Sankari
Sankari ist ein innovatives Pflanzenschutzmittel von GLOBACHEM NV, das auf dem natürlichen Wirkstoff Pelargonsäure basiert. Als flüssiges Kontaktpräparat ist es speziell für den Einsatz in Getreidekulturen wie Sommerweichweizen, Winterweichweizen und Wintergerste registriert. Das Mittel besetzt eine wichtige Nische im modernen Pflanzenschutz, da es eine biologisch basierte Alternative zu klassischen synthetischen Insektiziden darstellt.
Der Fokus der Zulassung liegt auf der gezielten Regulierung von Blattläusen. Durch seine Formulierung lässt sich Sankari flexibel in einem breiten Zeitfenster von der frühen Blattentwicklung bis hin zur späten Teigreife (BBCH 10–77) einsetzen. Es bietet Landwirten eine effektive Möglichkeit, Schaderreger rasch zu dezimieren, ohne auf langlebige chemische Rückstände im Erntegut achten zu müssen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Pelargonsäure (eine gesättigte Fettsäure) besitzt einen rein kontaktwirksamen, physikalisch-chemischen Wirkungsmechanismus. Nach dem direkten Kontakt mit dem Schaderreger dringt die Säure in die schützende Cuticula der Blattläuse ein und zerstört die Zellmembranen. Dies führt zu einer schnellen Zerstörung der Zellintegrität, einem rasanten Austrocknen der Schadinsekten und schließlich zu deren Absterben innerhalb kürzester Zeit. Da es sich um eine physikalische Zerstörung der Zellbarrieren handelt, greift der Wirkstoff nicht in spezifische biochemische Prozesse des Nervensystems ein, wie es bei vielen klassischen Insektizidklassen der Fall ist. Eine systemische Verteilung in der Kultur findet nicht statt, weshalb eine direkte und vollständige Benetzung der Schädlinge für den Bekämpfungserfolg zwingend erforderlich ist.
Resistenzmanagement
Aufgrund des rein physikalischen Wirkungsmechanismus der Pelargonsäure ist das Risiko für eine Resistenzentwicklung bei Blattläusen als extrem gering einzustufen. Sankari eignet sich daher hervorragend als Baustein in einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie. Durch den gezielten Wechsel oder die Kombination mit systemischen Insektiziden kannst du den Selektionsdruck auf klassische Wirkstoffklassen effektiv senken und bestehende Wirkstoffresistenzen in deinen Beständen aktiv brechen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Planung von Tankmischungen mit Sankari solltest du beachten, dass die physikalische Wirkung eine optimale Benetzung erfordert. Mischungen mit anderen Pflanzenschutzmitteln oder Blattdüngern sollten vorab stets in einem kleinen Behälter auf physikalische Kompatibilität (Mischbarkeit) geprüft werden. Da Pelargonsäure die Wachsschicht der Kultur kurzzeitig beeinflussen kann, empfiehlt es sich, auf Mischungspartner zu verzichten, die die Penetration extrem verstärken, um phytotoxische Reaktionen an Weizen und Gerste zu vermeiden. Verwende ausreichend Wasser und achte auf eine saubere Spritztechnik.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Sankari ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (insbesondere Schutzbrille und säurebeständige Handschuhe) unerlässlich, da das Konzentrat reizend auf Haut und Augen wirken kann. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere von Bestäubern wie Bienen, sollte die Anwendung grundsätzlich außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden erfolgen, besonders wenn Begleitflora im Unterwuchs blüht. Achte zudem darauf, Abdrift in angrenzende Gewässerstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik konsequent zu vermeiden, um aquatische Organismen zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommerweichweizen | Blattläuse | 51–77 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Blattläuse | 51–77 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Blattläuse | 10–29 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie stellt sich die Wartezeit bei der Anwendung von Sankari dar?
Für Sankari ist keine numerische Wartezeit in Tagen vorgeschrieben, da sich der natürliche Wirkstoff Pelargonsäure auf der Kultur und im Boden extrem schnell abbaut. Die Anwendung ist flexibel bis zum BBCH-Stadium 77 (Späte Milchreife) zulässig.
Warum ist die Wassermenge bei der Applikation von Sankari so entscheidend?
Da Sankari ein reines Kontaktmittel ist und keine systemischen Eigenschaften besitzt, werden nur die Blattläuse erfasst, die direkt von der Spritzbrühe getroffen werden. Eine ausreichend hohe Wassermenge und eine feine Tropfenverteilung sichern die notwendige Benetzung aller Pflanzenteile und Schädlinge.
Kann ich Sankari bei praller Sonne und hohen Temperaturen spritzen?
Nein, du solltest die Anwendung an heißen, sonnigen Tagen vermeiden. Unter intensiver UV-Einstrahlung und Hitze steigt das Risiko für phytotoxische Blattschäden an deinen Kulturen, da die Pelargonsäure die schützende Wachsschicht der Getreideblätter vorübergehend strapazieren kann. Weiche bevorzugt auf die kühleren Abendstunden aus.
Wirkt Sankari auch gegen die Eier von Blattläusen?
Nein, die physikalische Wirkung zielt primär auf die mobilen Stadien (Larven und adulte Blattläuse) ab, deren weiche Körperoberfläche durch die Fettsäure direkt geschädigt werden kann. Bei anhaltendem Befallsdruck oder starkem Nachschlupf solltest du den Bestand weiter überwachen und gegebenenfalls eine Folgebehandlung einplanen.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte gegen Blattläuse?
Du kannst in unserer Produktsuche gezielt nach deiner Kultur (z. B. Wintergerste oder Winterweichweizen) und dem Schaderreger 'Blattläuse' filtern. Dort erhältst du eine Übersicht aller in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen.