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Sonstige · GLOBACHEM NV

Sedim 120

BVL Zul.-Nr. 00B189-00

Sedim 120 ist ein hochwirksames, selektives Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einkeimblättrigen Unkräutern (Gräsern) in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen wie Raps, Kartoffeln, Zuckerrüben, Möhren und Erdbeeren. Als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme über die Blätter der Schaderreger aus. Es bietet eine flexible und zuverlässige Lösung, um sowohl einjährige Schadgräser als auch ausdauernde Problemunkräuter effektiv zu kontrollieren.

Das breite Zulassungsspektrum macht Sedim 120 zu einem vielseitigen Baustein in der Unkrautbekämpfung. Durch die systemische Wirkung verteilt sich der Wirkstoff rasch in der gesamten Pflanze bis in die Wurzeln und Rhizome, was insbesondere bei der Bekämpfung hartnäckiger Arten von entscheidender Bedeutung ist. Damit sichert das Mittel das Ertragspotenzial und die Qualität der behandelten Kulturen in kritischen Wachstumsphasen.

Wirkstoffe

Clethodim
120 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Sedim 120 enthaltene Wirkstoff Clethodim gehört zur chemischen Klasse der Cyclohexandione (sogenannte "DIMs") und ist als ACCase-Hemmer in die HRAC-Gruppe 1 eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Blockade des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase, welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäuresynthese in einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Durch diese Hemmung wird der Aufbau von Zellmembranen in den Bildungsgeweben (Meristemen) der Gräser unterbunden, was zu einem vollständigen Wachstumsstopp führt. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und systemisch sowohl akropetal als auch basipetal transportiert. Erste Symptome zeigen sich nach einigen Tagen durch Vergilbungen und Nekrosen an den jüngsten Blättern und den Vegetationspunkten, bevor die Schadgräser schließlich vollständig absterben. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine natürliche Toleranz gegenüber diesem Wirkmechanismus, da ihre ACCase-Enzyme strukturell anders aufgebaut sind.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei Schadgräsern wie der Gemeinen Quecke oder der Hühnerhirse wirksam vorzubeugen, solltest du Sedim 120 stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Vermeide den wiederholten, ausschließlichen Einsatz von ACCase-Hemmern (HRAC-Gruppe 1) auf derselben Fläche. Nutze stattdessen im Fruchtfolge-Verlauf Wirkstoffe mit alternativen Wirkmechanismen. Zudem unterstützen eine mechanische Bodenbearbeitung und eine weite Fruchtfolge die langfristige Gesunderhaltung deiner Flächen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Sedim 120 ist in der Praxis gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Um die Benetzung und die Wirkstoffaufnahme über die Wachsschicht der Gräser zu optimieren, wird dringend empfohlen, die Anwendung in Kombination mit einem zugelassenen, additiven Öl (Adjuvans) durchzuführen. Achte bei Tankmischungen auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide Mischungen mit Wuchsstoffherbiziden oder sulfonylharnstoffhaltigen Produkten, da hierbei antagonistische Effekte auftreten können, die die Gräserwirkung mindern. Führe im Zweifel vor der großflächigen Anwendung eine Mischprobe durch.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Sedim 120 ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung bei der Anmischung und Applikation obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und nützlichen Insekten auf eine Anwendung in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten. Verlege die Behandlung bevorzugt in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an aquatischen Organismen zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen und Abstandsregelungen strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SojabohneGemeine Quecke12–192 LITER_PER_HECTARE—
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–191 LITER_PER_HECTARE—
SonnenblumeGemeine Quecke12–192 LITER_PER_HECTARE—
SonnenblumeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–191 LITER_PER_HECTARE—
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–331 LITER_PER_HECTARE90T
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391 LITER_PER_HECTARE56T
SpeisezwiebelHühnerhirse, Flug-Hafer, Ausfallgetreide11–180.8 LITER_PER_HECTARE56T
WinterrapsHühnerhirse, Flug-Hafer, Ausfallgetreide12–300.8 LITER_PER_HECTARE120T
ZuckerrübeHühnerhirse, Flug-Hafer, Ausfallgetreide12–350.8 LITER_PER_HECTARE56T
ErdbeereGemeine Quecke91–932 LITER_PER_HECTARE35T
ErdbeereGemeine Quecke12–592 LITER_PER_HECTARE35T
ErdbeereHühnerhirse, Flug-Hafer, Ausfallgetreide12–590.8 LITER_PER_HECTARE35T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Hühnerhirse, Flug-Hafer, Ausfallgetreide14–190.8 LITER_PER_HECTARE28T
ZuckerrübeGemeine Quecke12–352 LITER_PER_HECTARE56T
KartoffelHühnerhirse, Flug-Hafer, Ausfallgetreide12–330.8 LITER_PER_HECTARE56T
SpeisezwiebelGemeine Quecke11–182 LITER_PER_HECTARE56T
KartoffelGemeine Quecke12–332 LITER_PER_HECTARE56T
MöhreHühnerhirse, Flug-Hafer, Ausfallgetreide12–190.8 LITER_PER_HECTARE42T
MöhreGemeine Quecke12–192 LITER_PER_HECTARE42T
ErdbeereHühnerhirse, Flug-Hafer, Ausfallgetreide91–930.8 LITER_PER_HECTARE35T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Gemeine Quecke14–192 LITER_PER_HECTARE28T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung von Ausfallgetreide und einjährigen Schadgräsern?

