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Sonstige · Nufarm Deutschland GmbH

SARACEN DELTA

BVL Zul.-Nr. 027953-00

SARACEN DELTA ist ein hochwirksames, flüssiges Herbizid (Suspensionskonzentrat, SC) von Nufarm, das speziell für den anspruchsvollen Getreidebau entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Breitenwirkung gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter im Nachauflauf. Es ist für den Einsatz in wichtigen Getreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Sommergerste und Wintertriticale registriert.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme über das Blatt sowie eine nachhaltige Bodenwirkung aus. Dies sorgt dafür, dass sowohl bereits aufgelaufene Unkräuter direkt erfasst als auch später keimende Schaderreger über einen längeren Zeitraum zuverlässig unterdrückt werden. Damit sichert SARACEN DELTA die Ertragsleistung deiner Kulturen in der kritischen frühen Wachstumsphase.

Das Wirkungsspektrum umfasst ein breites Band an wirtschaftlich bedeutenden Unkräutern, darunter schwer bekämpfbare Arten wie Klettenlabkraut, Kamille-Arten, Vogelmiere und verschiedene Kreuzblütler. Dank der flexiblen Anwendungsmöglichkeiten vom frühen Nachauflauf im Herbst oder Frühjahr bis zum Schossen der Kulturen lässt sich das Produkt hervorragend in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren.

Wirkstoffe

Diflufenican
500 g/L · Wirkstoff
Florasulam
50 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirksamkeit von SARACEN DELTA basiert auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Florasulam gehört zur HRAC-Gruppe 2 (ehemals B) und fungiert als Acetolactat-Synthase-Inhibitor (ALS-Inhibitor). Es blockiert die Biosynthese der essenziellen verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin, was zu einem sofortigen Wachstumsstopp der empfindlichen Unkräuter führt. Die Symptome zeigen sich durch Chlorosen und anschließende Nekrosen an den Vegetationspunkten. Diflufenican hingegen ist der HRAC-Gruppe 12 (ehemals F1) zugeordnet und wirkt als Inhibitor der Phytoen-Desaturase (PDS) in der Carotinoid-Biosynthese. Ohne Carotinoide fehlt den Pflanzen der Schutz vor Photooxidation, was zur Zerstörung des Chlorophylls führt. Dies äußert sich in den typischen Ausbleichungserscheinungen (Bleaching) an den jungen Trieben. Durch diese duale Wirkungsweise über Blatt und Boden wird eine lückenlose Kontrolle der Schaderreger erreicht.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern wirksam vorzubeugen, nutzt SARACEN DELTA bereits zwei unterschiedliche Wirkstoffklassen (HRAC-Gruppe 2 und 12). Dennoch solltest du im Rahmen deines integrierten Pflanzenschutzes auf einen konsequenten Wirkstoffwechsel achten. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von ALS-Inhibitoren auf derselben Fläche und rotiere die Behandlung mit Herbiziden anderer HRAC-Klassen, um die Selektion resistenter Biotypen – insbesondere bei Kamille oder Vogelmiere – nachhaltig zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

SARACEN DELTA ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Fungiziden, Insektiziden sowie flüssigen Blattdüngern, die im Getreidebau eingesetzt werden. Bei geplanten Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleineren Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wassermenge und vermeide Mischungen unter extremen Stressbedingungen für die Kulturen, wie etwa bei starker Sonneneinstrahlung, Frostgefahr oder anhaltender Trockenheit, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit SARACEN DELTA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, zwingend erforderlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt hinterlegt ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in den Abendstunden durchführen. Achte zudem penibel darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen gelangt, um aquatische Organismen und die umliegende Flora zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–320.1 LITER_PER_HECTARE—
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–320.1 LITER_PER_HECTARE—
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.1 LITER_PER_HECTARE—
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–220.075 LITER_PER_HECTARE—
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–220.075 LITER_PER_HECTARE—
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–210.075 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann solltest du SARACEN DELTA im Frühjahr am besten anwenden?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Frühjahr, sobald die Vegetation einsetzt und die Unkräuter zu wachsen beginnen (BBCH-Stadium 12 bis 32 der Kultur). Idealerweise sind die Unkräuter noch klein (Keim- bis 4-Blatt-Stadium), da sie in dieser Phase besonders empfindlich reagieren und du so die Bodenwirkung von Diflufenican optimal ausnutzen kannst. Achte dabei auf die zugelassene Aufwandmenge von 0,075 bis 0,1 l/ha.

Welche Witterungsbedingungen solltest du bei der Applikation beachten?

Für eine optimale Wirkung solltest du wüchsige Wetterbedingungen mit Temperaturen über 8 °C und ausreichender Luftfeuchtigkeit abwarten, da dies die Aufnahme von Florasulam über das Blatt beschleunigt. Diflufenican benötigt für seine Bodenwirkung eine gewisse Grundfeuchtigkeit im Boden; bei extremer Trockenheit kann die Dauerwirkung über den Boden vorübergehend eingeschränkt sein.

Kannst du SARACEN DELTA auch schon im Herbst im Wintergetreide ausbringen?

Ja, du kannst das Pflanzenschutzmittel im Herbst ab dem 2-Blatt-Stadium der Kultur (BBCH 12) einsetzen. Eine frühe Behandlung im Herbst nutzt die hervorragende Bodenwirkung von Diflufenican gegen früh keimende zweikeimblättrige Unkräuter optimal aus und entlastet deine Bestände frühzeitig von Konkurrenz.

Worauf musst du bei der Nachbauplanung nach einer Behandlung achten?

Aufgrund des normalen Abbaus der Wirkstoffe im Boden sind beim üblichen Fruchtwechsel im folgenden Herbst keine Einschränkungen für den Nachbau von Wintergetreide oder Winterraps zu erwarten. Sollte es jedoch zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur kommen, solltest du vor dem Anbau empfindlicher Folgekulturen eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) durchführen, um Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.

Welchen Vorteil bietet dir die Kombination der beiden Wirkstoffe?

Diese Kombination bietet dir zwei völlig unterschiedliche Wirkungswege: Florasulam stoppt als systemischer Blattwirkstoff das Wachstum der Unkräuter binnen kürzester Zeit, während Diflufenican als Kontakt- und Bodenwirkstoff einen feinen Film auf der Bodenoberfläche bildet. Dadurch werden sowohl bereits vorhandene Unkräuter bekämpft als auch nachkeimende Schaderreger über Wochen hinweg am Auflaufen gehindert.