischen Wirkstoff handelt, stoppt das Wachstum der Gräser fast sofort nach der Aufnahme. Sichtbare Symptome wie Vergilbungen der jüngsten Blätter und Herzfäule zeigen sich je nach Witterung meist nach 7–14 Tagen. Der vollständige Absterbeprozess der Schadpflanzen kann bis zu drei Wochen dauern.