Am besten behandelst du, wenn sich die Schadgräser im aktiven Wachstum befinden und ausreichend Blattfläche gebildet haben (idealerweise im 2- bis 4-Blatt-Stadium). Zu diesem Zeitpunkt ist die Wirkstoffaufnahme am höchsten und du erzielst die schnellste Wirkung. Achte darauf, dass die Gräser nicht durch Trockenheit oder Frost gestresst sind.

Wie bekämpfe ich die Gemeine Quecke mit Sedim 120 am effektivsten?

Für die Bekämpfung der Gemeinen Quecke benötigst du die höhere zugelassene Aufwandmenge. Warte mit der Applikation, bis die Quecke eine Wuchshöhe von etwa 15 bis 20 cm erreicht hat und genügend aufnahmefähige Blattmasse vorhanden ist. Nur so kann ausreichend Wirkstoff in die unterirdischen Rhizome transportiert werden, um ein Wiederaustreiben zu verhindern.

Warum ist die Zugabe eines Adjuvans (Zusatzstoffes) bei Sedim 120 so wichtig?

Clethodim ist ein systemischer Wirkstoff, der die dicke Wachsschicht von Gräserblättern durchdringen muss. Ein geeignetes Öl-Adjuvans verbessert die Benetzung der Blattoberfläche, verringert das Abperlen der Spritzbrühe und beschleunigt das Eindringen des Wirkstoffs erheblich, besonders unter trockenen Witterungsbedingungen.

Was muss ich bezüglich der Wartezeit (PHI) vor der Ernte beachten?

Die Wartezeit variiert je nach Kultur stark zwischen 28 und 120 Tagen. Du solltest die genaue Wartezeit für deine spezifische Kultur vor der Planung der Behandlung prüfen, um sicherzustellen, dass der geplante Erntetermin mit den gesetzlichen Vorgaben harmoniert. Diese Angaben findest du in den spezifischen Zulassungsdetails der jeweiligen Kultur auf unserer Plattform.

Kann ich Sedim 120 auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr oder Herbst einsetzen?

Ja, eine Anwendung ist grundsätzlich möglich, solange die Schadgräser aktiv assimilieren und kein Frost herrscht. Bei kühlen Temperaturen läuft der Stoffwechsel der Pflanzen jedoch langsamer ab, weshalb es etwas länger dauern kann, bis du die ersten sichtbaren Absterbesymptome an den Gräsern erkennst. Vermeide Behandlungen unmittelbar vor angekündigten Nachtfrösten.

Wie finde ich heraus, ob Sedim 120 für meine spezielle Kultur und meinen Schaderreger zugelassen ist?

Nutze dafür einfach die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Du kannst gezielt nach deiner Kultur (z. B. Kartoffel oder Erdbeere) filtern und siehst sofort, gegen welche Schaderreger das Mittel in dieser Kultur zugelassen ist, inklusive der jeweils gültigen Aufwandmengen und BBCH-Stadien.